31. Juli 2019

Erfolgreiche VdK-Stipendiatin

Mit der Note 1,0 hat VdK-Stipendiatin Julia Hirschwald ihre Bachelor-Arbeit abgeschlossen! Die 26-jährige studierte in Mainz an der Katholischen Hochschule im Bereich „Gesundheit und Pflege“ und wurde vom Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz mit 150 Euro im Monat gefördert. Ihre Forschung zum Thema „Schluckstörungen“ soll den Grundstein für bessere Therapiemethoden legen.

Marlen Holnick (links) und VdK-Stipendiatin Julia Hirschwald (links) | © Marina Blaskic


„Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!“ begrüßte Marlen Holnick die VdK-Stipendiatin Julia Hirschwald in der Landesverbandsgeschäftsstelle in Mainz. „Wir freuen uns, dass wir Sie unterstützen konnten. Besonders gefällt uns bei Ihrer Forschung der Praxisbezug; das wird vielen Menschen helfen.“ Holnick ist Leiterin der Abteilung „Sozialpolitik und Sozialrecht“ und für das VdK-Stipendium zuständig.

„Wenn man gesund ist, denkt man beim Essen und Trinken zunächst gar nicht an Schluckstörungen. Aber sie sind keine Seltenheit und können sogar gefährlich werden“, erläuterte Julia Hirschwald ihren Forschungsschwerpunkt. „Etwa die Hälfte aller Schlaganfallpatienten leidet daran, aber auch Kinder mit Down-Syndrom, Demenzkranke oder Menschen mit anderen neurologischen Erkrankungen. Die Betroffenen bekommen teilweise Luftnot und Lungenentzündungen, viele können nicht mehr ausreichend essen. Es ist wichtig, Schluckstörungen schnell zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.“

Aber um eine bestmögliche Therapie zu entwickeln, benötigt man Vergleichsdaten. Deswegen untersuchte Julia Hirschwald mit einem Computerprogramm, wie schnell gesunde Menschen ihr Schluckverhalten ändern können. Das Verfahren läuft folgendermaßen: Elektroden werden auf den Unterkiefer geklebt und an den Computer angeschlossen. Auf dem Bildschirm sieht man die Schluckbewegung als kurvenähnlichen Ausschlag – wie bei einem EKG-Gerät. Wenn ein grünes Viereck erscheint, müssen die Testpersonen im richtigen Moment mit der richtigen Kraft schlucken und dieses Viereck treffen.

„Um das Thema allgemein weiter voranzubringen, brauchen wir mehr Studien und mehr Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen wie Ärzten, Krankenschwestern, Ergo- und Physiotherapeuten“, so Julia Hirschwald. „Aber leider haben die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger wenig Interesse daran. Dabei würde nicht nur den Betroffenen schneller geholfen, sondern langfristig auch den Krankenkassen viel Geld gespart, wenn Schluckstörungen schneller behandelt oder bei fortschreitenden Erkrankungen (wie beispielsweise Demenz) zumindest hinausgezögert werden können.“

Julia Hirschwald ist bereits die vierte Stipendiatin, die der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz förderte. „Wir unterstützen gern junge Wissenschaftler, denn ihre Forschungsergebnisse kommen auch unseren Mitgliedern zu Gute“, erklärte Marlen Holnick. „Und wir als VdK-Sozialabteilung arbeiten mit den Ergebnissen, zum Beispiel für unsere Stellungnahmen – so können wir Druck auf die Politik ausüben und zu umfangreicheren Leistungsansprüchen gegenüber den Krankenkassen beitragen.“

Geplant sei außerdem ein Treffen aller bisher geförderten VdK-Stipendiatinnen, um Erkenntnisse auszutauschen und Forschungszweige zu verknüpfen. Ob Julia Hirschwald in naher Zukunft daran teilnehmen kann, ist allerdings fraglich: Sie beginnt ab September 2019 ein Masterstudium im irischen Dublin mit dem Schwerpunkt „Forschung und Schluckstörung“.

Michael Finkenzeller

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