14. November 2017

Pflege-Zahlen erhöhen sich bis 2060

Ohne Gegenmaßnahmen fehlen Fachkräfte und Heimplätze

Die Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Rheinland-Pfalz wird sich bis 2060 fast verdoppeln. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine Analyse des Statistischen Landesamts über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Pflegebedarf. VdK-Redakteurin Katie Göttlinger hat sich die Zahlen im Detail angesehen.

Die Karte stellt die Gesamtzahl (Pfelgestatistik 2015) der verfügbaren Plätze für die stationäre Pflege in Heimen für Pflegebedürftige, die Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) erhalten, dar. Es handelt sich um eine Pflegevorausberechnung für Menschen ab 60 Jahre für das Jahr 2035. | © Statistisches Landesamt RLP

Rund 220 000 Menschen werden im Jahr 2060 als pflegebedürftig gelten; das sind rund 100.000 Menschen mehr als heute. Laut den Statistikern werden die Rheinland-Pfälzer künftig immer älter, und gleichzeitig steigt im hohen Alter der Pflegebedarf. Dies bedeutet ganz konkret: Die Zahl der Menschen, die 90 Jahre und älter sind, wird sich bis 2035 bereits auf rund 70.000 verdoppeln und bis 2060 dann sogar auf 160.000 vervierfachen. Dabei wird insbesondere der Bedarf an stationärer Pflege um 120 Prozent steigen. Doch wo und von wem wollen diese Menschen gepflegt werden?

Es fehlen Pflegeplätze

Laut einer Prognose des Sozialministeriums für das Jahr 2030 würden alleine in der Altenpflege 2900 Fachkräfte fehlen, wenn es nicht gelingt, den Beruf aufzuwerten und finanziell attraktiver zu machen.
Fakt ist: Sollten bis 2035 keine zusätzlichen Pflegeplätze geschaffen werden, gäbe es für 8401 Pflegebedürftige keine stationäre Versorgung. Wobei der Anstieg des Pflegebedarfs regional sehr unterschiedlich ausfällt. Generell wird die Nachfrage in den Landkreisen (Mainz-Bingen: plus 66 Prozent) deutlich mehr steigen, als in den kreisfreien Städten (Pirmasens: plus elf Prozent).

Doch die Entwicklung des Pflegebedarfs ist nicht nur regional unterschiedlich, sondern auch geschlechterabhängig. Das heißt, die Mehrzahl der Pflegebedürftigen sind jetzt und in Zukunft Frauen (2060: 140 000 weiblich/80 000 männlich). Marcel Hürter, Präsident des Statistischen Landesamts, erklärt: „Frauen leben länger. Außerdem pflegen sie ihren oft älteren Ehemann. Wenn sie selbst dann später pflegebedürftig werden, sind sie alleine und auf professionelle Pflege angewiesen.“

Was tun?

Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen geplant. Die Ausbildungszahlen in den Pflegeberufen würden gesteigert, die Beschäftigungsbedingungen verbessert und die Zuwanderung ausländischer Pflegekräfte begünstigt. „Die Fachkräftelücke muss geschlossen werden.“
Wichtig sei auch die Vorsorge, damit die Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich hinausgezögert werden könne. Angehörige sollten etwa durch Beratung unterstützt werden. Denn: #Zitat{„Der größte Pflegedienst der Nation ist die Familie,“} betont Bätzing-Lichtenthäler.

Forderung des VdK

Diese Aussage der Ministerin würde VdK-Chef Willi Jäger sofort unterschreiben und durch eine Forderung ergänzen: „Betreuungs- und Entlastungsleistungen müssen insbesondere für Demenzkranke und ihre Familien ausgebaut werden. Die Entlastungspauschale von 125 Euro kann derzeit oft nicht genutzt werden, weil es speziell im ländlichen Raum an Angeboten fehlt“.

Katie Göttlinger

Schlagworte Pflege | Statistik | Prognose

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