10. Mai 2021

Betriebsrente: Freigrenze wurde zu Freibetrag

Betriebsrenten und andere Versorgungsbezüge zählen grundsätzlich zu den beitragspflichtigen Einnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung.

Symbolfoto: Ein kleines Senioren-Figürchen sitzt auf einem Buch
© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es infolge des Betriebsrentenfreibetragsgesetzes eine Änderung für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, die eine Betriebsrente beziehen. Ziel war die Reduzierung der Beitragslast aus Leistungen der betrieblichen Altersversorgung.

Regelung bis 1. Januar 2020

Bis zu dem obengenannten Stichtag gab es eine Freigrenze auf die Bezüge einer Betriebsrente. Haben die Bezüge die Freigrenze nicht überschritten, wurden auch keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Wurde jedoch diese Freigrenze überschritten, mussten auf die gesamten Bezüge Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge entrichtet werden.

Was hat sich geändert?

Die Freigrenze wurde in der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem Freibetrag. Das bedeutet, dass seit dem 1. Januar 2020 Beiträge nur auf den Teil der monatlichen Betriebsrente erhoben werden, welche den Freibetrag übersteigen.

Bei Bezug einer Betriebsrente oberhalb des Freibetrages werden somit anteilig (für den Teil oberhalb des Freibetrages) Krankenversicherungsbeiträge erhoben. Zu zahlen ist der volle allgemeine Beitragssatz - im Jahr 2021: 14,6 Prozent - als auch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag.

Der Freibetrag verändert sich jährlich, für das Jahr 2021 beträgt er monatlich 164,50 Euro.

Werden mehrere Betriebsrenten bezogen, wird dennoch nur ein Freibetrag berücksichtigt.

Bei Kapitalauszahlung (Einmalzahlung oder mehrere Raten) wird der Betrag auf 120 Kalendermonate umgelegt. Liegt der errechnete Wert über dem Freibetrag, besteht auch hier eine Beitragspflicht des übersteigenden Anteils zur Krankenversicherung, längstens jedoch für 120 Kalendermonate.

Die Freibetragsregelung ist nicht auf die Beitragserhebung in der Pflegeversicherung übertragen worden. Hier gilt weiterhin die Freigrenzen-Regelung. Insbesondere bei dem Bezug mehrerer Betriebsrenten und bei Anpassungen sollten Betriebsrentenbezieher:innen darauf achten, dass die Zahlbeträge nachvollziehbar aufgeführt sind.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Der monatliche Freibetrag für Betriebsrenten in der gesetzlichen Krankenversicherung beläuft sich im Jahr 2021 auf 164,50 Euro. Der monatliche Freibetrag beträgt ein Zwanzigstel der monatlichen Bezugsgröße nach Paragraf 18 SGB IV
  • Der Freibetrag gilt nur für Versorgungsbezüge der betrieblichen Altersversorgung (nach Paragraf 229 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 SGB V). Für andere Arten von Versorgungsbezügen, beispielsweise für Versorgungsbezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, gilt weiterhin die Freigrenzen-Regelung.
  • Die Freibetrags-Regelung ist nicht auf die Beitragserhebung in der Pflegeversicherung übertragen worden. Hier gilt weiterhin die Freigrenze.
  • Die neue Regelung gilt für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, die eine Betriebsrente beziehen.
  • Die Regelung findet keine Anwendung für nach Paragraf 5 Absatz 1 Nummer 13 SGB V Versicherte und freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte.

Claudia Landgraf

Schlagworte Betriebsrenten | Versorgungsbezüge | Freibetrag Betriebsrente | Krankenversicherungsbeiträge auf Betriebsrentnen

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