2. Oktober 2018

Der VdK: Groß! Gesund! Zeitgemäß?

Sie ist wie ein kleiner Landesverbandstag: Die Landesverbandskonferenz. Dort wird zwar nicht gewählt, aber Rechenschaft abgelegt und wichtige Entscheidungen getroffen. Dieses Jahr trafen sich die Teilnehmer in Trier, und die Bilanz für 2017 war wieder gut. Allerdings gab es auch mahnende Töne.

Vorsitzender Willi Jäger leitet die VdK-Landesverbandskonferenz. | © Michael Finkenzeller


Ohne Moos nix los – dieser flapsige Spruch gilt auch für ehrenamtlich geführte Organisationen wie den Sozialverband VdK. Von den Mitgliedsbeiträgen werden die landesweit 750 Ortsverbände bestückt, die flächendeckende Sozialrechtsberatung in Rheinland-Pfalz finanziert und Info-Materialien wie Broschüren oder die VdK-Zeitung bezahlt. Daher haben die VdK-Führungsgremien immer ein scharfes Auge auf die Verbandsfinanzen – und die entwickeln sich stabil, mit kleinen Abstrichen.

„Wir haben über Jahre hinweg vieles wegstecken müssen“, sagte Landesschatzmeister Roland Brendel mit Blick auf verlustreiche, aber mittlerweile abgewickelte Projekte. „Jetzt ist der VdK Rheinland-Pfalz finanziell wieder gesund!“ Das bestätigten auch Steuerberater Fritz Schardt und die VdK-Revisoren, die der Finanzabteilung ein deutliches Lob aussprachen: „Das läuft so gut, da braucht man fast keine Revisoren“, scherzte Obmann Rigobert Scherf.

VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger stellte die Mitgliederentwicklung des letzten Jahres vor. Der „Knick“ durch die Beitragserhöhung 2015 sei ausgebügelt; mittlerweile zähle der VdK Rheinland-Pfalz über 200.000 Mitglieder. „Allein in einer Woche haben wir 250 Neumitglieder gewonnen“, sagte Jäger. „Das schafft keine andere Organisation, und das zeigt: Wir werden gebraucht. Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein.“

Entgegen des positiven Trends gebe es auch Probleme, ergänzte Revisor Scherf: „Manche Kreisverbände stagnieren oder sind rückläufig. Und viele Neumitglieder nutzen nur die Sozialrechtsberatung und treten aus, sowie ihr Fall erledigt ist. Das führt zu hohen finanziellen Auslagen, die die gesamte VdK-Gemeinschaft tragen muss.“

In diesem Zusammenhang fragte Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger, welche Erfahrungen die Kreisverbände mit der neuen Gebührenordnung gemacht hätten; 2017 hatte die Landesverbandskonferenz beschlossen, dass VdK-Berater eine Sondergebühr von 100 Euro erheben, sobald sie über die Beratung hinaus – also mit Mandatsvollmacht – aktiv werden. Die Sondergebühr soll so genannten „Trittbrettfahrern“ vorbeugen, die den Sozialverband VdK nur als „günstigen Rechtsbeistand“ nutzen und sofort wieder austreten. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv; die Gebühr werde anstandslos entrichtet.

Doch trotz dieser richtigen und wichtigen Entscheidungen müsse der VdK langfristig in die Zukunft denken, forderte der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Werner Faber: „Wir haben ein starkes Ehrenamt, dass aber stellenweise unter Druck gerät, weil nicht genug Nachwuchs da ist. Der VdK muss sich grundsätzlich fragen: Sind wir noch zeitgemäß? Müssen wir Strukturen verändern?“

Zum Schluss warben die Leiterin der Sozialabteilung, Marlen Holnick, und ihre Kollegin Ida Schneider für das VdK-Projekt „AuszeitSchenker - Meine Zeit für Dich“. Es wurde in den vergangenen Jahren erfolgreich im VdK-Kreisverband Bad Kreuznach getestet und ist nun bereit, auf weitere drei Kreisverbände ausgedehnt zu werden. „Mit dem Projekt ‚AuszeitSchenker‘ entlasten wir insbesondere pflegende Angehörige“, sagte Marlen Holnick. „Ehrenamtlich engagierte Menschen besuchen Pflegebedürftige, gehen mit ihnen spazieren, lesen was vor oder machen Spielnachmittage.“ Das Angebot sei ausdrücklich keine Konkurrenz zu Pflegediensten, sondern eine Art „kostenlose Betreuung“. Die „AuszeitSchenker“ übernehmen keine Pflegeleistungen.

Viele VdK-Kreisverbandsvorsitzende lobten das Projekt und kündigten an, mitzumachen. Ob die „VdK-AuszeitSchenker“ zukünftig in ganz Rheinland-Pfalz ihre Hilfe anbieten, wird die nächste Landesverbandskonferenz zeigen.

Landesverbandskonferenz 2018

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  • Der geschäftsführende Vorstand zieht Bilanz des vergangenen Jahres.
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  • Landesschatzmeister Roland Brendel ist zufrieden ...
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  • ...genauso wie Steuerberater Fritz Schardt...
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  • ...und Obmann der Revisoren, Rigobert Scherf.
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  • Die Entlastung wird per Abstimmung erteilt.
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  • Der stellvertretende VdK-Landesverbandsvorsitzende Werner Faber.
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  • Die Kreisverbandsvorsitzenden diskutieren mit, hier Karl-Heinz Schraß aus Kaiserslautern.
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  • Das Pilotprojekt "AuszeitSchenker" wird von...
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  • ...Marlen Holnick und Ida Schneider vorgestellt.
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Michael Finkenzeller

Schlagworte Landesverbandskonferenz | VdK Rheinland-Pfalz


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