Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung

Beiträge für freiwillige Krankenversicherung werden vorläufig festgesetzt

Freiwillig krankenversicherte Selbstständige müssen eine Neuregelung beachten: Seit dem 1. Januar 2018 werden ihre Krankenversicherungsbeiträge nur vorläufig festgesetzt. Die endgültige Höhe der Beiträge ergibt sich künftig nach Vorlage des Einkommenssteuerbescheids, wodurch sich Erstattungen, aber auch Nachforderungen ergeben können. Es empfiehlt sich daher, entsprechende Rücklagen zu bilden.

© Harry Hautumm/pixelio.de


Bislang wurde die Beitragsfestsetzung nur bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit unter Vorbehalt gestellt. Dies gilt nun für alle freiwillig versicherten Selbstständigen. Die vorläufig ermittelten Beiträge werden anhand des Einkommenssteuerbescheids, also auf Grundlage der tatsächlich erzielten beitragspflichtigen Einnahmen für das jeweilige Kalenderjahr endgültig festgesetzt. Mit dieser Neuregelung kann es zu Erstattungen oder Nacherhebungen für die Vergangenheit kommen. Es empfiehlt sich daher, entsprechende Rücklagen zu bilden.

Schnellstmöglich den aktuellen Einkommenssteuerbescheid vorlegen


Nach Vorlage eines neuen Einkommensteuerbescheids werden die Beiträge dann vom Beginn des folgenden Monats wieder zunächst vorläufig festgesetzt. Bei veränderten Einkünften ändert sich der Krankenversicherungsbeitrag dementsprechend, sofern die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten wird. Diese liegt im Jahr 2018 bei 4.425 Euro im Monat und ab 2019 bei 4.537,50 Euro. Bei jährlich schwankenden Einnahmen empfiehlt es sich daher, schnellstmöglich den aktuellen Einkommensteuerbescheid vorzulegen, um hinsichtlich der Beitragsfestsetzungen besser planen zu können.

Für die endgültige Beitragsfestsetzung ist eine dreijährige Frist nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres vorgesehen.

Keine vorläufige Beitragsfestsetzung erfolgt für freiwillig Versicherte, deren erklärte beziehungsweise zuletzt nachgewiesene beitragspflichtige Einnahmen die Beitragsbemessungsgrenze überschritten haben. Ihre Beitragshöhe wird auf der Grundlage der Beitragsbemessungsgrenze sofort endgültig festgesetzt. Für den Fall, dass später doch ein Nachweis von Einnahmen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze erfolgt, besteht auf Antrag ein Erstattungsanspruch.

Eine vorläufige Festsetzung erfolgt auch dann, wenn für einzelne beitragspflichtige Einnahmen unterschiedliche Beitragssätze relevant sind. Dies gilt zum Beispiel bei einer freiwilligen Versicherung ohne Krankengeldanspruch, bei der zu den beitragspflichtigen Einnahmen Versorgungsbezüge gehören.

Marlen Holnick

Schlagworte Krankenversicherung | Selbständige | Beiträge

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