28. April 2020

Häusliche Pflege vor dem Kollaps

VdK fordert Soforthilfen nach österreichischem Vorbild

„Die häusliche Pflege steht kurz vor dem Kollaps“, warnt Willi Jäger, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz. „Wir brauchen Sofortmaßnahmen nach österreichischem Vorbild!“ Mehr als Dreiviertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Doch wegen der Corona-Krise haben tausende ausländische 24-Stunden-Pflegehelfer das Land verlassen, die Angehörigen sind auf sich alleine gestellt. Alten- und Pflegeheime nehmen zurzeit kaum neue Bewohner auf.


Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz fordert ein branchenübergreifendes Konzept von Unterstützungsmaßnahmen wie in Österreich, um pflegende Angehörige während der Corona-Krise zu unterstützen. So könnten Städte und Landkreise Hotlines für Betroffene und Familienangehörige einrichten und die Kapazitäten von ambulanten Pflegediensten und Heimen zentral steuern. Auch Pflegekassen und Pflegestützpunkte sollten mit einbezogen werden. „Oft ist es im Pflege-Notfall nicht möglich, sämtliche Heime, ambulante Pflegedienste und Vermittlungsagenturen der Umgebung abzutelefonieren, in der Hoffnung kurzfristig eine 24-Stunden-Pflegekraft zu finden“, erklärt VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger. „Hinzu kommen finanzielle Sorgen der Angehörigen, die nicht arbeiten gehen können, solange sie keine neue Pflegekraft gefunden haben.“

Der VdK fordert daher die kurzfristige Ausweitung des Pflegeunterstützungsgelds von derzeit zehn auf 30 Tage*. Als Brutto-Pflegeunterstützungsgeld werden 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts gezahlt. „Das ist vor allem bei kleinen Einkommen besser als Kurzarbeitergeld“, verdeutlicht VdK-Chef Jäger.

Österreich hat bereits aufgrund der Corona-Krise einen Sonderfonds aufgelegt, mit dem Pflege-Hotlines eingerichtet und in derzeit leerstehenden Reha-Kliniken Notplätze für Pflegebedürftige geschaffen werden. Zudem werden monatlich bis zu 550 Euro zusätzlich zum Pflegegeld gezahlt, wodurch die Schwarzarbeit zurückgeht. Diese steuer- und abgabenfreien Boni sollte es nach Ansicht des VdK sowohl für Pflegekräfte im stationären als auch im ambulanten Bereich geben. „Auch müssen zeitnah länderübergreifende Absprachen mit osteuropäischen Ländern zur Ein- und Ausreise dringend benötigter Pflegekräfte getroffen werden, wie dies bei den Erntehelfern möglich war“, fordert VdK-Chef Jäger. „Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dürfen in einer solchen Ausnahmesituation nicht allein gelassen werden!“

+++Aktualisierung 13.5.2020+++

*Die Bundesregierung lenkt ein: Sie weitet das Pflegeunterstützungsgeld auf Druck des Sozialverbands VdK aus. Der Anspruch soll jetzt auf 20 Tage ausgedehnt werden: www.vdk.de/permalink/79516

Katie Göttlinger

Schlagworte Corona-Pandemie | Häusliche Pflege | Pflegeunterstützungsgeld | Pflegedienste

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