21. Juni 2017
Pressemeldungen

VdK Saarland fordert sofortige Renteninitiative von Landesregierung

Schneller als erwartet muss die Landesregierung die Renteninitiative starten, die sie im Koalitionsvertrag zugesagt hat, fordert der Sozialverband VdK Saarland. Die Sorgen der saarländischen Bevölkerung, von der knapp 40 Prozent fürchten, dass die Rente nicht zum Leben reichen wird, müsse sie ernst nehmen.

© Uschi Dreiucker / pixelio.de


Diese Zahlen stammen aus einer Beschäftigten-Befragung der Arbeitskammer des Saarlandes, die am 20. Juni ihren Jahresbericht vorgestellt hat. „Die Menschen schätzen ihre Lage leider realistisch ein. Immer mehr Menschen sind im Alter von Armut bedroht und empfinden dies als existenzielle Bedrohung“, erklärte der Landesvorsitzende Armin Lang. Wenn das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent weiter absinkt, könnte bis 2030 jede zweite Rente unter der Armutsgrenze liegen. 2045 läge das Niveau laut Bundessozialministerium sogar nur noch 41,6 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, wenn nicht jetzt schon gegengesteuert wird.

Derzeit ist laut Arbeitskammer jeder fünfte Rentner im Saarland von Armut bedroht (siehe rechte Spalte). Bei den Frauen ist fast jede Vierte betroffen. Sie konnten nicht genug eigene Rentenansprüche erwerben, weil sie alleinerziehend, früh verwitwet oder langzeitarbeitslos waren oder Angehörige gepflegt haben. „Die gesamte Gesellschaft ist gefordert, die existenzielle Sicherheit im Alter zu garantieren“, fordert Lang. Je stärker Menschen sich existenziell bedroht fühlten, desto größer sei die Gefahr, dass sie sich von ihrem Staat und der Demokratie abwendeten.

Es gibt keinen Zwang dafür, das Rentenniveau weiter abzusenken. Im Gegenteil, Staat und Gesellschaft waren noch nie so reich wie heute. Das Geld, das die Menschen in Deutschland erwirtschaften, muss nur gerecht verteilt werden“, sagt Lang. Nach dem Vorbild von Österreich und der Schweiz müssten alle ins Rentenversicherungssystem einzahlen. Auch sehr reiche Menschen, die heute nichts oder nur sehr wenig einzahlen, müssten entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Beiträge zahlen. Auch Selbständige und Beamte sollten einbezogen werden.

Um zu verhindern, dass die Sorgen der Menschen sich bewahrheiten und Massen-Armut im Alter droht, muss jetzt gegengesteuert und das Rentenniveau wieder auf 50 Prozent erhöht werden“, sagt Lang. Weitere Forderungen des Sozialverbandes VdK sind: die sofortige Aussetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Rentenkürzungen, die Erhöhung der Renten für Geringverdiener, die Abschaffung der ungerechten Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten und die angemessene, rentenrechtliche Anerkennung der Leistungen von Pflegenden und Erziehenden.

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Schlagworte Rente | Renten | Rentenniveau | Rentenpolitik | Arbeitskammer | Armut | Altersarmut

Rente muss zum Leben reichen!

Die Forderungen des Sozialverbandes VdK zur Bundestagswahl 2017 zum Thema Rente finden Sie hier

Die Fakten auf einen Blick:

Laut Jahresbericht 2017 der Arbeitskammer lag die durchschnittliche Altersrente – ohne Hinterbliebenenrente – Ende 2015 im Saarland bei 1.188 Euro für Männer (Bund 1.130 Euro) und 491 Euro für Frauen (Bund 653 Euro).

Die Armutsgefährdungsquote stieg von 15,5 Prozent im Jahre 2005 auf 17,2 Prozent in 2015, im Bundesgebiet von 14,7 auf 15,7 Prozent.

Die Altersarmut nahm im Saarland von 2005 bis 2015 von 11,8 auf 20 Prozent zu (Westdeutschland: 10,8 auf 15,9 Prozent).

Die Armutsgefährdungsquote von Frauen ab 65 Jahren lag 2015 im Saarland bei 22,8 Prozent, bei Männern bei 16 Prozent. (2005: Frauen bei 16,1 Prozent, Männern bei 9,7 Prozent).

Zum Jahresbericht der Arbeitskammer (Kapitel 3, Soziale Sicherheit)

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