11. Mai 2020

Reha in Corona-Zeiten

Finanzielle Versorgungslücke bei Kranken- oder Arbeitslosengeld

Während der Corona-Zeit haben viele Kliniken ihre medizinischen Rehamaßnahmen reduziert, eingestellt oder unterbrochen. Das ist besonders problematisch für Menschen, die Krankengeld oder Arbeitslosengeld bekommen, und laut Krankenkasse beziehungsweise Agentur für Arbeit eine Reha machen sollen. Sie müssen sich rechtzeitig erkundigen, was in ihrem Fall zu tun ist, damit keine Versorgungslücke entsteht.

Ein Mensch springt über eine Felsspalte.
Kaum zu schaffen: Der Sprung über die Versorgungslücke. | © jigsawstocker/freepik.com

Kranken- und Arbeitslosengeld als Versicherungsleistung werden nur eine bestimmte Zeit lang gezahlt. Danach muss man sich wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern oder je nach Gesundheitszustand eine Reha oder gar Erwerbsminderungsrente beantragen. Dazu dürfen auch die Krankenkasse oder die Arbeitsagentur auffordern.

Doch selbst wenn ein Versicherter innerhalb der angegebenen Frist einen Antrag stellt, könnte es aufgrund der Corona-Einschränkungen sehr lange dauern, bis er eine medizinische Rehabilitation in einer Rehaklinik beginnen kann. Zurzeit soll die Bewilligung bis zu neun Monate weitergelten, weil sich in den Rehakliniken ein Patientenstau gebildet hat.

In einigen Fällen würde die Aufforderung zu einem Reha-Antrag für die Prüfung einer möglichen Erwerbsminderung bei zu langer Wartezeit ins Leere laufen. Gleichzeitig kann auch die Absicherung in Form von Krankengeld auslaufen. Danach sollen Versicherte einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen. Allerdings darf auch die Agentur für Arbeit diesen leistungsgeminderten Arbeitslosen auffordern, einen Antrag auf Reha oder sogar auf Rente zu stellen.

Das ist problematisch für alle Betroffenen, bei denen der Krankengeldanspruch oder das Arbeitslosengeld ausläuft, bevor die Reha angetreten werden kann. Denn dann entsteht eine finanzielle Versorgungslücke.

Sich rechtzeitig informieren

Wichtig ist für Betroffene, sich bei der eigenen Krankenkasse beziehungsweise bei der Agentur für Arbeit zu erkundigen, wie lange man die Leistungen noch bekommt und wie man sich weiter absichern kann. Wer noch mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten kann, muss Grundsicherung für Erwerbsfähige beim Jobcenter beantragen, wenn das Krankengeld beziehungsweise Arbeitslosengeld ausläuft oder zu gering ist.

Liegen aber dafür die Voraussetzungen nicht vor, sollte man sich spätestens nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes gegebenenfalls über die Familienversicherung oder über eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung versichern lassen, bis über den Antrag auf Erwerbsminderungsrente entschieden wird.

Die Deutsche Rentenversicherung ist derzeit personell stark eingebunden wegen der gesetzlich neu eingeführten Grundrente ab dem Jahr 2021. Das bedeutet, dass eine Erwerbsminderungsrente höchstwahrscheinlich erst rückwirkend bewilligt wird. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig an Beratung und Antragstellung im Falle der Hilfebedürftigkeit oder fehlenden Krankenversicherungsschutzes zu denken.

Ida Schneider

Schlagworte Reha | Versorgungslücke

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