29. Mai 2018

Betriebliche Altersvorsorge

Gut leben im Alter – wer wünscht sich das nicht? In Deutschland war dies in der Vergangenheit für viele Menschen gut möglich, verfügte das Land doch über eine der besten gesetzlichen Alterssicherung der Welt. Leider wurden hier aus Kostengründen in den letzten Jahrzehnten immer weitere Kürzungen vorgenommen, so dass das Brutto-Rentenniveau, also das Verhältnis von Rente zu vorherigem Einkommen, von 55 im Jahre 1990 auf 48 Prozent 2016 sank. Und der Sinkflug ist noch nicht beendet.

© imago/imagebroker


Doch zum Glück ist die gesetzliche Rentenversicherung ja nur eine der drei Säulen der Altersvorsorge in Deutschland. Eine zusätzliche Absicherung kann zum einen über private Vorsorge erfolgen, die lange Zeit als besonders lukrativ angesehen wurde. In Zeiten von niedrigen Zinsen und zusätzlicher Belastung solcher Versicherungen durch Krankenversicherungsbeiträge wird es aber zunehmend schwieriger, hier zukunftssicher zu investieren. Darüber hinaus ist es gerade für Menschen mit einem geringen Einkommen nur schwer möglich, Geld für das Alter beiseite zu legen. Dies ist insofern besonders gefährlich, als dass die Rentenhöhe bei Geringverdienern aufgrund niedrigerer Beiträge von vornherein gering ausfällt, so dass eine zusätzliche Absicherung dringend nötig wird. Stattdessen müssen aber später oft Leistungen der Grundsicherung ergänzend in Anspruch genommen werden. Hier könnte die berufliche Altersvorsorge eine Lücke schließen - dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und in dem 2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetz einen Förderbetrag als Anreiz gesetzt: so erfolgt für geringverdienende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die maximal 2.000 Euro im Monat verdienen und für die zwischen 240 und 480 Euro pro Jahr in eine betriebliche Altersvorsorge gezahlt werden, eine steuerliche Förderung in Höhe von 30 Prozent des gezahlten Beitrags.

Dass diese Anreize nötig sind, ist an sich eine traurige Entwicklung. Denn eigentlich ist die betriebliche Altersvorsorge eine deutsche Tradition. Lange hatte der Gedanke, dass die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers sich auch auf einen Beitrag zur Sicherung des Lebens im Alter erstreckte, zentrale Bedeutung im Unternehmertum. Durch die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, in denen zunehmend nur noch auf Gewinne und Einsparungsmöglichkeiten geachtet wird, verliert dieser Gedanke seine universelle Gültigkeit. Um hier Rechtssicherheit für die Angestellten zu schaffen, wurde von Seiten des Gesetzgebers ein Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge geschaffen: dieser umfasst allerdings nur den Anspruch auf Entgeltumwandlung. Hier wird deutlich, dass mit betrieblicher Altersvorsorge ganz verschiedene Dinge gemeint sein können: das Spektrum reicht von der einseitig durch den Arbeitgeber finanzierte Leistung bis hin zu eben jener Entgeltumwandlung, bei der die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttolohnes für seine Altersvorsorge zurücklegt. Zudem stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, das Geld anzulegen.

Um nicht in diesem Dschungel der Begrifflichkeiten verloren zu gehen, wird im folgenden Kapitel erst einmal aufgeschlüsselt, welche Formen der Altersvorsorge existieren, bevor auf die Anlagemöglichkeiten eingegangen werden kann. Grundlage für die geförderte betriebliche Altersvorsorge ist in allen Fällen das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG), auch kurz Betriebsrentengesetz genannt.

Arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung unterscheidet sich auf den ersten Blick natürlich hauptsächlich dadurch, dass die finanziellen Aufwendungen unterschiedlich verteilt sind. Die Art der Finanzierung hat vor allem direkte Folgen für die Unverfallbarkeit der Ansprüche. | weiter

Die fünf möglichen Durchführungswege der geförderten betrieblichen Altersvorsorge werden durch das Betriebsrentengesetz festgelegt. Welchen Weg er einschlägt, ist dem Arbeitgeber überlassen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben hier keine Möglichkeit, auf die Wahl der Anlageform Einfluss zu nehmen. | weiter

Um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine gewisse Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen, die nicht auf Kosten der betrieblichen Altersversorgung geht, hat der Gesetzgeber es ermöglicht, Ansprüche unter gewissen Umständen mitzunehmen beziehungsweise diese unverfallbar gestellt. | weiter

Die steuerlichen Vorteile für die Arbeitnehmerin beziehungsweise den Arbeitnehmer gelten sowohl für arbeitnehmer- als auch für arbeitgeberfinanzierte Altersversorgung. | weiter

Während die Ansparphase noch durch Begünstigungen wie Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit gekennzeichnet war, ist von diesen im Auszahlungsfall nichts mehr zu spüren. Die Rentenzahlung ist nämlich sowohl einkommenssteuerpflichtig als auch beitragspflichtig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. | weiter


Unser Thema des Monats als pdf-Datei TdM Juni 2018 Betriebliche Altersvorsorge.pdf (305,22 KB, PDF-Datei)



Thema des Monats als Broschüre

Nadine Grey

Schlagworte Rente | betriebliche Altersvorsorge

Weg mit den Barrieren

Kampagnenmotiv von "Weg mit den Barrieren!" - Ein Männchen mit Rollator scheitert an einer unüberwindbaren Treppe


Mit der bundesweiten VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ richtet sich der VdK an die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen. Herzstück der Kampagne ist die „Landkarte der Barrieren“. Mitmachen ist einfach: Wer eine Barriere entdeckt, trägt sie auf www.weg-mit-den-barrieren.de ein.

VdK-TV: Inklusion ist kinderleicht - Unterricht mit der VdK-Schulberaterin (UT)

Wie geht lesen, wenn man nichts sieht? Wie schiebt sich ein Rollstuhl? Die Kinder aus der zweiten Grundschulklasse in Eichenau bei München bekommen spielerisch einen Einblick in den Alltag behinderter Menschen. Möglich macht das die ehemalige Lehrerin Gertrud Weidinger. Sie ist eine von 59 ehrenamtlichen Schulbeauftragten des Sozialverbandes VdK Bayern in Sachen Inklusion.

VdK-Hotel "Haus Oberwinter"


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Gemeinsam mit dem Finanzamt Trier hat der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz die Broschüre "Steuerliche Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen" neu aufgelegt. Wie hoch sind die Pauschbeträge bei welchem Grad der Behinderung (GdB)? Wie können Menschen mit Behinderung ihre Fahrtkosten beim Finanzamt absetzen? Welche Besonderheiten gibt es bei Pflege- und Betreuungskosten? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen unsere Broschüre.

Hier können Sie sich die Broschüre als pdf-Datei herunterladen:Steuerliche Nachteilsausgleiche.pdf (2,14 MB, PDF-Datei) Steuerliche Nachteilsausgleiche.pdf (2,14 MB, PDF-Datei)



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Die Schulungen der Vertrauensleute der Schwerbehinderten für 2020 finden Sie hier in Kürze.

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Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz schult auch 2020 ehrenamtliche Richter. Die neuen Termine in Kürze.

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Symbolfoto: Zwei junge Frauen bei der Beratungsstelle einer Krankenkasse.
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