27. September 2019

„Die Aufgaben werden uns nicht ausgehen“

VdKler Michael Jörg setzt sich für mehr barrierefreie Angebote beim ZDF ein

Was haben ein Feuerwehrmann aus Sachsen, eine Professorin für digitale Medien, eine frühere Weltmeisterin im Degenfechten und ein VdKler aus Rheinland-Pfalz gemeinsam? Sie alle sitzen als Vertretung der Zivilgesellschaft im Fernsehrat des ZDF. Bei seiner jüngsten Sitzung im September in Mainz beschäftigte sich das Gremium unter anderem mit der Barrierefreiheit in den Medienangeboten des ZDF.

© John Tuesday, Unsplash

„Barrierefreie Angebote bieten einen Mehrwert für alle“, davon ist Michael Jörg überzeugt. Das VdK-Mitglied aus der Nähe von Trier ist seit 2016 Mitglied im Fernsehrat des ZDF. Sein wichtigstes Anliegen: die Verfügbarkeit von Gebärdensprache, Audiodeskriptionen und leichter Sprache zu steigern. Das ZDF sei hier schon weit gekommen: für fast achtzig Prozent des Programms sind Untertitel verfügbar, und zuletzt wurden zusätzliche Sendungen in das Angebot in Gebärdensprache aufgenommen. Dennoch gebe es noch viel zu tun.

Nicht nur Jörg, sondern auch andere Mitglieder des Gremiums weisen in der Diskussion darauf hin, dass eine hohe Nachfrage für derartige Angebote bestehe – und nicht nur von Nutzerinnen und Nutzern mit einer Behinderung. So verwenden viele Deutschlernende Untertitel, um beim Fernsehen nebenbei ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Audiodeskriptionen von Fußballspielen schalten einige auch dazu, um während der Haushaltsarbeit nebenbei das Spiel mitzuverfolgen. Und Michael Jörg berichtet: „Ich kenne ältere Menschen, die die Nachrichtensendungen nicht mehr richtig verstehen. Dort wird zu schnell und zu kompliziert gesprochen und zu wenig erklärt – deshalb schauen sie lieber Logo auf dem Kinderkanal!“ Dieser Zielgruppe könnten Angebote in „leichter Sprache“ weiterhelfen.

Aufgrund der schnellen Veränderungen in der Medienwelt stellen sich immer neue Herausforderungen. „Früher dachte ich, wir kämen irgendwann an den Punkt, an dem endlich alle Angebote barrierefrei sind“, bekennt Jörg. Aber das ZDF produziert längst nicht mehr nur lineares Fernsehen, sondern multimediale Angebote, die wiederum in andere Plattformen eingebunden werden. In dieser Kette gehen Untertitel oder Audiodeskriptionen schnell einmal verloren.

Die Digitalisierung bietet zugleich auch große Chancen: mit Computerunterstützung ist es heute viel einfacher und billiger, Untertitel zu erzeugen oder eine Audiodeskription zu planen. Einer der nächsten Schritte könnte ein virtueller Gebärdendolmetscher sein, der beispielsweise eine Talkshow automatisch übersetze. Alles immer mit dem großen Ziel im Auge: die uneingeschränkte Teilhabe aller Zuschauerinnen und Zuschauer.

Moritz Ehl

Schlagworte Barrierefreiheit | Medien | Fernsehen

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