12. April 2017

Statistik verzerrt Bild von Armut

Zahl der Grundsicherungsempfänger wird steigen

„Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen nur die halbe Wahrheit. Der vermeintliche Rückgang der Grundsicherungsempfänger ist kein Zeichen für Entspannung, sondern lediglich eine unbedeutende Momentaufnahme“, erklärt Willi Jäger, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz. „Fakt ist, dass zurzeit ein Fünftel der Beschäftigten im Niedriglohnsektor arbeitet. Das sind die Grundsicherungsempfänger von morgen. In ein paar Jahren werden sich die Statistikergebnisse dramatisch verschlechtern.“

Ein Fünftel der Beschäftigten arbeiten zurzeit im Niedriglohnsektor. | © Pixabay


Die Politik dürfe keinesfalls die Hände in den Schoß legen. Stattdessen müsse sie einen Mindestlohn von 11,50 Euro beschließen und die Rente reformieren. „Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz hat zusammen mit dem DGB ein eigenes Rentenkonzept entwickelt, das wir am 8. Juni vorstellen“, so Jäger.

Darüber hinaus bilde die Statistik nicht das tatsächliche Ausmaß der Armut ab, erklärte Jäger: „Viele arme Menschen beantragen keine Sozialleistungen, weil sie sich schämen. Nach einer Simulationsrechnung des Bundesarbeitsministeriums liegt ihr Anteil zwischen 34 und 43 Prozent! Diese Gruppe wird von der Statistik nicht erfasst.“ Davon betroffen seien vermutlich gerade Rentner und ältere Menschen, die Angst haben, dass ihre Angehörigen finanziell herangezogen werden könnten.

Hintergrund: Laut Statistischem Bundesamt sank im Jahr 2016 die Zahl der Grundsicherungsempfänger um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deutschlandweit bezogen 1.026.000 Menschen diese Sozialleistung. In Rheinland-Pfalz ging die Zahl zurück von 44.134 auf 43.394 Grundsicherungsempfänger. Damit sank die Zahl leicht überdurchschnittlich um rund 1,7 Prozent. Als Gründe nennt das Statistische Bundesamt die Reform des Wohngelds und die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2016.

Michael Finkenzeller

Schlagworte Armut | Altersarmut | Mindestlohn | Niedriglohn | Rente

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