14. Mai 2019

„Ich helfe – und wer hilft mir?“

Erste Hilfe ist Ehrensache – der VdK-Sozialrechtstipp beleuchtet die Absicherung im Notfall

Zivilcourage ist lobenswert und nicht mehr selbstverständlich. Menschen, die anderen helfen, riskieren manchmal ihr eigenes Leben. Doch was viele nicht wissen: Wer nicht hilft, obwohl er dazu in der Lage wäre, macht sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Unzumutbar sind nur solche Hilfeleistungen, die das Leben des Helfers oder dessen Schutzbefohlenen gefährden. Alles Wissenswerte erläutert unser neuer Sozialrechtstipp.

Eine Frau beugt sich über ein im Gras liegendes Kind.
Eine bewusstlose Person bringt man in die stabile Seitenlage. Danach setzt man den Notruf 112 ab und beginnt bei fehlender Atmung mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. | © Pixabay

Wer als Erst- oder Pannenhelfer nach bestem Wissen und Gewissen bestmögliche Hilfe leistet, macht sich nicht strafbar, wenn er bei den Hilfeleistungen Fehler macht. Außerdem ist der Ersthelfer versichert, falls er bei der Hilfe selbst zu Schäden kommt.

Wenn bei der Hilfeleistungen beispielsweise Kleidung beschädigt oder verschmutzt wird, kann man sich an die Haftpflichtversicherung des Verunfallten wenden. Aber auch die gesetzliche Unfallversicherung bleibt nicht außen vor. Wenn der Staat schon von seinen Staatsbürgern verlangt, dass sie Erste Hilfe leisten, sollen diese nicht noch auf den Kosten sitzen bleiben.

Selbst wenn man nur herausfinden möchte, ob Hilfe überhaupt benötigt wird – beispielsweise als Pannenhelfer – unterliegt man bereits dem Versicherungsschutz. Maßgeblich ist dabei, dass die Ersthelfer in „berechtigter und objektiver Weise“ von einer Situation ausgehen können, in der Hilfe erforderlich ist. Alleine die subjektive Einschätzung des Helfers, dass eine Notsituation besteht, reicht für den Versicherungsschutz nicht aus. Dies zeigt ein Beispiel aus der aktuellen Rechtsprechung:

Eine Frau sah, dass ein Fahrer im Auto Probleme hatte, ging zusammen mit anderen drei Personen zum Auto, um es anzuschieben. In der Zwischenzeit startete der Fahrer das Fahrzeug und überrollte die Frau, wodurch sie schwer verletzt wurde. Vor Gericht wurde sie als sogenannte „Wie-Beschäftigte“ beurteilt und konnte dadurch Entschädigungsansprüche gegen die Unfallkasse stellen.

Gut zu wissen: Bei Ersthelfern ist derjenige Unfallversicherungsträger zuständig, in dessen örtlichem Zuständigkeitsbereich die Hilfeleistung erfolgt ist. Die Adressen findet man auf der Internetseite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter www.dguv.de.

Ida Schneider

Schlagworte Erste Hilfe

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