25. Juni 2018

Die Notfallversorgung in Rheinland-Pfalz

Jeder kennt es: Krankheiten und Verletzungen schlagen gerne am Wochenende oder am Feiertag zu, wenn die Arztpraxen, die man gewöhnlich aufsucht, geschlossen haben.

© pixabay.de


In schweren Fällen wie einem Verkehrsunfall oder Verdacht auf Herzinfarkt muss unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden. Aber was, wenn es sich „nur“ um eine unangenehme, aber nicht lebensbedrohliche Erkrankung wie eine Magenverstimmung oder Fieber handelt? Viele wissen dann nicht, wohin sie sich wenden können.
Dazu kommt, dass die Unsicherheit über eigene Maßnahmen zugenommen hat. Die alten Hausmittel sind nicht mehr so bekannt wie früher, und wer im Internet nach seinen Symptomen sucht, wird häufig durch „Doktor Google“ noch zusätzlich verunsichert.

Das bekommen zunehmend die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu spüren. Immer mehr Patientinnen und Patienten finden sich dort ein, der Großteil auf eigene Initiative.
So versorgte die Notaufnahme der Universitätsmedizin in Mainz im Jahr 2012 noch rund 12.300 Patientinnen und Patienten. Im Jahr 2016 wurden dagegen schon 16.300 Fälle verzeichnet.
Darunter sind natürlich viele mit schweren gesundheitlichen Beschwerden. Aber gerade aus der steigenden Zahl der Bagatellfälle ergeben sich Probleme, weil sie eigentlich gar nicht in ein Krankenhaus gehören. Fast die Hälfte der Patientinnen und Patienten in den Notaufnahmen könnten auch durch Haus- oder Bereitschaftsärzte versorgt werden. Das würde sowohl mit geringeren Kosten als auch mit geringerer Wartezeit für die Einzelnen einhergehen. Denn in der Notaufnahme wird man nicht unbedingt nach der Reihenfolge des Eintreffens versorgt, sondern nach der Dringlichkeit der Behandlung. Während kritische Fälle sofort an die Reihe kommen, müssen Personen mit Bagatellerkrankungen meist viele Stunden warten, bis eine Ärztin oder ein Arzt für sie Zeit finden.

Dass die Notfallversorgung in Deutschland reformiert werden sollte, wird kaum mehr bestritten. Uneinigkeit besteht aber noch über die besten Lösungswege.
Viele betonen die Eigenverantwortung der Patienten, die durch verstärkte Aufklärung und klarere Zuständigkeiten gefördert werden soll. Dazu zählt, Hausärzte als ersten Ansprechpartner stärker zu verankern. Auch an der Gebührenschraube könnte gedreht werden, etwa durch eine Gebühr für den Rettungsdienst, die bei Bagatellfällen nicht erstattet wird.
Manche fordern den Ausbau der Bereitschaftspraxen, deren Angebot stärker bekannt gemacht werden müsse, andere wünschen sich eher die Zusammenlegung von Bereitschafts- und Notdienst als ein System mit gemeinsamer Notrufnummer.
Personalausstattung und Schulung der Rettungsleitstellen könnten verbessert und Regelungen vereinheitlicht werden. Derzeit sind unzählige verschiedene Träger für die Notfallversorgung zuständig.

Ein häufig gehörter Vorschlag ist schließlich die Einrichtung von Portalpraxen an den Krankenhäusern. Diese sollen als Anlaufstellen für alle Patienten dienen. Im Rahmen der sogenannten Triage wird die Dringlichkeit der Behandlung festgestellt, sodass die Menschen je nachdem an Haus- oder Fachärzte, Bereitschaftsärzte, Fachpflegende oder zur stationären Behandlung im Krankenhaus weitergeleitet werden können.

Der Bereitschaftsdienst wird durch die kassenärztlichen Vereinigungen organisiert. Er wird durch die niedergelassenen Ärzte finanziert, sie müssen je nach Region zudem eine bestimmte Anzahl von Bereitschaftsdiensten übernehmen. | weiter

Anders als die 116 117 ist die europaweite Notrufnummer 112 inzwischen allgemein bekannt. Vielen ist aber nicht klar, wann man sie zu verständigen hat. Wann benutze ich welche der beiden Notrufnummern? | weiter

Schließlich gibt es die Notaufnahmen der Krankenhäuser, an die man sich wenden kann oder an die man gegebenenfalls vom Hausarzt weiter verwiesen wird. In Rheinland-Pfalz haben alle 94 Krankenhäuser auch eine Notaufnahme, das heißt die Dichte ist vergleichsweise hoch. Allerdings klagen die Notaufnahmen seit langem über die zunehmende Überfüllung. | weiter

Es dürfte unumstritten sein, dass das derzeitige System der Notfallversorgung an seine Grenzen gerät und reformiert werden muss. Derzeit stehen dazu noch weitergehende Vorschläge im Raum. | weiter

Hier können Sie sich das Thema des Monats Juli/August 2018 als pdf-Datei herunterladen:TdM Juli_August 2018 Notfallversorgung.pdf (261,43 KB, PDF-Datei)

Unter diesem Link können Sie unser Thema des Monats als Broschüre herunterladen:

Moritz Ehl

Schlagworte Notfallversorgung | Krankenhaus | Bereitschaftsdienst

Weg mit den Barrieren

Kampagnenmotiv von "Weg mit den Barrieren!" - Ein Männchen mit Rollator scheitert an einer unüberwindbaren Treppe


Mit der bundesweiten VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ richtet sich der VdK an die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen. Herzstück der Kampagne ist die „Landkarte der Barrieren“. Mitmachen ist einfach: Wer eine Barriere entdeckt, trägt sie auf www.weg-mit-den-barrieren.de ein.

VdK-TV: Inklusion ist kinderleicht - Unterricht mit der VdK-Schulberaterin (UT)

Wie geht lesen, wenn man nichts sieht? Wie schiebt sich ein Rollstuhl? Die Kinder aus der zweiten Grundschulklasse in Eichenau bei München bekommen spielerisch einen Einblick in den Alltag behinderter Menschen. Möglich macht das die ehemalige Lehrerin Gertrud Weidinger. Sie ist eine von 59 ehrenamtlichen Schulbeauftragten des Sozialverbandes VdK Bayern in Sachen Inklusion.

VdK-Hotel "Haus Oberwinter"

Übernachten Sie in traumhafter Umgebung mit einer einmaliger Lage im Grünen südlich der Bundesstadt Bonn und einer atemberaubenden Aussicht auf den Rhein. Das VdK-"3 Sterne Superior" "Hotel Haus Oberwinter" liegt, ruhig und doch verkehrsgünstig, auf der Rheinhöhe zwischen Bonn und Koblenz. Das Hotel wurde mit dem Siegel "Barrierefreiheit geprüft" ausgezeichnet. Klicken Sie hier www.haus-oberwinter.de

Unser Sportpartner

© Behinderten- und Rehabilitations-Sport-Verband Rheinland-Pfalz

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz und der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz unterstützen sich gegenseitig. Der BSV Rheinland-Pfalz präsentiert seit mehr als 60 Jahren den Breitensport, Leistungssport und Reha-Sport.

Steuern

Foto: Umschlag der Broschüre "Steuerliche Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderung"

© Katie Scholl

Gemeinsam mit dem Finanzamt Trier hat der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz die Broschüre "Steuerliche Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen" neu aufgelegt. Wie hoch sind die Pauschbeträge bei welchem Grad der Behinderung (GdB)? Wie können Menschen mit Behinderung ihre Fahrtkosten beim Finanzamt absetzen? Welche Besonderheiten gibt es bei Pflege- und Betreuungskosten? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen unsere Broschüre.

Hier können Sie sich die Broschüre als pdf-Datei herunterladen:Steuerliche Nachteilsausgleiche.pdf (2,14 MB, PDF-Datei) Steuerliche Nachteilsausgleiche.pdf (2,14 MB, PDF-Datei)


Sie haben Fragen an uns oder möchten Unterlagen anfordern. Nehmen Sie einfach und schnell Kontakt zu uns auf. | weiter

© VdK

Die Geschäftstellen der Kreisverbände befinden sich flächendeckend in Rheinland-Pfalz. Hier finden Sie eine Liste unserer
Kreisverbände

© imago/blickwinkel

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz schult die Vertrauensleute der Schwerbehinderten.
Schulungstermine 2018

© Michael Finkenzeller

Auch in diesem Jahr veranstaltet der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz Schulungen für ehrenamtliche Richter. Die neuen Termine für die Sozialrichterschulung.

© Ringhotel Haus Oberwinter

Das VdK-Hotel "Haus Oberwinter" liegt in traumhafter Umgebung oberhalb von Oberwinter mit Blick auf den Rhein.
www.haus-oberwinter.de

Symbolfoto: Zwei junge Frauen bei der Beratungsstelle einer Krankenkasse.
© AOK-Mediendienst

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz bietet für seine Mitglieder Beratung in allen Angelegenheiten des Sozialrechts.