30. April 2020

Corona: Deutlich mehr Arbeitslose und Kurzarbeit

Die Auswirkungen der Corona-Krise zeigen sich auf dem rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt. Im April ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer deutlich gestiegen. Der Anstieg betrifft alle Personengruppen. Unternehmen meldeten spürbar weniger Arbeitsstellen. Auch die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit ist in den letzten Wochen stark gestiegen.

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Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im April 117.400 Menschen arbeitslos, 14.700 oder 14,4 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber April 2019 lag die Zahl deutlicher im Plus: vor einem Jahr wurden 21.300 oder 22,2 Prozent arbeitslose Menschen weniger gezählt. Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,2 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 4,6 Prozent und vor einem Jahr 4,3 Prozent.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise haben den rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt vollständig verändert. Die sonst übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr kein Thema. Mehr Anzeigen für Kurzarbeit und Arbeitslosmeldungen dominieren derzeit das Geschehen“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung. Viele Branchen verzeichnen massive Einbußen und überlegen wie es weitergehen kann. Um die Zeit der Krise zu überwinden und Beschäftigte zu halten, greifen die Unternehmen auf Kurzarbeit zurück. Neben der Industrie sind auch viele Dienstleistungsbereiche betroffen. Dass die Kurzarbeit in diesem Umfang in Anspruch genommen wird, bewerte ich unter diesen Umständen positiv.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im April bei 152.700 Personen. Das waren 14.200 oder 10,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt


In den letzten vier Wochen meldeten sich 15.000 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 5.400 oder 57 Prozent mehr als im März. Viele Arbeitslosmeldungen kamen aus einer vorherigen Beschäftigung in der Zeitarbeit, dem Handel, der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, dem Gastgewerbe sowie dem Bereich Verkehr und Lagerei. 6.100 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Monat März war dies ein Rückgang um 3.500 oder 36,3 Prozent.

30.300 offene Arbeitsstellen waren im April gemeldet. Das waren 9.600 oder 24,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Stellenzugang war enorm rückläufig. Im letzten Monat wurden 3.100 neue Arbeitsstellen gemeldet, 3.800 oder 54,9 Prozent weniger als im März.

Kurzarbeit

In der Corona-Krise haben bislang 36.000 Betriebe Kurzarbeit bei den Agenturen für Arbeit angezeigt. In diesen Anzeigen waren 402.000 Beschäftigte angegeben. Die Anträge auf Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Die überwiegende Anzahl kam aus der Gastronomie, dem Gesundheitswesen, dem Einzelhandel, den sonstigen persönlichen Dienstleistungen, zu denen beispielsweise Friseursalons, Kosmetiksalons, und Solarien zählen, dem Handel mit Kraftfahrzeugen sowie der Reparatur von KfZ und dem Großhandel.

Ausbildungsmarkt im April


Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2019 haben 19.500 Jugendliche die Agenturen für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren rund 800 oder 4,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. 22.700 Ausbildungsstellen waren bislang gemeldet, 1.700 oder 6,9 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. „Die konkreten Auswirkungen der Corona Krise auf den Ausbildungsmarkt können wir derzeit noch nicht beziffern. Ich gehe davon aus, dass einige Ausbildungsstellen nicht wie geplant besetzt werden. Wichtig ist, dass wir die jungen Menschen nicht im Stich lassen. Wir führen Gespräche mit unseren Arbeitsmarktpartnern und suchen gemeinsam nach Lösungen“, so Heidrun Schulz. „Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater sind weiterhin für die Kundinnen und Kunden da. Per Mail oder Telefon können die Fragen besprochen werden. Die Bundesagentur für Arbeit bietet ebenfalls ein breites Portfolio an Online-Angeboten, um einen passenden Ausbildungs- oder Studienplatz zu finden."

Schlagworte Corona | Arbeitslose | Kurzarbeit

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