31. August 2021

Pflegebedürftigkeit darf nicht
arm machen!

Wir müssen Pflege neu denken — weg von überdimensionierten Heimen hin zum Altwerden in der eigenen Wohnung und der vertrauten Umgebung. Wir brauchen passende Pflege- und Versorgungsleistungen mit Förderprogrammen für den Gesundheits- und Pflegestandort Haushalt und die unabhängige Wohnberatung.

Symbolfoto: Seniorin mit Rollator auf dem Gang eines Pflegeheims
© imago/imagebroker
  • Im Saarland ist die Langzeitpflege „gut, aber teuer“. Die Personalisierung ist besser, die Investitions- und Ausbildungskosten sind höher als in anderen Bundesländern. Die von den Pflegebedürftigen aufzubringenden Eigenanteile liegen mit mehr als 2.500 Euro pro Monat in der Bundesspitze.
  • Ältere Menschen im Saarland leiden häufiger unter chronischen Erkrankungen, die Lebenserwartung der Bevölkerung ist geringer als im Bundesdurchschnitt. Es fehlen Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen, die gezielt Risikogruppen ansprechen.
  • Patienten und Angehörige werden bei der Entlassung aus Kliniken viel zu oft allein gelassen. Es fehlt, trotz gesetzlicher Verpflichtung der Kliniken, eine krankheitsspezifische Organisation der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Nachsorge.
  • 3.000 Familien im Saarland und mehr als 3 Millionen in Deutschland mit Betreuerinnen aus Osteuropa leben in ständiger Angst. Sie profitieren bei der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft nur unzureichend von den Leistungen der Pflegeversicherung.
  • Die Tagespflege ist keinesfalls bedarfsgerecht ausgebaut. So stehen im Saarland für 42.000 Pflegebedürftige nur rund 1.000 Tagespflegeplätze zur Verfügung.

Saarländische Abgeordnete und die Landesregierung müssen darauf hinwirken, dass

  • es in der kommenden Legislaturperiode endlich eine wirkliche Pflegeversicherung gibt: Als Eigenanteil sollten Pflegebedürftige in Pflegeeinrichtungen nur die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen müssen, alle weiteren Risiken muss die Versicherung tragen.
  • die Investitions- und Ausbildungskosten in der ambulanten und stationären Pflege komplett aus Steuermitteln finanziert werden.
  • die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung bereits vereinbarte „Förderung des präventiven Hausbesuches“ zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit flächendeckend umgesetzt wird. Gleiches gilt für den gesetzlichen Anspruch auf häusliche Rehabilitation.
  • Kliniken, die kein bedarfsgerechtes Entlass-Management leisten, rechtlich und materiell sanktioniert werden.
  • Rechtssicherheit und Bezahlbarkeit bei der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft durch ausländische Betreuungspersonen hergestellt wird.
  • Tagespflege für alle pflegebedürftigen Menschen wohnortnah gesichert ist.

red

Kandidaten-Check

Vor der Bundestagswahl 2021 hat der VdK

  • Christian Petry (SPD)
  • Thomas Lutze (DIE LINKE)
  • Dr. Helmut Isringhaus (FDP)

zu ihren sozialpolitischen Positionen befragt.

Die Veranstaltung wurde live im Internet und in mehreren Kreisverbänden vor Ort übertragen. Das Video können Sie hier nachschauen.

Die sozialen Forderungen des VdK Saarland an die nächste Bundesregierung finden Sie in diesem Flyer (2,26 MB, PDF-Datei).

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