14. August 2018

Armut macht krank – Krankheit macht arm

Landesfrauenkonferenz in Trier: Vortrag des Vereins „Armut und Gesundheit“

Der Mainzer Verein „Armut und Gesundheit“ von Prof. Dr. Gerhard Trabert ist landesweit bekannt. Seit über 20 Jahren hilft er obdachlosen und armen Menschen mit sozialer Beratung und kostenloser Gesundheitsversorgung. Zwei Mitarbeiterinnen referierten nun auf der VdK-Landesfrauenkonferenz in Trier über „Gesundheit - eine Frage des Geldes“?

Die Referentinnen, von links: Ela Ciftci und Nele Kleinehanding vom Verein „Armut und Gesundheit“. | © Finkenzeller/VdK

„Ich wusste gar nicht, dass es so etwas in Deutschland gibt“ - diese Reaktion kam häufig von den 37 VdK-Frauenvertreterinnen während des Vortrags von Ela Ciftci und Nele Kleinehanding, die als Sozialarbeiterinnen für den Verein „Armut und Gesundheit“ arbeiten. Denn die viel zitierte Zweiklassenmedizin ist eigentlich eine Dreiklassenmedizin, bestehend aus „privatversichert“, „gesetzlich versichert“ und „gar nicht versichert“. So haben rund drei Prozent der Menschen keinen Krankenversicherungsschutz. „Das betrifft vor allem Obdachlose, Wohnungslose, Haftentlassene, ehemals Privatversicherte, eingereiste EU-Bürger, Asylsuchende und Papierlose“, berichtet Nele Kleinehanding. „Wer dann ernsthaft krank wird, kann schneller sterben.“

Doch auch bei Versicherten gebe es hohe Unterschiede in der Lebenserwartung – je nachdem, wie arm oder reich sie sind. „Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts leben Personen mit einem niedrigen Einkommen acht bis elf Jahre kürzer“, so Ela Ciftci. „Aus Geldmangel werden Medikamente nicht gekauft oder Arztbesuche vermieden, weil die Zuzahlung zu teuer ist.“

Die Referentinnen betonten, dass das deutsche Sozialleistungssystem kein Ausgabe-, sondern ein Einnahme- und Verteilungsproblem habe. Wie der VdK werben sie dafür, die private Krankenversicherung abzuschaffen und durch eine „Bürgerversicherung“ zu ersetzen. Abschließend mahnten sie: „Medizinische Versorgung ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht, das für jeden gilt.“

Dementsprechend forderten die VdK-Frauenvertreterinnen in ihrer später beschlossenen Resolution, dass die Politik gegensteuern müsse; eine „Ungleichheit der Gesundheitschanchen“ dürfe es in Deutschland nicht geben.

Landesfrauenkonferenz 2018

<< 1/5 >>

  • 37 Frauenvertreterinnen kamen zur diesjährigen VdK-Landesfrauenkonferenz nach Trier.
    /sys/data/12/galerien/381/dim_1_00005787GAL1534250652.jpg?v=0
  • Die Referentinnen beeindruckten mit Zahlen, Fakten und Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag.
    /sys/data/12/galerien/381/dim_1_00005790GAL1534250717.jpg?v=0
  • Die erstaunte Reaktion vieler Zuhörerinnen: „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas in Deutschland gibt.“
    /sys/data/12/galerien/381/dim_1_00005788GAL1534250691.jpg?v=0
  • VdK-Landesfrauenvertreterin Christa Schulz lässt über die Resolution abstimmen.
    /sys/data/12/galerien/381/dim_1_00005791GAL1534250728.jpg?v=0
  • Gruppenbild mit Herr: Der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Werner Faber (rechts) hatte ein Grußwort gehalten und Altersarmut bei Frauen, unzureichende Pflege und Ärztemangel kritisiert.
    /sys/data/12/galerien/381/dim_1_00005789GAL1534250701.jpg?v=1

Zur Landesfrauenkonferenz kommen einmal im Jahr die Frauenvertreterinnen aus den VdK-Kreisverbänden zusammen. Das zweitägige Treffen soll ein Motor der VdK-Frauenarbeit sein, Kenntnisse für die ehrenamtliche Arbeit vermitteln und den Erfahrungsaustausch fördern. Im Zuge dessen erarbeiten die Frauenvertreterinnen eine sozialpolitische Resolution, die ein aktuelles Thema aufgreift, Position bezieht und Forderungen aufstellt.

Schlagworte Landesfrauenkonferenz | Frauen | Armut | Gesundheit

Der Sozialverband VdK - ein starker Partner

Unabhängig. Solidarisch. Stark: Der Sozialverband VdK stellt sich vor. Erfahren Sie, wofür sich Deutschlands größter Sozialverband einsetzt und warum es sich lohnt, Mitglied zu werden.

© VdK

Die Geschäftstellen der Kreisverbände befinden sich flächendeckend in Rheinland-Pfalz. Hier finden Sie eine Liste unserer
Kreisverbände

© imago/blickwinkel

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz schult die Vertrauensleute der Schwerbehinderten.
Unsere Seminare für betriebliche Integrationsteams 2019

© Michael Finkenzeller

Auch 2019 veranstaltet der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz Schulungen für ehrenamtliche Richter. Die Termine 2019: Sozialrichterschulungen

© S. Hofschläger/pixelio.de

Wir möchten Sie sozialpolitisch auf dem Laufenden halten. Abonnieren Sie unseren VdK-Newsletter.

Symbolfoto: Zwei junge Frauen bei der Beratungsstelle einer Krankenkasse.
© AOK-Mediendienst

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz bietet für seine Mitglieder Beratung in allen Angelegenheiten des Sozialrechts.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzten auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.