Bus und Bahn zu teuer für Arme

Neues Bündnis fordert ein Sozialticket für Rheinland-Pfalz

„Mobilität für alle“ – das ist das Ziel eines neuen Bündnisses rheinland-pfälzischer Organisationen. Gemeinsam fordern die Bündnispartner eine flächendeckende Lösung für einen bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr in ganz Rheinland-Pfalz.

Von links: Max Müller (Linke Hilfe Mainz), Richard Dörzapf (SoVD), Johannes Schweizer (LAG Selbsthilfe), Susanne Wagner (DGB), Willi Jäger (VdK), Martin Russell Varga (VdK), Susanne Schweikert (ver.di), Regine Schuster (Paritätischer, LIGA), Manfred Bartl (Mainzer Initiative gegen Hartz IV), Ida Schneider (VdK) | © Michael Finkenzeller


„Mobilität ist kein Luxusgut, sondern ein menschliches Grundbedürfnis und für gesellschaftliche Teilhabe absolut notwendig“, betonte VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger. „Es darf nicht sein, dass ärmere Menschen vom Leben ausgeschlossen werden, weil ihnen das Geld für die Straßenbahn fehlt.“ Aber genau das geschehe in Rheinland-Pfalz tagtäglich, weil viele Städte und Gemeinden keine oder zu teure Sozialtickets anbieten. „Ein Sozialticket kostet zum Beispiel in Mainz fast 60 Euro im Monat. Das ist viel zu hoch, wenn wir uns anschauen, dass bei Grundsicherung und Sozialhilfe nur 26,44 Euro für den öffentlichen Nahverkehr veranschlagt werden“, so Jäger. „Als armer Mensch hat man die Wahl: Entweder Busfahren oder Abendessen.“

Landesweite Lösung


Deswegen hat der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz ein Bündnis ins Leben gerufen, das der Politik „ordentlich Dampf machen soll“, erklärte Jäger. „Die Landesregierung hat versprochen, soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen. Sinnvoll wäre zum Beispiel, ein rheinland-pfälzisches Sozialticket einzuführen, das wirklich für ärmere Menschen bezahlbar ist. Wir brauchen eine einheitliche Lösung und nicht einen Mischmasch aus regionalen Maßnahmen, die teilweise vollkommen an der Realität vorbeigehen.“

Das Bündnis „Mobilität für alle! Ein Sozialticket für Rheinland-Pfalz“ werde in den kommenden Monaten die weiteren Maßnahmen besprechen und an die Landesregierung herantreten. „In Rheinland-Pfalz muss jeder Mensch – egal ob jung oder alt, reich oder arm – die Möglichkeit haben, mobil zu sein und mobil zu bleiben“, sagte Jäger. „Das ist nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch der Menschenwürde.“

Dem Bündnis „Mobilität für alle! Ein Sozialticket für Rheinland-Pfalz“ gehören an: AWO Bezirksverband Pfalz, BUND Rheinland-Pfalz, DGB Rheinland-Pfalz, Deutscher Kinderschutzbund Mainz, LAG Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz, LIGA der freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz, Linke Hilfe Mainz, Mainzer Initiative gegen Hartz IV, der PARITÄTISCHE Rheinland-Pfalz/Saarland, SoVD Rheinland-Pfalz, Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz, ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland.

(fin)

Schlagworte Sozialticket | Bündnis | Armut


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