15. November 2016

Ein Auge aufs Ehrenamt

Landesverbandskonferenz: Gemeinnützigkeit schützen, Rechtssicherheit schaffen und Mitgliederbindung fördern

Was war? Was ist? Was wird sein? Diese Fragen besprachen VdK-Gremien und Vorstände auf der Landesverbandskonferenz des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz. Neben Rechenschaftsberichten wurden organisatorische Fragen geklärt, Info-Vorträge gehalten, über Anträge abgestimmt und Pläne fürs kommende Jahr vorgestellt. Einige Neuigkeiten und Neuerungen betreffen auch VdK-Mitglieder und Ehrenamtler.

© Michael Finkenzeller


Es war ein kalter und sonniger Morgen in Lautzenhausen nahe Simmern, wo sich knapp 70 VdKler aus Vorstand, Ausschüssen und Kreisverbänden trafen. Im Tagungszentrum des VdK-Kooperationspartners „Bohr Reisen“ begrüßte VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger die Teilnehmer. In seinem Rechenschaftsbericht zeigte er sich zufrieden mit der Entwicklung der vergangenen Jahre: Der Landesverband stehe finanziell gut da und habe wichtige Entscheidungen fürs Haupt- und Ehrenamt getroffen.

Besonders erwähnte Jäger die neu geregelten Aufwandsentschädigungen, die Rahmenkassenordnung und das neue Softwareprogramm für die Sozialrechtsberatung. Außerdem kündigte er an, das Thema „Rechtsschutz gGmbH“ genau zu prüfen: „Denn damit könnten wir eine Einnahmequelle für unseren Landesverband erschließen.“ Hintergrund ist, dass der VdK als gemeinnütziger Verein für gewonnene Verfahren keine Kosten erstattet bekommt. Das wäre möglich, wenn er seine Rechtsschutzstellen in eine gGmbH ausgliedert.

VdK-Landesschatzmeister Roland Brendel lobte, dass nun auch „alle Ortsverbände in der Bilanz drin sind“ und dadurch der VdK-Landesverband einen vollwertigen Jahresabschluss vorweisen könne. Gleichzeitig betonte er, dass jeder zu spät abgegebene Finanzstatus alles verzögere: „Jeder Ortsverband muss seinen jährlichen Finanzstatus rechtzeitig abgeben. Da sollten die jeweiligen Kreisverbände ein Auge drauf haben und sich darum kümmern.“
Auch wurde die Frage erörtert, wie die Ortsverbände mit ihrem „Vermögen“ umgehen müssten. Steuerberater Fritz Schardt betonte, dass grundsätzlich die „zeitnahe Mittelverwendung“ gelte: Die Ortsverbände müssten ihr Geld für die Mitglieder ausgeben und dürften höchstens zwei Jahresbeiträge „ansparen“. Falls ein Ortsverband diese Summe überschreitet, gebe es allerdings keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen: Das Finanzamt betrachte nur das gesamte Landesverbandsvermögen und überprüfe nicht einzelne Ortsverbände.
In diesem Zusammenhang erinnerte der Finanzausschussvorsitzende Thimo Schlär daran, dass die Ortsverbände diese Rechtssicherheit nur haben, wenn sie ihre Mittel im VdK-Finanzpool anlegen.

Außerdem beschloss die Landesverbandskonferenz auf Antrag des VdK-Kreisverbands Trier-Saarburg, dass Witwen beziehungsweise Witwer die Mitgliedschaft ihres verstorbenen Ehepartners übernehmen können. „Es passiert oft, dass eine Frau, nachdem ihr Mann gestorben ist, dem VdK beitreten möchte, um zum Beispiel weiter bei den Tagesfahrten mitzufahren“, erläuterte der Kreisverbands- und stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Werner Faber. „Durch unseren gestaffelten Mitgliedsbeitrag zahlt sie dann aber statt 4,80 Euro auf einmal sechs Euro. Das müssen wir ändern.“

Fürs kommende Jahr kündigte VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger unter anderem an, neue Weiterbildungsmöglichkeiten fürs Ehrenamt einzurichten: Neben den Kompass-Schulungen sowie Internet-, Presse- und Rhetorik-Seminaren solle es mehr sozialpolitische Schulungen und Vorträge geben. Außerdem werde der Landesverband stärker das Thema „Rente“ in den Fokus rücken. „Höhepunkt wird eine Podiumsdiskussion sein, die wir gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund DGB planen und ausrichten“, so Jäger. „Das Thema muss bei der Bundestagswahl 2017 eine große Rolle spielen, denn die Altersarmut wird jedes Jahr steigen. Der Sozialverband VdK wird lautstark für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik kämpfen.“

Landesverbandskonferenz 2016

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  • von links stellvertretender Landesverbandsvorsitzender Werner Faber, Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger und Landesverbandsgeschäftsführer Rolf Burdack
    Foto: von links stellvertretender Landesverbandsvorsitzender Werner Faber, Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger und Landesverbandsgeschäftsführer Rolf Burdack
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  • Geschäftsführender Landesverbandsvorstand: von links Landesschatzmeister Roland Brendel, Landesverbandsschriftführer Manfred Becher, stellvertretender Landesverbandsvorsitzender Werner Faber, Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger, Landesverbandsgeschäftsführer Rolf Burdack, stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Christa Schulz und Rechtsanwalt Ralf Wickert.
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  • Finanzausschussvorsitzender Thimo Schlär
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  • Der Koblenzer Kreisvorsitzende Rigobert Scherf stellt den Revisionsbericht vor.
    Foto: Der Koblenzer Kreisvorsitzende Rigobert Scherf stellt den Revisionsbericht vor
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  • Gremien des Landesverbandes bei der Abstimmung.
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  • Steuerberater Fritz Schardt bei seinem Vortrag.
    Foto: Steuerberater Fritz Schardt bei seinem Vortrag
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Michael Finkenzeller

Schlagworte Landesverbandskonferenz


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