25. Oktober 2018

VdK demonstriert für Sozialticket

Ein Sozialticket für Rheinland-Pfalz – dafür ist der Sozialverband VdK auf die Straße gegangen, und zwar in Mainz, Koblenz, Trier und Kaiserslautern. Die Aktion war Teil des Bündnisses "Bündnis für Mobilität“, dem weitere 16 Organisationen angehören. Vor dem Mainzer Hauptbahnhof traf VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger neben interessierten Passanten auch den Oberbürgermeister Michael Ebling.

Vor dem Mainzer Bahnhof: VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger wirbt fürs Sozialticket. | © Michael Finkenzeller


„Jeder Mensch, ob jung oder alt, ob reich oder arm, muss die Möglichkeit haben, mit Bus und Bahn von A nach B zu fahren“, erklärte VdK-Chef Willi Jäger. „Deswegen fordern wir ein Sozialticket, das nicht teurer sein darf als das, was im Regelbedarf dafür vorgesehen ist – also rund 28 Euro monatlich. Zum Vergleich: In Mainz kostet ein Sozialticket 60 Euro!“ Die Vergünstigung sollte für alle Menschen gelten, die an oder unterhalb der Armutsgrenze leben: Dazu zählen neben Hartz-IV-Beziehern viele Rentner, aber auch alleinerziehende Mütter und Menschen mit Behinderung .

„Mobilität bedeutet soziale Teilhabe, und diese Teilhabe ist ein Menschenrecht“, ergänzt Nadine Gray aus der VdK-Sozialabteilung. „Aber wer arm ist, braucht sein Geld für die Fahrt zum Arzt oder zum Supermarkt. Knapp 28 Euro im Regelsatz: Das sind gerade mal fünf Hin- und Rückfahrten mit dem Zug von Frankenthal nach Worms, eine Strecke von elf Kilometern. Wenn das verbraucht ist, gilt für die Betroffenen: Entweder Essen oder Busfahren. Vor dieser Wahl sollte kein Mensch stehen.“

Auch der Oberbürgermeister Michael Ebling besuchte die Kundgebung und sagte, er halte die aktuellen Sozialticketpreise für überzogen. „Herr Ebling hat mir zugesagt, dass er sich für unsere Sache einsetzt“, sagte Willi Jäger nach dem Gespräch. „Das ist ein gutes Signal, auch in die Politik hinein!“

Im Sommer hatte das "Bündnis für Mobilität“ bereits mit den Fraktionen im Landtag gesprochen; die SPD hatte eine Anhörung angesetzt. „Da bewegt sich was in der rheinland-pfälzischen Politik“, berichtet Nadine Gray. „Allerdings liegen die Parteien weit auseinander, was die Einführung eines Sozialtickets angeht."

Die SPD-Fraktion will erst den „Bedarf wissenschaftlich prüfen“. Die Grünen stehen der Idee sehr offen gegenüber und wollen die Kosten für ein Sozialticket im nächsten Doppelhaushalt einplanen. Die CDU äußert sich vage, schlägt aber vor, die Verkehrsverbünde stärker in die Pflicht zu nehmen – zum Beispiel, indem Streckenvergaben an die Einführung von Sozialtickets geknüpft werden. Die FDP ist gegen ein rheinland-pfälzisches Sozialticket und sieht den Bund in der Pflicht. Die AfD lehnt ein Sozialticket aus marktwirtschaftlichen Gründen ab, kann sich aber ein kostenloses Schülerticket vorstellen.

„15 Prozent der Rheinland-Pfälzer leben an der Armutsgrenze. Hartz-IV-Regelsätze werden künstlich kleingerechnet. Wohnkosten steigen. Wir müssen ärmere Menschen entlasten, und zwar jetzt!“ forderte Willi Jäger. „Das Sozialticket wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir werden weiter dafür kämpfen – bei Politikern, den Verkehrsverbünden und in der Bevölkerung!“

Sozialticket

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  • Willi Jäger diskutiert mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling.
    Foto: Willi Jäger diskutiert mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling.
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  • Mitarbeiter der Sozialabteilung verteilen Handzettel...
    Foto: Mitarbeiter der Sozialabteilung verteilen Handzettel...
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  • ...genauso wie die Bündnis-Partner.
    Foto: ...genauso wie die Bündnis-Partner.
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  • DGB-Vorsitzender Dietmar Muscheid spricht mit Schülern.
    Foto: DGB-Vorsitzender Dietmar Muscheid spricht mit Schülern.
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Michael Finkenzeller

Schlagworte Sozialticket | Rheinland-Pfalz | Mobilität


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