18. April 2019

Wette auf die Zukunft

Sozialverband VdK und "Steuerring" informierten über die Versteuerung von Renten

Steuern auf Renten – darüber hat sich früher niemand Gedanken gemacht. Doch seit dem Alterseinkünftegesetz von 2005 ist das anders. Jedes Jahr rutschen mehr Rentner in die Steuerpflicht, und die Verunsicherung ist dementsprechend groß. Deswegen hat der Sozialverband VdK zusammen mit seinem Kooperationspartner "Steuerring" eine Info-Veranstaltung zu dem Thema gemacht.

Eine größere Gruppe hört einem Referenten zu.
Der VdK-Sozialrechtsexperte Moritz Ehl (rechts) erklärte Chancen und Risiken beim fließenden Übergang in den Ruhestand. | © Michael Finkenzeller

"Früher wurde bis 65 gearbeitet, dann kam die Rente. Heute ist das anders", erklärte VdK-Sozialrechtsexperte Moritz Ehl einleitend. "Der Übergang vom Arbeitsleben zum Ruhestand soll fließender werden, mit mehr Wahlmöglichkeiten für den Rentner. So will es der Gesetzgeber. Das birgt natürlich sowohl Chancen als auch Risiken."

Es gebe zum einen verschiedene Rentenarten wie die "Regelaltersrente", die "Rente für langjährig Versicherte", die "Rente für Schwerbehinderte" und die so genannte "Rente mit 63". Zum anderen könne jeder Rentner überlegen, ob er zum Beispiel seine Arbeitsstunden reduziert und langsam "in die Rente hineinwächst", vorzeitig mit Abschlägen in Rente geht oder zusätzlich in die Rentenkasse einzahlt. "Es ist immer eine Wette auf die Zukunft", so Ehl.

"Diese Flexibilität in der Rentengestaltung spiegelt sich auch in den Steuergesetzen wider", übernahm Doris Nehrbauer, Leiterin der Steuerring-Beratungsstelle in Mainz. "Noch vor 2005 haben viele Steuerfachleute zu Rentnern gesagt: Einmal steuerbefreit, immer steuerbefreit. Doch seit 2005, mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes, haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Wer letztes Jahr noch von der Steuer befreit war, kann dieses Jahr plötzlich steuerpflichtig sein.“

Entscheidend sei der Besteuerungsanteil der Rente: Er legt fest, welcher Anteil der Rente besteuert wird – und dieser steigt stetig. "Im Jahr 2005 waren es für Neurentner 50 Prozent, aktuell sind es 78 Prozent und im Jahr 2040 wird die komplette Rente mit 100 Prozent besteuert", erklärt Doris Nehrbauer. Dabei müssen Rentner besonders die Erhöhungsbeträge ihrer Renten betrachten, da diese immer voll besteuert werden – dadurch kann man in die Steuerpflicht "rutschen".

Ob tatsächlich Steuern gezahlt werden müssen, hänge vom Grundfreibetrag ab. Dieser regelt, welcher Teil des zu versteuernden Einkommens steuerfrei bleibt. Im Jahr 2019 beträgt der Grundfreibetrag für Alleinstehende 9.168 Euro und für Ehepaare 18.336 Euro. "Wer unter dem Grundfreibetrag liegt, muss keine Steuern zahlen", so die Steuerring-Expertin. "Wer mehr hat, muss überprüfen, was er steuerlich geltend machen kann – zum Beispiel Spenden, Krankheitskosten, Fahrten zum Arzt, Werbungskosten oder Pauschbeträge für eine Behinderung." Umgekehrt gebe es natürlich auch Fälle, in denen trotz niedriger Renten Steuern anfallen – zum Beispiel, weil Mieteinnahmen hinzukommen.

"Ob eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung vorliegt, sollte man am besten von Fachleuten überprüfen lassen", rät Nehrbauer, "denn die Finanzbehörden prüfen und fordern vermehrt bei Rentnern Steuererklärungen für zurückliegende Jahre an. Selbst wenn man jahrelang nichts hört – irgendwann gibt es eine Prüfung und man muss alle aufgelaufenen Steuern auf einmal zurückzahlen. Das tut dann weh."

Michael Finkenzeller

Schlagworte Rente | Steuern

Der Sozialverband VdK - ein starker Partner

Unabhängig. Solidarisch. Stark: Der Sozialverband VdK stellt sich vor. Erfahren Sie, wofür sich Deutschlands größter Sozialverband einsetzt und warum es sich lohnt, Mitglied zu werden.

Themenbild: Landkarte von Rheinland-Pfalz mit allen Kreisgeschäftsstellen und Rechtsschutzstellen des Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz eingezeichnet
© VdK

Die Geschäftstellen der Kreisverbände finden Sie in ganz Rheinland-Pfalz. Hier finden Sie unsere
Kreisverbände

Foto: Hände von unterschiedlichen Menschen liegen übereinander
© Unsplash

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz hat seine Grundprinzipien veröffentlicht.
Unser Leitbild

Foto: Teilnehmer der Sozialrichtertagung, vorne rechts Jürgen Abt, Leiter der Rechtsschutzabteilung
© Michael Finkenzeller

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz bietet Schulungen für ehrenamtliche Richter an. Mehr Infos

Symbolfoto: Ein Briefumschlag mit einem großen @-Zeichen darin.
© S. Hofschläger/pixelio.de

Wir möchten Sie sozialpolitisch auf dem Laufenden halten. Abonnieren Sie unseren VdK-Newsletter.

Symbolfoto: Zwei junge Frauen bei der Beratungsstelle einer Krankenkasse.
© AOK-Mediendienst

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz bietet seinen Mitgliedern in allen Angelegenheiten des Sozialrechts Beratung

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.