22. September 2016
Pressemeldungen

Armut im Saarland erneut gestiegen – VdK kritisiert Politik scharf

Der Sozialverband VdK Saarland hat die aktuellen Zahlen zur Armutsentwicklung im Saarland als alarmierend bezeichnet und die Landesregierung zum Handeln aufgefordert. „Ungeachtet früherer Warnungen und unbeeindruckt von eigenen Ankündigungen der Landesregierung steigt die Armut im Saarland weiter. Es ist traurig, dass die Landesregierung kein konkretes Aktionsprogramm umsetzt“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

© Uschi Dreiucker / pixelio.de


Aus den Zahlen des statistischen Bundesamts geht hervor, dass die Armut im Saarland innerhalb von zehn Jahren um 1,7 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2015 gestiegen ist. Das entspricht rund 171.000 Menschen und einem Zuwachs von knapp 8.500 Personen. Das Saarland liegt damit deutlich über dem Schnitt der westdeutschen Bundesländer (Armutsquote von 14,7 Prozent beziehungsweise Anstieg von 1,5 Prozentpunkten), nur Bremen und Nordrhein-Westfalen haben noch höhere Armutsquoten.

„Armut ist keine Randerscheinung mehr, sondern betrifft eine große Zahl von Menschen. Die Politik muss sich jetzt endlich für diese Menschen einsetzen, weil ansonsten das Risiko steigt, dass sie sich von der Demokratie abwenden“, betont Lang. Vor allem Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und ältere Menschen seien von Armut betroffen. Für sie würden Wege und Förderungen gebraucht, damit sie sich aus ihrer elenden Lage befreien können. „Rund 40 Prozent der Alleinerziehenden sind auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Viele sind Langzeitarbeitslose, die auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen haben, eine Arbeit zu finden, deren Lohn ihre Existenz sichert. Sie landen meist in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen oder im Niedriglohn-Sektor“, kritisiert Lang.

Der VdK Saarland fordert deshalb eine Nachqualifizierungsoffensive für Geringqualifizierte und mehr Einsatz für die spezifischen Bedürfnisse von Alleinerziehenden wie den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten oder die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses. Dies sei umso wichtiger, als die Armut auch 25.000 Kinder im Saarland treffe und somit das Risiko bestehe, dass Armut sich von einer Generation auf die nächste überträgt. „Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Arme Kinder dürfen nicht arme Erwachsene werden. Sie zu fördern trägt auch dazu bei, den Fachkräftemangel in der saarländischen Wirtschaft zu bekämpfen“, erklärt Lang.

Als armutsgefährdet gilt nach der Statistik des Bundesamts, wer von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung leben muss.

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13.09.2016

Schlagworte Armin Lang | Armut | Armutsrisiko | Landesregierung | Armutsgefährdung | Alleinerziehende

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