20. April 2017

Kosten für Krankenfahrten erstatten

Erst Krankenkasse fragen, dann Transport organisieren

Menschen mit einer Behinderung und Pflegebedürftige müssen öfter zum Arzt oder in eine Fachklinik. Manche sind noch so mobil, dass sie diesen Weg alleine schaffen. Wer jedoch nicht mehr mobil genug ist und gefahren werden muss, der bekommt die Transportkosten unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse erstattet.

© imago/medicimage


Um eine „Krankenfahrt“ handelt es sich, wenn ein kranker Mensch den Weg zur Behandlung mit einem Privatfahrzeug, öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Taxi zurücklegt. Währenddessen findet keine medizinisch-fachliche Betreuung statt.

Wichtig dabei ist, dass eine Rücksprache mit der Krankenkasse stattfindet, bevor ein Taxi bestellt wird. Doch nicht nur die vorherige Rücksprache ist wichtig. Auch weitere Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Betroffenen nicht auf den vorausgeleisteten Kosten sitzen bleiben.

Die wichtigsten Voraussetzung für die Kostenübernahme: Die Krankenfahrt muss medizinisch zwingend notwendig sein. Dies muss vom behandelnden Arzt mit einer ärztlichen Verordnung bescheinigt werden. Es werden nur Fahrtkosten zur nächstgelegenen Behandlungsstätte übernommen. Fahrten zu Behandlungsstätten an weiter entfernten Orten werden nur übernommen, wenn auch dafür zwingende medizinische Gründe vorliegen. Fahrten zum Abstimmen von Terminen, Erfragen von Befunden oder Abholen von Verordnungen sind keine Krankenkassenleistung.

Insbesondere bei der Fahrt zu einer ambulanten Behandlung gelten strenge Voraussetzungen. Die Fahrt zur ambulanten Behandlung kann für Versicherte verordnet und genehmigt werden, wenn sie Folgendes vorlegen: einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos) oder einen Einstufungsbescheid in den Pflegegrad 4 oder 5. Bei der Einstufung in den Pflegegrad 3 (vorher Pflegestufe 2) müssen sie zusätzlich wegen ­dauerhafter Beeinträchtigung ihrer Mobilität einer Beförderung be­dürfen.

An Quittung denken


Der Arzt entscheidet, ob ein zwingender medizinischer Grund für die Fahrt vorliegt und ob der Patient berechtigt ist, die Kosten erstattet zu bekommen. Erst, wenn die Krankenkasse die Fahrtkosten genehmigt hat, kann die Krankenfahrt angetreten werden. Auch wenn man sich gesundheitlich nicht so gut fühlt, ist es wichtig, die Verordnung dem Beförderer vorzulegen und sich für die Fahrt eine Quittung geben lassen. Empfehlenswert ist auch, den Krankenbesuch von dem Arzt oder der Klinik bestätigen zu lassen und anschließend der Krankenkasse alle Nachweise vorlegen.

Von den zu übernehmenden Kosten wird gegebenenfalls die vorgesehene Zuzahlung für die Krankenfahrt abgezogen. Sie liegt bei mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Im Nachhinein und ohne vorherige Verordnung übernehmen die Krankenkassen nur in ganz wenigen Ausnahmefällen die Kosten, etwa in Notfällen oder wenn Lebensgefahr bestand.

Gut zu wissen: Alle Aufwendungen für Fahrten zum Arzt, insbesondere auch jene mit einem privaten Fahrzeug, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können steuerlich geltend gemacht werden.

Ida Schneider

Schlagworte Krankenfahrt | Behinderung | Pflege


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