17. Januar 2019

Das ändert sich 2019 im Sozialrecht

Mehr Geld für fast alle: Arbeitnehmer, aber auch Rentner dürfen sich freuen

2019 verspricht für die meisten Bundesbürger finanziell ein gutes Jahr zu werden. Entlastungen bei den Krankenkassenbeiträgen, Verbesserungen bei der Rente: Die Bundesregierung hat für 2019 viele Änderungen auf den Weg ­gebracht. In unserem Sozialrechtstipp fassen wir die Neuerungen zusammen.

Für die meisten Bürger bleibt 2019 mehr Geld übrig. | © Unsplash


In der gesetzlichen Krankenversicherung wird der bisher vom Arbeitnehmer allein zu zahlende und von Kasse zu Kasse unterschiedliche Zusatzbeitrag wieder zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen. Bei Rentnern trägt diese Hälfte die Rentenversicherung. Den Pflegeversicherungsbeitrag stemmen Rentner aber nach wie vor alleine. In der Pflegeversicherung steigt hingegen der Beitragssatz auf 3,05 Prozent.

Eine positive Änderung in der Pflegeversicherung betrifft pflegende Angehörige, die eine medizinische Rehabilitation in Anspruch nehmen. In diesem Fall soll sich der Pflegebedürftige in derselben Reha-Einrichtung betreuen lassen können wie der pflegende Angehörige. Dazu sollen den pflegenden Angehörigen stationäre statt ambulante Reha-Leistungen bewilligt werden.

Für hauptberuflich Selbstständige wird die monatliche, sogenannte Mindestbemessungsgrenze für Einkommen in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung von bisher 2.283,75 Euro auf 1.038,33 Euro gesenkt. Dies entlastet Selbstständige mit geringem Einkommen. Den Zusatzbeitrag tragen freiwillig Krankenversicherte alleine.

In der Arbeitslosenversicherung sinkt der Beitragssatz auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Im Jahr 2018 lag er noch bei drei ­Prozent. Positiv ist, dass für die Ermittlung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld der Bemessungszeitraum auf 30 Monate aus­gedehnt wurde. Dies bedeutet, dass Arbeitslose, die in den vergangenen 30 Monaten eine Versicherungszeit von mindestens zwölf Monaten nachweisen können, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld bekommen. Bisher betrug der Zeitraum lediglich 24 Monate.

Eine wichtige Neuerung in der Rentenversicherung ist, dass Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, nun 2,5 Jahre an Kindererziehungszeiten zugerechnet werden. Dies ergibt zweieinhalb Rentenpunkte statt bisher zwei Rentenpunkten und ein Plus von 16,02 Euro pro Kind im Monat für den Rentenbezieher.

Begrüßenswert ist außerdem die höhere Zurechnungszeit bei Erwerbsminderungsrenten ab Rentenbeginn 2019. Die Zurechnungszeit richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Dabei wird man so gestellt, als hätte man bis zum aktuellen Renteneintrittsalter des entsprechenden Jahres gearbeitet. Der Beitragssatz in der Rentenversicherung erhöht sich nicht.

Ab Juli 2019 wird das Kindergeld um zehn Euro pro Kind und Monat erhöht. Der Kindergeldzuschlag beträgt derzeit bis zu 170 Euro pro Kind, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Ab Juli 2019 soll der monatliche Höchstbetrag um 15 Euro angehoben werden.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt von 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Insbesondere Personen, die einen Minijob ausüben und eine Erwerbsminderungsrente beziehen, müssen auf die jährliche Hinzuverdienstgrenze achten.

Insbesondere Langzeitarbeitslose profitieren von einer Teilhabeleistung in Form von Zuschüssen zu den Lohnkosten. Dies soll Menschen, die länger als sieben Jahre lang ohne Beschäftigung waren und mindestens 25 Jahre alt sind, den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.

Ida Schneider

Schlagworte Krankenversicherung | Rente | Arbeitslosenversicherung | Mindestlohn | Kindergeld | 2019

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