Im Rentenalter

Während die Ansparphase noch durch Begünstigungen wie Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit gekennzeichnet war, ist von diesen im Auszahlungsfall nichts mehr zu spüren. Die Rentenzahlung ist nämlich sowohl einkommenssteuerpflichtig als auch beitragspflichtig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.


Steuerpflicht


Wurden die Beiträge in der Ansparphase steuerlich gefördert wie oben beschrieben, werden die Auszahlungen steuerrechtlich als sogenannte „sonstige Einkünfte“ behandelt. Dies gilt für Einkünfte aus Pensionskasse, Pensionsfonds und leider auch Direktversicherungen, unabhängig davon, ob die Auszahlung als Rente oder als Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) erfolgt. Wurde bereits in der Ansparphase eine pauschale Versteuerung entrichtet, wird bei einer Rentenzahlung nur der Ertragsteil versteuert, bei Wahl der Auszahlung hingegen gilt sogar Steuerfreiheit.

Anders verhält es sich bei Pensionszusagen und Zahlungen aus Unterstützungskassen. Diese werden nach Übergang in die Rente, also zum Auszahlungszeitpunkt, als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gewertet und sind entsprechend wie vor dem Rentenalter voll steuerpflichtig. Einzig der sogenannte Versorgungsfreibetrag nach Paragraf 19 Absatz 2 Einkommenssteuergesetz (EstG) bleibt steuerfrei.

Der mögliche Versorgungsfreibetrag richtet sich nach dem Jahr des Versorgungsbeginns und verläuft degressiv auf null zu. So lag er bei einem Versorgungsbeginn 2005 noch bei einem Höchstbetrag von 3.000 Euro, 2007 waren es nur noch 2.760 Euro. Ab 2040 ist der Freibetrag so auf null abgeschmolzen.

Beitragspflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung


Die Beitragspflichtigkeit im Auszahlungszeitraum gilt für diejenigen, die freiwillig oder pflichtversichert in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind. Besonders schwer ins Gewicht fällt dabei, dass nicht wie im Arbeitsverhältnis der Arbeitnehmerbeitrag gezahlt werden muss, sondern auch der Anteil des Arbeitgebers. Begründet wird dies mit den „gesparten“ Sozialversicherungsbeiträgen der Ansparphase. Dass der Arbeitgeber in der Ansparphase auch Sozialversicherungsbeiträge gespart hat, bleibt hier unberücksichtigt, die finanzielle Last liegt später allein auf den Schultern des Arbeitnehmers.

Die Beitragspflicht besteht unabhängig von der Auszahlungsart, sprich Rentenzahlungen werden ebenso verbeitragt wie Auszahlungen. Um die Beitragshöhe zu ermitteln, wird der Kapitalbetrag durch 120 geteilt (10 Jahre à 12 Monate). Dieser wird dann mit dem vollen Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung multipliziert. Das Ergebnis stellt die für die nächsten zehn Jahre zu entrichtenden Beitragszahlung da.

Einzige Ausnahme von dieser Regelung sind Zahlungen, die unter der steuerrechtlichen Bagatellgrenze liegen. Diese liegt 2018 bei 30,45 Euro im Monat, also 365,40 Euro im Jahr. Für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gibt es noch eine zweite Grenze von bis zu 152,25 Euro monatlich (oder 18.270 Euro bei ausgeübtem Kapitalwahlrecht), bis zu der keine Beiträge fällig werden. Dies gilt nicht für freiwillig Versicherte.

Abweichend von der Argumentationslogik der „eingesparten Sozialversicherungsbeiträge“ findet die Beitragspflicht auch auf alte Verträge Anwendung. Dies betrifft insbesondere vor 2002 abgeschlossene Direktversicherungen, die damals aber noch vom Nettogehalt bedient wurden. Die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezahlen also doppelt. Der Sozialverband VdK hat zu den verschiedenen Fallkonstellationen Musterklagen geführt, die leider in keinem Fall den gewünschten Erfolg brachten. Wider jedes Rechtsempfinden wurden die Regelungen als rechtmäßig bestätigt.

Grundsicherung

Ebenfalls ab 2018 werden Betriebsrenten nur noch zum Teil auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. 100 Euro aus einer zusätzlichen Altersvorsorge dürfen behalten werden, von darüber hinaus gehendem Einkommen noch 30 Prozent, bis zu einer jährlich aktualisierten Höchstgrenze (2018: 208 Euro).

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Schlagworte Rente | Rentenalter | Steuerpflicht | Beitragspflicht | Grundsicherung

Weg mit den Barrieren

Kampagnenmotiv von "Weg mit den Barrieren!" - Ein Männchen mit Rollator scheitert an einer unüberwindbaren Treppe


Mit der bundesweiten VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ richtet sich der VdK an die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen. Herzstück der Kampagne ist die „Landkarte der Barrieren“. Mitmachen ist einfach: Wer eine Barriere entdeckt, trägt sie auf www.weg-mit-den-barrieren.de ein.

VdK-TV: Inklusion ist kinderleicht - Unterricht mit der VdK-Schulberaterin (UT)

Wie geht lesen, wenn man nichts sieht? Wie schiebt sich ein Rollstuhl? Die Kinder aus der zweiten Grundschulklasse in Eichenau bei München bekommen spielerisch einen Einblick in den Alltag behinderter Menschen. Möglich macht das die ehemalige Lehrerin Gertrud Weidinger. Sie ist eine von 59 ehrenamtlichen Schulbeauftragten des Sozialverbandes VdK Bayern in Sachen Inklusion.

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Gemeinsam mit dem Finanzamt Trier hat der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz die Broschüre "Steuerliche Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen" neu aufgelegt. Wie hoch sind die Pauschbeträge bei welchem Grad der Behinderung (GdB)? Wie können Menschen mit Behinderung ihre Fahrtkosten beim Finanzamt absetzen? Welche Besonderheiten gibt es bei Pflege- und Betreuungskosten? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen unsere Broschüre.

Hier können Sie sich die Broschüre als pdf-Datei herunterladen:Steuerliche Nachteilsausgleiche.pdf (2,14 MB, PDF-Datei) Steuerliche Nachteilsausgleiche.pdf (2,14 MB, PDF-Datei)


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