12. Oktober 2016
Pressemeldungen

Personalkosten nicht Ursache für hohe Pflegekosten

Die hohen Pflegekosten im Saarland sind nicht den hohen Personalkosten geschuldet, erklärt der VdK Saarland im Hinblick auf den neuen Report zu den Pflegekosten der Bertelsmann-Stiftung.

© imago/epd


„Die Tarifverträge für die Beschäftigten in der Pflege sind sowohl im öffentlichen als auch im gemeinnützigen Sektor bundesweit gleich. Der Grund, warum das Saarland auf dem Papier höhere Pflegekosten als viele andere Bundesländer hat, liegt darin, dass die Finanzierung der Pflegekosten hierzulande anders verteilt ist“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Im Saarland würden die Investitionskosten für Pflegeeinrichtungen (Pflegewohngeld) von den Kommunen beziehungsweise den Pflegebedürftigen oder ihren Angehörigen getragen, während in der Mehrheit der Bundesländer das Land dafür aufkomme. „Dies führt zu einer Verfälschung der Zahlen. Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“, sagt Lang.

Richtig sei, dass das Saarland bei der Qualität der Pflege durchaus besser dastehe als andere Bundesländer. Dies sei im Interesse der Pflegebedürftigen und auch der Pflegekräfte im Land. So gebe es im Saarland seit jeher eine Mindestpersonalausstattung in den Pflegeeinrichtungen.

Auch die Pflegedienstleitungen, die die Fachkräfte und die Auszubildenden anleiten, die sich um das Gewinnen ehrenamtlicher Mitarbeiter kümmern und die auf die Qualitätssicherung achten, würden im Saarland als Pflegekosten anerkannt. Der Bundespflegebeauftragte, Staatsekretär Laumann, kritisiere derzeit die Bundesländer, die in diesen Qualitätsmaßnahmen nachhinken und lobe deshalb das Saarland. Spätestens in den nächsten beiden Jahren müssten die anderen Bundesländer diese Standards ebenso erfüllen.

Dass bei einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen die kommunalen Sozialhilfeträger immer stärker mitfinanzieren müssen, ist vor allem der Entwicklung der Altersarmut geschuldet. „Die Renten, insbesondere bei Frauen, sind im Sinkflug. Deshalb können sich die Pflegebedürftigen immer weniger an ihren Pflegekosten beteiligen. Das wiederum führt zu höheren Belastungen der kommunalen Haushalte“, sagt Lang. „Die Pflegekosten werden für die Betroffenen und die Sozialhilfeträger nur dann geringer, wenn die öffentliche Hand nochmals stärker ihrer gesetzlichen Pflicht bei der Finanzierung der Investitionskosten nachkommt und der Rentensinkflug beendet wird“, unterstreicht der Landesvorsitzende.

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Der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang hat bei der Hauptversammlung des Landkreistages in Perl-Borg vor einem Pflegenotstand gewarnt und eine bessere Vernetzung der professionellen Hilfen gefordert. „Die Zahl der Pflegebedürftigen im Saarland steigt stetig. Bis 2030 werden mehr als 40.000 Menschen zu versorgen sein, das ist ein Drittel mehr als 2007. Gleichzeitig werden rund 4000 Pflege-Fachkräfte fehlen“, sagte Lang. | weiter
23.09.2016

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