Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz e.V.
22. Oktober 2020

Organspende - eine Chance zur Lebensrettung

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland steht einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber, und immer mehr besitzen einen Organspendeausweis. Für Patienten mit lebensgefährdenden Erkrankungen, wie beispielsweise Herz-, Lungen- oder Nierenversagen, ist ein Spenderorgan die einzige Chance zur Lebensrettung. Zwar ist das Interesse an dem Thema Organspende und die Zahl der tatsächlich gespendeten Organe gestiegen; trotzdem sterben jeden Tag Menschen, die auf ein Spenderorgan warten und jahrelang auf Wartelisten stehen.

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Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr darf man einer Organentnahme zustimmen, beziehungsweise die Entscheidung einer Vertrauensperson übertragen. Ausdrücklich widersprechen kann man bereits ab dem vollendeten 14. Lebensjahr.

Wer seine Organe spenden möchte, benötigt einen Organspendeausweis. Dieser ist bei Apotheken, Arztpraxen, über das Infotelefon "Organspende" oder im Netz – beispielsweise bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – erhältlich. In dem Ausweis wird nicht nur festgehalten, ob man sich für eine Spende entscheidet, sondern auch, ob man sich dagegen entscheidet. Denn falls nichts dokumentiert ist, werden die Angehörigen gefragt, wie sich der Verstorbene mutmaßlich entschieden hätte.

Die Gründe, warum man sich für oder gegen eine Organ- und Gewebespende entscheidet oder noch keine Entscheidung getroffen hat, sind vielfältig.

Viele ignorieren Thema

Auf die Frage nach den Motiven für die Zustimmung zur Organ- und Gewebespende im Organspendeausweis wird zumeist angeführt, dass man anderen Menschen helfen und durch die Spende dem eigenen Tod einen Sinn geben will. Diejenigen, die sich auf ihrem Organspendeausweis gegen eine Organ- und Gewebespende entschieden haben, sind oftmals der Ansicht, nicht als Spenderin oder Spender geeignet zu sein. Andere haben Angst vor Missbrauch beziehungsweise mangelndes Vertrauen aufgrund negativer Berichterstattung . Viele treffen keine Entscheidung, weil sie sich mit dem Thema gar nicht oder zu wenig auseinandergesetzt haben.

Die Frage nach der eigenen Bereitschaft, nach dem Tod Organe und Gewebe zu spenden, ist sehr persönlich und für viele schwer zu beantworten. Schließlich ist das Thema eng mit dem eigenen Tod und dem anderer Menschen verbunden.

Mit dem im Januar 2020 beschlossenen Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende soll künftig die Bereitschaft, Organe nach dem eigenen Tod zu spenden, regelmäßiger erfragt werden. Mit der Reform soll eine Erklärung zur Organspende auch in einem Online-Register und den Ausweisstellen möglich sein. Außerdem sollen Hausärzt*innen die Patient*innen ermuntern, eine Entscheidung zu dokumentieren. Das Gesetz wird zwei Jahre nach seiner Verkündung in Kraft treten, voraussichtlich im ersten Quartal 2022.

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Marlen Holnick