28. Oktober 2016
Pressemeldungen

VdK warnt vor Fortschrittsverlierern durch Digitalisierung

Die Digitalisierung in der Arbeitswelt darf keine neue Schicht von Fortschrittsverlierern produzieren, warnt der VdK Saarland. Der Sozialverband befürchtet, dass die fortschreitende Digitalisierung der Produktions- und Dienstleistungsprozesse von den Beschäftigten immer schnelleres und flexibleres Handeln fordert und sehr viele Menschen diesen Anforderungen nicht gewachsen sind.

© Rainer Sturm/pixelio.de

Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt. Diese ‚frohe Botschaft‘ dominiert seit Jahren die Schlagzeilen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Menschen mit Handicaps, ob krank, behindert, ohne Berufsausbildung oder mit Lern- und Verhaltensproblemen werden ausgesperrt“, kritisiert der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Er fordert deshalb ein Nachqualifizierungsprogramm für benachteiligte Arbeitnehmer, das die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Lerndefiziten berücksichtigt. Rund die Hälfte der Langzeitarbeitslosen hat keine abgeschlossene Berufsausbildung und daher ein sehr hohes Risiko, dauerhaft arbeitslos zu bleiben.
Derzeit sind rund eine Million Menschen in Deutschland länger als ein Jahr ohne Arbeit. Damit liegt Deutschland bei der Langzeitarbeitslosigkeit fast zehn Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Staaten im OECD-Industrieländerverbund. Im Saarland sind rund 13.000 Menschen langzeitarbeitslos.

Für eine immer größere Gruppe von Menschen gibt es schon jetzt keine Arbeit, weil einfache Arbeitsplätze für wenig oder fehlqualifizierte Arbeitnehmer wegrationalisiert wurden, weil sich die soziale Verantwortung vieler Arbeitgeber im Sinkflug befindet und weil insbesondere in unseren Dörfern und Städten wegen fehlender Arbeitskräfte für das Gemeinwohl wichtige Arbeit nicht erledigt wird“, sagt Lang.

Jeder zweite Arbeitslose habe überhaupt keine Chance, wieder einen festen Job zu bekommen, weil es im regulären Markt keine Verwendung mehr gebe. Daher brauche Deutschland dringend ein neues Konzept für eine „öffentlich geförderte Beschäftigung“.

Für ältere Menschen und Geringqualifizierte ist das Risiko, langzeitarbeitslos zu sein, besonders hoch, wie die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Bericht zur Arbeitsmarktsituation von langzeitarbeitslosen Menschen (2015) anmerkt. Auch gesundheitliche Einschränkungen sind ein bedeutendes Hemmnis für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervorgeht.

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Schlagworte Langzeitarbeitslose | Armin Lang

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