16. Januar 2017
Arbeitslos

Freiwillige Weiterversicherung gegen Arbeitslosigkeit

Tipps, um Versicherungsschutz nicht zu verlieren

Abhängig Beschäftigte sind automatisch in der Arbeitslosenversicherung. Dagegen sind selbständig Tätige und auslandsbeschäftigte Arbeitnehmer nicht pflichtversichert. Für diesen Personenkreis besteht die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern.

Wer nicht pünktlich seine Beiträge zahlt, verliert den Schutz durch die freiwillige Arbeitslosenversicherung komplett. | © Pixabay


Die freiwillige Versicherung gegen das Risiko der Arbeitslosigkeit ist eine sogenannte Weiterversicherung. Es müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden: In den letzten zwei Jahren muss eine Versicherungszeit von zwölf Monaten vorliegen oder eine Lohnersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung bezogen worden sein. Lohnersatzleistungen der Arbeitslosenversicherung sind Arbeitslosengeld, Teilarbeitslosengeld und Übergangsgeld. Auch Bezug von Krankengeld oder die Zeit einer freiwilligen Versicherung kann die versicherungsrechtliche Voraussetzungen für die Weiterversicherung erfüllen.

Bei den persönlichen Voraussetzungen ist Folgendes zu beachten: Bei Selbständigen muss die selbständige Arbeit wenigstens 15 Stunden pro Woche umfassen und die Selbständigkeit muss auf Dauer angelegt sein. Die Ausübung einer Tätigkeit im Umfang von wenigstens 15 Wochenstunden muss nachgewiesen werden.
Arbeitnehmer, die außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraum eine abhängige Beschäftigung aufnehmen und ausüben, sind gleichfalls zu einer Weiterversicherung berechtigt.

Bis zum Ende des Jahres 2016 mussten sich auch nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen weiterversichern lassen. Das bedeutete auch, dass sie die Beiträge selbst zahlen mussten. Ab dem 1. Januar 2017 sind Pflegepersonen in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie versorgen einen pflegebedürftigen Angehörigen mit mindestens Pflegegrad 2, und die Pflegeleistungen müssen wöchentlich zehn Stunden an mindestens zwei Tage in der Woche erbracht werden.

Ein Antrag auf Versicherungspflichtverhältnis kann nicht gestellt werden, wenn ohnehin eine Versicherungspflicht besteht. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen wird.

Die Beiträge muss der Weiterversicherte allein tragen. Das Versicherungspflichtverhältnis beginnt mit dem Eingang des Antrags bei der Agentur für Arbeit. Endet die Zeit der Auslandsbeschäftigung oder der selbständigen Tätigkeit, so endet dann auch das Versicherungspflichtverhältnis.
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit diese Versicherung auch selbst zu kündigen, allerdings erst nach Ablauf von mindestens fünf Jahren. Die Kündigungsfrist beträgt dabei drei Monate.

Das Versicherungsverhältnis auf Antrag endet auch, wenn der Versicherte Arbeitslosengeld bezieht, versicherungsfrei wird (zum Beispiel bei Erreichen der Regelaltersgrenze) oder die Beiträge länger als drei Monate nicht gezahlt werden.

Es ist deshalb sehr wichtig, sich darum zu kümmern, dass die Beiträge rechtzeitig gezahlt werden. Denn die Agentur für Arbeit ist nicht verpflichtet, bei Nichtzahlung von Beiträgen auf den Verlust des Versicherungsschutzes hinzuweisen. Der Versicherungsschutz geht dann komplett verloren, selbst wenn bereits jahrelang eingezahlt wurde.

Ida Schneider

Schlagworte Arbeitslosenversicherung | Versicherungsschutz | Selbständigkeit


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