Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz e.V.
19. März 2020

Hilfe zur Pflege

Die soziale Pflegeversicherung in Deutschland ist eine große Errungenschaft. Aber angesichts steigender Heimkosten fragen sich viele Menschen: Was ist, wenn die Leistungen der Pflegeversicherungen trotzdem nicht ausreichen? Wann springt der Staat ein? Gerade über die Sozialleistung „Hilfe zur Pflege“ herrscht viel Halbwissen.

© Josh Appel / Unsplash

Man kann über das örtliche Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ beantragen, wenn ein Pflegebedarf festgestellt ist und Einkommen und Vermögen der oder des Pflegebedürftigen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.
Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ältere Menschen in ein Pflegeheim ziehen, dessen Kosten so hoch sind, dass die Pflegeversicherung und die Rente nicht ausreichen, um sie zu decken. Aber auch jüngere pflegebedürftige Menschen mit einer Behinderung nehmen Hilfe zur Pflege in Anspruch.

Entlastung

Wenn Pflegebedürftige Hilfe zur Pflege beantragen – muss man dann befürchten, dass Partner, Kinder oder Enkelkinder zur Zahlung an das Sozialamt herangezogen werden?

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner werden tatsächlich immer gemeinsam veranschlagt. Bei der Bewilligung der Leistung werden also Bedarf, Einkommen und Vermögen beider Partner zusammengerechnet.

Bei Kindern und Eltern von Pflegebedürftigen ist es mit einer Gesetzesänderung seit Januar 2020 dagegen zu einer Entlastung gekommen. Wenn sie weniger als 100.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen haben, können sie nicht von den Sozialhilfeträgern zum Unterhalt herangezogen werden.

Enkelkinder oder Schwiegerkinder sind in der Sozialhilfe gar nicht unterhaltspflichtig.

Das Thema des Monats April erläutert die Voraussetzungen und der Umfang der Hilfe zur Pflege sowie die kürzlich erfolgten Änderungen.

Hier unser Thema des Monats als Broschüre

Moritz Ehl