20. April 2020

Erleichterung für Arbeitskräfte in Corona-Zeiten

Aufgrund der Corona-Krise gibt es befristete Änderungen bei BAföG, Rente und kurzfristiger Beschäftigung. Der VdK gibt einen Überblick.

© Pixabay


Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen verstärkt Studierende der Medizin in fortgeschrittenen Semestern, aber auch Ärztinnen und Ärzte, die kürzlich in den Ruhestand gegangen waren, um Mithilfe gebeten. Auch im Pflegebereich, in sozialen Einrichtungen und in der Landwirtschaft werden zusätzliche Arbeitskräfte für eine Übergangszeit benötigt.

Damit Menschen, die in der gegenwärtigen Situation als Arbeitskräfte einspringen, durch den zusätzlichen Verdienst keine Nachteile erleiden, gibt es unter anderem beim BAföG und bei vorgezogenen Altersrenten Ausnahmebestimmungen.

Erleichterungen beim BAföG


Beim BAföG wird Einkommen normalerweise auf den gesamten Bewilligungszeitraum umgerechnet. Bei einer Medizinstudentin, die von April bis Juni in einem Krankenhaus arbeitet, deren BAföG aber noch bis Oktober bewilligt ist, würde dies dazu führen, dass auch nach Ende der Tätigkeit nur ein reduziertes BAföG gezahlt wird. Schlimmstenfalls würden einige Monate mit hohem Verdienst zum Wegfall des BAföG auch für den restlichen Zeitraum führen.

Durch ein neues Gesetz wird nun geregelt, dass der BAföG-Anspruch vor Beginn und nach Ende der zusätzlichen Tätigkeit in der Pandemiebekämpfung oder der Landwirtschaft weiterhin erhalten bleibt. Das Einkommen wird nur in jenen Monaten auf das BAföG angerechnet, in denen es tatsächlich erzielt wird. Die Regelung gilt rückwirkend zum 1. März 2020. Zudem wurde bereits durch Erlass festgelegt, dass der BAföG-Anspruch auch bestehen bleibt, wenn eine Hochschule wegen des Coronavirus geschlossen wurde.

Höherer Hinzuverdienst im Vorruhestand

Die Bestimmungen für Menschen mit einer vorgezogenen Altersrente sind noch umfassender. Hier wurde die Hinzuverdienstgrenze für das gesamte Kalenderjahr 2020 pauschal auf 44.590 Euro erhöht. Bis zu dieser Grenze kann man Erwerbseinkommen erzielen, ohne dass die Rente gekürzt wird.

Dies gilt nicht nur für Beschäftigte in Medizin, sozialen Einrichtungen und Landwirtschaft, sondern für alle Frührentnerinnen und -rentner. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze darf man ohnehin unbegrenzt hinzuverdienen. Für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten gelten die Ausnahmen dagegen nicht.

Längere Saisonarbeit möglich

Eine kurzfristige Beschäftigung, die aufgrund ihrer Art oder durch vertragliche Bestimmungen zeitlich begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird, ist grundsätzlich sozialabgabenfrei. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Studierende, Hausfrauen/Hausmänner oder Beschäftigte mit einem anderen Hauptberuf für maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres nebenbei arbeiten.

Für die Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020 ist die Grenze auf fünf Monate oder 115 Arbeitstage angehoben worden. Damit soll vor allem Saisonkräften in der Landwirtschaft eine längere Beschäftigung ermöglicht werden.

Moritz Ehl

Schlagworte Bafög | Hinzuverdient | Rente

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