8. November 2017

Hospiz- und Palliativversorgung

Den letzten Weg des Lebens erleichtern

Die letzte Phase des Lebens wollen die meisten Menschen in ihrer vertrauten Umgebung verbringen, um in Ruhe und Frieden aus dem Leben scheiden zu können. Gerade bei schwererkrankten Menschen ist dies häufig nicht ohne Unterstützung umsetzbar.

© imago/Westend61


Palliativmedizin

Ist abzusehen, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist und die Erkrankung einen tödlichen Verlauf nehmen wird, besteht die Möglichkeit, sich palliativ-medizinisch begleiten zu lassen. Im Gegensatz zur klassischen kurativen Medizin, die die Heilung einer Erkrankung als Ziel hat, will die palliative Medizin die Symptome, die mit der Erkrankung einhergehen, lindern und so den letzten Weg des Lebens erleichtern. Es soll gemäß dem Leitsatz der Begründerin der modernen Hospiz- und Palliativbewegung, Cicely Saunders, „den Tagen mehr Leben, nicht dem Leben mehr Tage“ gegeben werden.

Bei der Linderung von Symptomen ist etwa an Schmerztherapie, Bekämpfung von ständiger Übelkeit oder die Behandlung einer krankheitsbedingten Depression zu denken. Palliativmedizin geht aber darüber hinaus. Insbesondere beginnt sie schon zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung, wenn ein fortschreitender, nicht heilbarer Verlauf bereits abzusehen ist, und versucht bereits dann, durch geeignete vorbeugende Maßnahmen Leiden zu minimieren.

Die palliativmedizinische Versorgung muss nicht in einem Krankenhaus stattfinden. Je nach Situation kann sie beispielweise auch in einem Pflegeheim, einem Hospiz oder zu Hause erfolgen.

Palliativversorgung

Pallativversorgung ist noch umfassender als die Pallativmedizin, insofern sie auch die nicht-medizinische Sorge (englisch Care) einschließt. Kern der Palliativversorgung ist eine interdisziplinäre, zwischen verschiedenen Institutionen und Fachberufen vernetzte Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Ziel, die verbleibende Lebenszeit des Kranken so positiv wie möglich zu gestalten. Es wird dabei nicht nur die körperliche und die psychische Situation berücksichtigt. Auch die soziale Situation, religiöse Bedürfnisse und persönliche Wünsche des sterbenden Menschen spielen eine Rolle. In allen Bereichen geht es um die Steigerung der Lebensqualität. Wie die Palliativmedizin beginnt auch die gesamte Palliativversorgung nicht erst in den letzten Stadien einer fortschreitenden Erkrankung. Sie endet ferner nicht mit dem Tod, sondern leistet auch eine Trauerbegleitung für Angehörige.

Die Arbeit von Ehrenamtlichen spielt in der Palliativversorgung eine wichtige Rolle. Sie leisten mit ihrer Sterbebegleitung im weiteren Sinne – also nicht nur in der Todesstunde – einen wichtigen Beitrag insbesondere zur sozialen Komponente der Palliativversorgung.

Hospize

Hospize waren und sind von Anfang an ein wesentlicher Teil der Palliativversorgung. Denn Hospize sind Zentren der Sterbebegleitung, in denen das Ziel – die interdisziplinäre, multiprofessionelle Sorge für Sterbende auf allen in Betracht kommenden Ebenen – an einem Ort verwirklicht werden kann. In einigen Aspekten ähneln sie kleinen Pflegeheimen, allerdings oft mit wesentlich individuelleren Gestaltungsmöglichkeiten der Bewohner hinsichtlich des Mobiliars, des Tagesablaufs und des Versorgungsangebots. Denn das Hospiz soll dem Sterben zu Hause nahe kommen, das viele Menschen sich wünschen, das aber oft nicht realisierbar ist. Hospize sind zugleich Alternative zum Sterben im Krankenhaus, insbesondere wenn eine Krankenhausbehandlung medizinisch nicht erforderlich ist, und im Pflegeheim, das bei schweren Erkrankungen nicht die nötigen Versorgungsmöglichkeiten bietet. Viele Hospize sind in gemeinnütziger Trägerschaft.

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Unser Thema des Monats November können Sie sich hier als pdf-Datei herunterladen:
TdM November - Hospiz- und Palliativversorgung.pdf (158,46 KB, PDF-Datei)


Hier unser Thema des Monats als Broschüre

Martin Varga

Schlagworte Palliativmedizin | Palliativversorgung | Hopiz

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