19. November 2020

Persönliche Assistenz

Manche Menschen mit Behinderung benötigen Unterstützung, um ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Die „Persönliche Assistenz“ ist eine Leistung der Eingliederungshilfe und muss als solche beantragt werden. Die rechtliche Grundlage für Assistenz-Leistungen im Bereich „Soziale Teilhabe“ steht im Sozialgesetzbuch 9, Paragrafen 78 und 81 (SGB IX, § 78 und 81).

Einen Anspruch auf Eingliederungshilfe haben Personen mit einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung, die wesentlich und nicht nur vorrübergehend ist. Auch wer von einer solchen Behinderung bedroht ist, kann die Leistung erhalten. Die Eingliederungshilfe kann als Sachleistung erbracht werden. Darunter fallen die typischen stationären und ambulanten Angebote, zu denen auch Assistenzleistungen gehören.

Die Eingliederungshilfe kann allerdings auch als Geldleistung direkt an die Anspruchsberechtigten ausgezahlt werden – in Form des sogenannten „persönlichen Budgets“. Das persönliche Budget ermöglicht es den Menschen mit Behinderung, selbst zu entscheiden – und zwar wann, wo und von wem sie Unterstützung bekommen. Damit sind sie nicht auf vorhandene Angebote angewiesen und können sich ihr passendes Unterstützungspaket selbst schnüren.

Dies ist besonders bei Assistenzleistungen sinnvoll. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Besuch von Kindergarten oder Kita,
  • Schul- und Hochschulbesuch,
  • Arbeit,
  • Pflege,
  • Wohnen,
  • Freizeitgestaltung,
  • Hilfen für Eltern mit Behinderung und ihren Kindern.

Es besteht auch die Möglichkeit, sich Assistentinnen und Assistenten zu teilen, zum Beispiel innerhalb einer Wohngruppe.

Wenn die persönliche Assistenz über das persönliche Budget finanziert wird, wählen viele das sogenannte Arbeitgebermodell. Wie der Name schon sagt, fungiert der Mensch mit Behinderung hier als Arbeitgeber für eine oder mehrere Assistenzkräfte. Dazu gehört nicht nur die eigenständige Suche nach einer Assistentin oder einem Assistenten; auch die Anleitung und Arbeitseinteilung wird selbst durchgeführt. Das reduziert Fremdbestimmung und fördert selbstbestimme Teilhabe.

Als Arbeitgeberin beziehungsweise Arbeitgeber ist man auch dafür verantwortlich, die Gehaltszahlungen pünktlich anzuweisen und darauf zu achten, dass arbeitsrechtliche Regelungen eingehalten werden. Dazu gehören Einzahlungen in die gesetzliche Sozialversicherung, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wem dies zu kompliziert ist, kann eine Assistenzorganisation in Anspruch nehmen, die diese Aufgaben übernimmt.

Nadine Gray

Schlagworte Persönliche Assistenz | Behinderung | Eingliederungshilfe

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