12. April 2016
Pressemeldungen

Altersarmut stoppen: VdK dringt auf Umkehr in der Rentenpolitik

Der Sozialverband VdK Saarland hat die jüngste Berechnung zur drohenden Massen-Altersarmut in Deutschland als „alarmierenden Weckruf“ bezeichnet und sieht sich in seiner Position bestätigt. „Der VdK warnt schon lange vor akuter Altersarmut, die sich noch verschlimmern wird“, sagte VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn. Vor allem im Saarland sei Altersarmut schon jetzt ein großes Problem. „Die aktuelle Prognose macht sehr deutlich, wie schlimm es werden kann, und wie dringend eine Umkehr in der Renten- und Arbeitsmarktpolitik ist. Vor allem das Absinken des Rentenniveaus muss gestoppt werden.“

© Uschi Dreiucker / pixelio.de

Nach der Berechnung des WDR liegt im Jahr 2030 jede zweite Neu-Rente unter der Armutsschwelle – zum einen, weil immer mehr Menschen zu wenig verdienen, um eine auskömmliche Rente zu erreichen, zum anderen, weil die Bundesregierung das Rentenniveau weiter absinken will. Derzeit liegt es bei 47,5 Prozent, bis 2030 soll es auf 43 Prozent fallen. „Das darf nicht sein“, sagte Springborn. „Das Niveau muss auf mindestens 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns angehoben und dort eingefroren werden. Sonst sinkt auch bei Normalverdienern der Lebensstandard im Alter rapide“. Auch weitere Maßnahmen seien nötig.

Der VdK fordert die Bundesregierung auf, alle Rentenkürzungsfaktoren der vergangenen Jahre zurückzunehmen. Springborn: „Schon jetzt ist allein im Saarland jeder fünfte Rentner akut von Armut bedroht. Vor allem Frauen, weil sie nicht genug eigene Rentenansprüche erworben haben, alleinerziehend, früh verwitwet oder langzeitarbeitslos waren. Das wird so weiter gehen, wenn nichts passiert. Wenn künftig auch noch die Neu-Rentner hinzukommen, die vom Kahlschlag bei der Rente betroffen sind, droht Massen-Armut im Alter.“ Um Armut auch für nachfolgende Generationen zu verhindern, müssten auch arbeitsmarktpolitische Verfehlungen behoben und prekäre Beschäftigungen wie Minijobs, die reguläre Arbeit und auskömmliche Renten verhindern, eingedämmt werden. Nötig seien auch Anpassungen beim Mindestlohn und bei den Regelsätzen in der Grundsicherung. Um die Langzeitarbeitslosigkeit als zentrale Armutsursache zu bekämpfen, fordert der VdK dauerhaft öffentlich geförderte, tariflich entlohnte Arbeitsplätze. „Armut ist hierzulande keine Randerscheinung mehr“, betonte Springborn. Daran ändere die gute Lage am Arbeitsmarkt nichts. „Armut ist akut wie nie. Die Politik muss dringend gegensteuern.“

Schlagworte Altersarmut | Armut | Armutsgefährdung | Armutsrisiko | Renten | Rentenniveau | Grundsicherung | Peter Springborn | Öffentlich geförderter Arbeitsmarkt | Langzeitarbeitslose

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