21. Juni 2018

Weg zur Arbeit gesetzlich versichert?

Arbeitnehmer sind auf dem Weg zur Arbeit durch die Berufsgenossenschaft (BG) versichert. Passiert also auf dem Weg zur Arbeit ein Unfall, kommt für die gesundheitlichen Folgen die gesetzliche Unfallversicherung auf. Wird der Weg zur Arbeit jedoch unterbrochen, gilt der Versicherungsschutz der BG nicht; mit wenigen sehr speziellen Ausnahmen.

Ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit: Hoffentlich hat der Verletzte den direkten Weg gewählt, damit der gesetzliche Unfallschutz greift. | © Pixabay


Es ist wichtig zu wissen, dass grundsätzlich nur der direkte Weg zur Arbeit und zurück versichert ist. Sollte der Arbeitnehmer von dem Weg zur Arbeit oder nach Hause abweichen, greift in dieser Zeit der Schutz nicht. Dies ist zum Beispiel der Fall bei privaten Erledigungen wie Brötchen holen, das Auto betanken oder Toilettengängen an einer Raststätte.

Doch es gibt Ausnahmen: Zum Beispiel wenn man auf dem Weg zur Arbeit sein Kind in die Kindertagesstätte bringt. Dieser Stopp wird nicht als eine Unterbrechung des Arbeitsweges betrachtet, da er aus Sicht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) „nötig“ ist. Das gleich gelte für Unterbrechungen des direkten Weges bei Fahrgemeinschaften, bei Umleitungen oder weil der Arbeitsplatz über einen längeren Weg schneller zu erreichen ist.

Im Gegensatz dazu ist der kurze Zwischenstopp beim Arzt nicht versichert. Wer den Weg zur Arbeit nutzt, um eine Blutprobe abzugeben, ein Rezept abzuholen oder eine Vorsorgeuntersuchung zu machen, ist nicht gesetzlich versichert. Hier gilt laut Gerichtsurteilen auch nicht das Argument, dass dies Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Arbeitskraft seien.

Einzige Ausnahme: Der Arztbesuch dauert länger als zwei Stunden! Dann ist zumindest die Fahrtstrecke vom Arzt zum Arbeitsplatz versichert. Denn laut Sozialgesetzbuch kann der Weg zur Arbeit auch von einem anderen („dritten“) Ort als der Wohnung aus angetreten werden. Dies wäre nach einem zweitsündigen Arztbesuch die Arztpraxis.

Ida Schneider


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