25. September 2019

Kostenübernahme der Liposuktion ab Stadium 3

Laut Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird die Liposuktion beim Lipödem ab Stadium 3 nun in bestimmten Fällen zur Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Patientinnen müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die in den Richtlinien der G-BA aufgeführt sind.

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Das Lipödem ist eine krankhafte Fettvermehrungsstörung, unter der fast ausschließlich Frauen leiden. Die Symptome treten zumeist an Armen und Beinen auf und können insbesondere in Stadium 3 zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Durch die Liposuktion wird dieses Fettgewebe chirurgisch entfernt.

Die Neuregelung gilt nicht für alle Betroffenen: Vielmehr hat der G-BA bestimmte Richtlinien festgelegt, welche Patientinnen für die Behandlung in Frage kommen. Patientinnen, bei denen sechs Monate vor der Indikationsstellung die Beschwerden mit einer ärztlich verordneten konservativen Therapie nicht gelindert werden konnten, können die Kosten gegenüber ihrer Krankenkasse geltend machen. Bei Patientinnen mit einem Body Mass Index (BMI) ab 35 soll zunächst die Adipositas behandelt und das Gewicht reduziert werden, bevor eine Liposuktion durchgeführt werden kann.

Voraussetzung für die Liposuktion ist die ärztlich gesicherte Diagnose des Lipödems in Stadium 3. Der behandelnde Arzt muss bestätigen, dass die Patientin an einer übermäßigen Fettgewebsvermehrung mit überhängenden Gewebeanteilen von Haut und Unterhaut sowie einem Druck- oder Berührungsschmerz im Weichteilgewebe der betroffenen Gliedmaßen leidet. Hände und Füße müssen nicht betroffen sein.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass vor der Operation eine sechsmonatige konservative Therapie durchgeführt wurde. Zu den konservativen Therapien gehören Behandlungen wie Lymphdrainagen, Kompressionen oder Bewegungstherapie. Ist nach diesen sechs Monaten keine Linderung der Beschwerden eingetreten, kann die Liposuktion ärztlich verordnet werden.

Der G-BA hat bezüglich der Qualitätssicherung unter anderem festgelegt, dass vor dem ersten Eingriff eine Operationsplanung erfolgen und dokumentiert werden muss. Darin werden die zu behandelnden Körperareale der Patientin und die voraussichtliche Anzahl der Eingriffe festgelegt sowie die Menge an abzusaugendem Fettgewebe. Damit die Liposuktion von der GKV bezahlt wird, müssen laut G-BA Fachärzte die Indikationsstellung und die Operation übernehmen. Hierbei kann es sich um Fachärzte für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie sowie andere operativ tätige Fachärzte handeln, wenn sie die vom G-BA festgelegten Anforderungen erfüllen.

Der Beschluss ist zunächst bis zum 31. Dezember 2024 befristet. Der G-BA hatte bereits im Januar beschlossen, eine Erprobungsstudie für Patientinnen mit Lipödem in den Stadien 1 und 2 durchzuführen. Die Ergebnisse sollen Ende 2024 vorliegen. Interessenten für die Teilnahme an dieser Studie können sich bis zum 31. Dezember 2019 melden. Weitere Informationen finden Sie unter www.erprobung-liposuktion.de. Die Erkenntnisse aus den drei Stadien bilden die Grundlage für das weitere Verfahren des G-BA.

Marlen Holnick

Schlagworte Gemeinsamer Bundesausschuss | Lipödem | Liposuktion | Fettgewebsvermehrung

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