29. Oktober 2020

Häusliche Pflege in Corona-Zeiten

VdK bringt Landtagsabgeordnete und Forschende zusammen

Die Corona-Pandemie hat die Situation in der häuslichen Pflege verschärft. Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz hat daher zu einem Pflege-Forum eingeladen, um Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und VdK-Entscheidungsträger an einen Tisch zu bringen – und den pflegenden Angehörigen eine Lobby zu bieten. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden über Verbesserungen und Probleme in der häuslichen Pflege sowie über die Forderungen des Sozialverbands VdK.

VdK-Mitglieder und Politiker*innen an ihren Tischen. Auf einer Leinwand sieht man VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Das Pflege-Forum fand aufgrund der Corona-Lage als Hybridveranstaltung statt. Sowohl VdK-Präsidentin Verena Bentele als auch die Wissenschaftler*innen waren digital zugeschaltet. | © Michael Finkenzeller

“Pflege ist eine Mammut-Aufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können”, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele, die digital zu der Veranstaltung im Kurfürstlichen Schloss in Mainz zugeschaltet war. Daher sei das Forum ein geeigneter Ort, um ins Gespräch zu kommen. Die rheinland-pfälzischen Landtagsfraktionen hatten mit Hedi Thelen (CDU), Katharina Binz (Bündnis 90/Die Grünen) und Kathrin Anklamm-Trapp (SPD) ihre Pflegeexpertinnen geschickt. Steven Wink (FDP) hatte krankheitsbedingt absagen müssen.

Wissenschaft und Politik

Die Wissenschaftler*innen Prof. Dr. Cornelia Schweppe und Dr. Vincent Horn waren ebenfalls per Livestream zugeschaltet. Sie berichteten von ihrer Studie, in der sie die häusliche Pflege während der Corona-Pandemie untersucht haben. Die Ergebnisse zeigen, dass viele pflegende Angehörige extrem belastet und überfordert sind. Die finanziellen Sorgen sind gestiegen und die Pflegesituation ist in vielen Fällen schlechter geworden. Zwei Drittel der Befragten fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

Hedi Thelen sieht dort das Hauptproblem: Die Politik nehme die Pflegesituation wohl wahr, aber es gelinge nicht, diese Hilfen auch dorthin zu bekommen, wo sie eigentlich gebraucht würden. Das Dilemma sei “der fehlende Kontakt zwischen Politik, Hilfesystem und den Betroffenen”, so Thelen. Auch für die Katharina Binz ist das ein zentraler Punkt: “Diejenigen, die pflegen, könnten nicht gleichzeitig noch politische Lobby-Arbeit leisten.”

Kathrin Anklamm-Trapp betonte die Rolle der GemeindeschwesterPlus als Bindeglied zwischen Betroffenen und Hilfeangeboten: Der Bedarf habe sich deutlich gesteigert. Auch der VdK findet dieses Modellprojekt der Landesregierung sehr gut und fordert, es landesweit auszubauen. Aus finanziellen Gründen sei das bis jetzt nicht umsetzbar, erklärte Katharina Binz.

Prof. Dr. Schweppe kritisierte, dass immer nur einseitig über das Gewaltpotenzial in Familien in Zeiten von Corona gesprochen würde. “Das Thema wird für Frauen diskutiert und für Kinder – aber nicht für Ältere!”, so Schweppe.

VdK-Forderungen

VdK-Sozialrechtsexpertin Marlen Holnick und Pressereferentin Katie Göttlinger berichteten von Erfahrungen der VdK-Mitglieder. Stellvertretend für diese pflegenden Angehörigen forderte Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger individuellere Pflegeleistungen, bezahlbare Pflege und mehr Entlastungsangebote. Und mit Blick in die Zukunft sagte Jäger: “Die häusliche Pflege ist weiblich. Rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Frauen gepflegt, die immer häufiger berufstätig sind und eine eigene Familie haben. Das bedeutet eine hohe Mehrfachbelastung. Deshalb fordern wir perspektivisch einen Ausbau der Tages- und Kurzzeitpflege.”

VdK-Forum zur häuslichen Pflege

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  • Die Teilnehmenden des Forums an ihren Tischen.
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  • Hedi Thelen (CDU)
    Hedi Thelen.
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  • Kathrin Anklamm-Trapp (SPD)
    Kathrin Anklamm-Trapp
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  • Katharina Binz (Bündnis 90/Die Grünen)
    Katharina Binz
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  • VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger
    Willi Jäger
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  • VdK-Sozialrechtsexpertin Marlen Holnick.
    Marlen Holnick.
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  • Rainer Zins, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz
    Rainer Zins
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Martha Lubosz

Schlagworte Häusliche Pflege | Pflege | Wissenschaft | Politik | Corona

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