9. April 2020

Steuertipps zu Corona

Lohnersatzleistungen steuerfrei, dafür höherer Steuersatz

Von Betriebsschließungen bis Quarantäne: Durch die Corona-Pandemie wurden einige Maßnahmen getroffen, um weitere Infektionen zu vermeiden. Im Zuge dessen hat die Bundesregierung unter anderem den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert. Wie wirken sich diese und andere Lohnersatzleistungen steuerlich auf Arbeitnehmer aus?

Eine Folge der Korona-Krise: Leere Großraumbüros. | © Kate Sade/Unsplash


Stellt der Arbeitgeber – etwa wegen Lieferengpässen – auf Kurzarbeit um oder ordnet die Behörde die Betriebsschließung an, bekommen viele Arbeitnehmer nun Kurzarbeitergeld. Diese Zahlung fällt unter die Lohnersatzleistungen und ist damit steuerfrei. Aber: Lohnersatzleistungen unterliegen dem Progressionsvorbehalt (gemäß Paragraf 32b Einkommenssteuergesetz). Das bedeutet, dass sich der persönliche Prozentsatz erhöhen kann, mit dem das übrige Einkommen versteuert wird. Demnach müssen manche Arbeitnehmer mehr Einkommensteuer zahlen.

Quarantäne

Wenn die Behörde wegen Infektionssrisiko beispielsweise Tätigkeitsverbote oder Quarantäne auferlegt, erhält der Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung nach Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes. Das wird allerdings als Alternative zum Kurzarbeitergeld gezahlt, nicht zusätzlich. Auch diese Zahlung gehört zu den Lohnersatzleistungen und wird demnach bei der Einkommensteuer unter Progressionsvorbehalt mitberücksichtigt.

Krankheit

Wer erkrankt ist oder bei dem eine Ansteckungsgefahr besteht, gilt als arbeitsunfähig. In diesem Fall erhalten Betroffene von ihrem Arbeitgeber sechs Wochen lang ihr volles Gehalt. Dauert die Krankheit länger, haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf Krankengeld. Dieses Krankengeld zählt auch zu den progressiven Lohnersatzleistungen. Weitere Leistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, sind zum Beispiel:

  • Arbeitslosengeld
  • Elterngeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Zuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Insolvenzgeld
  • Übergangsgeld
  • Verletztengeld

Lohnersatzleistungen

Achtung: Wer im Laufe eines Kalenderjahres insgesamt mehr als 410 Euro an Lohnersatzleistungen erhält, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, ist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. In der Steuererklärung müssen dann alle Beträge eingetragen werden, die man bekommen hat.

Vom Leistungsträger erhält man eine Bescheinigung für die Steuerunterlagen und zur Vorlage beim Finanzamt. Darauf stehen Leistungsbezugsdauer und die Höhe des gezahlten Betrags. Außerdem werden die Daten elektronisch an die Finanzbehörde übermittelt.

Tipp

Wer verheiratet ist und Lohnersatzleistungen unter Progressionsvorbehalt bezogen hat, sollte bei der Einkommensteuererklärung die Veranlagungsform prüfen. Oft ist eine Einzelveranlagung von Ehegatten in diesem Fall günstiger als eine gemeinsame Steuererklärung.

Als Lohnsteuerhilfeverein übernimmt der Steuerring die komplette steuerfachliche Betreuung seiner Mitglieder. Allein in Rheinland-Pfalz unterhält er 38 Beratungsstellen. Aufgrund einer Kooperation entfällt für VdK-Mitglieder die einmalige Aufnahmegebühr. Kontakt: Telefon (kostenlos) 0800 9 784 8 00, E-Mail info@steuerring.de . Mehr Infos unter www.steuerring.de.

Vivien von Boscamp

Schlagworte Steuerring | Steuern | Corona | Kurzarbeitergeld | Lohnersatzleistung

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