70 Jahre VdK Rheinland-Pfalz

Liebe VdK-Mitglieder,

unser Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz wird 70 Jahre alt!

Deswegen möchte ich einen Blick zurückwerfen auf die Anfänge des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz: Wie er wurde, was er ist, und welche Stellung er in der Gesellschaft hat.

Der VdK: Krieg und Frieden, Flucht und Vertreibung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit – das sind Themen, die uns aktuell beschäftigen, und die auch vor 70 Jahren schon aktuell waren. Sie führten zur Gründung des Sozialverbands VdK.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war alles zusammengebrochen: Der Staat, die Verwaltung, die Versorgung. Lebensmittel wurden knapp. Überall herrschten Hunger und Armut. Aus dieser Not entstand 1946 in einer Baracke in Neuwied der spätere „Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz“. Damals hieß er noch „Verband der rheinischen Kriegsgeschädigten und Hinterbliebenen aus den Weltkriegen 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945“.

Welche Bedeutung der VdK einmal haben würde, konnten die Gründungsmitglieder damals nicht absehen. Sie kämpften zunächst für die staatliche Versorgung der Kriegsbeschädigten und ihrer Angehörigen – und das sehr erfolgreich. So wuchs der rheinland-pfälzische Verband innerhalb eines Jahres von 350 auf 10.000 Mitglieder und innerhalb von fünf Jahren auf über 110.000 Mitglieder!

Gegen Ende der 50er Jahre begann der Verband langsam aber stetig zu schrumpfen. Der Grund war einfach: Die Zielgruppe des VdK waren ausschließlich Kriegsbeschädigte und Soldatenwitwen – wenn sie verstarben, starb mit ihnen auch ein Stück VdK.

Die 70er Jahre: Neue Zielgruppen erschließen

Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, öffnete sich der VdK Anfang der 70er Jahre allen hilfsbedürftigen Menschen. Offiziell nannte er sich nun „Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner“. Die Mitgliederzahlen stiegen bald wieder – und der Sozialverband VdK, wie er offiziell seit 2002 heißt, wurde zur größten sozialen Interessenvertretung in Deutschland. Durch seinen vielschichtigen Aufbau ist er im ganzen Land und auf allen Ebenen präsent.

Der VdK-Landesverband bestimmt die sozialpolitischen Schwerpunkte und nimmt Einfluss auf die rheinland-pfälzische Sozialpolitik – über Fachgespräche, Ausschüsse und Öffentlichkeitsarbeit. Er ist eine Lobby-Organisation, die sich Gehör verschafft: Egal ob es um Rente, Pflege, Arbeitslosigkeit oder Barrierefreiheit geht.

Rechtsberatung und Freizeitgestaltung

Unsere 28 Kreisverbände, die ganz Rheinland-Pfalz abdecken, beraten unsere Mitglieder in allen Fragen des Sozialrechts; vier VdK-Rechtsschutzstellen vertreten sie vor Gericht. Diese Leistungen werden immer stärker nachgefragt: Denn obwohl wir in einem Sozialstaat leben, muss das Soziale täglich neu erkämpft werden. Für unsere Mitglieder erstreiten wir jährlich Nachzahlungen in zweistelliger Millionenhöhe – mal 19 Millionen Euro, mal 18 Millionen, mal 22 Millionen – und das nur in Rheinland-Pfalz!

Doch nicht nur vor Gericht, auch in der Freizeit ist der VdK für seine Mitglieder da. Unsere landesweit 750 Ortsverbände organisieren Ausflüge, veranstalten Grillfeste und Weihnachtsfeiern und haben immer ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen ihrer Mitglieder. In Rheinland-Pfalz engagieren sich an die 10.000 VdKler aktiv für den Verband, kümmern sich um Ältere und Kranke und fördern das soziale Miteinander in ihren Heimatorten. Damit ist der Sozialverband VdK auch ein starker Motor für die ehrenamtliche Arbeit in unserer Gesellschaft.

Neue Herausforderungen für die kommenden Jahre

Der Verband hat sich immer als große Familie verstanden. Er wuchs an seinen Aufgaben, und die Aufgaben wuchsen mit ihm. Der Sozialverband VdK war immer auf Seiten der Schwachen, hatte keine Scheu vor Veränderungen und traf die notwendigen Entscheidungen. Natürlich gab es nicht nur Siege, sondern auch Niederlagen. Aber der VdK fand immer einen Weg, aus der Krise eine Chance zu machen. Seine Erfolgsgeschichte ist einzigartig.

In den kommenden Jahren wird es darum gehen, die Solidargemeinschaft des VdK in einem gesunden Gleichgewicht zu halten. Viele Neu-Mitglieder kommen ausschließlich wegen der Beratung und Rechtsvertretung zu uns; nicht wenige treten wieder aus, sobald ihr Fall erledigt ist. Der Ansturm ist so groß, dass fast alle Kreisverbände mehr Personal und größere Räumlichkeiten brauchen. Die Kosten dafür tragen vor allem treue VdKler, die seit Jahrzehnten Mitglied sind.

Deswegen müssen wir als Verband nicht nur die Sozialrechtsberatung sichern und unsere sozialpolitische Agenda voranbringen. In Zukunft wird es verstärkt darum gehen, das Ehrenamt zu fördern und auf die Menschen zuzugehen, die den VdK als Herzensangelegenheit betrachten.

Der Sozialverband VdK ist für mich – und das meine ich ohne Übertreibung – der großartigste Verband der Welt! Aus vollem Herzen sage ich „Herzlichen Glückwunsch!“ und frei nach Hermann Hesse: Bleibe, wie du bist, aber ändere dich täglich.

Willi Jäger
Landesverbandsvorsitzender

70 Jahre VdK Rheinland-Pfalz

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  • In einer Baracke in Neuwied 1946 begann alles!
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  • So sah das Hotel "Haus Oberwinter" in den 60er-Jahren aus.
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  • Heute ist das Hotel "Haus Oberwinter" ein modernes Urlaubs- und Tagungshotel.
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  • VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger: Gefragter Interviewpartner im sozialpolitischen Bereich.
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  • Unsere Hauptaufgabe: Beratung und Rechtsvertretung unserer Mitglieder im sozialrechtlichen Bereich.
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  • Der VdK bietet verschiedene Schulungen zu folgenden Themen an: Ehrenamt, Sozialrichter, Internet, Presse, Rhetorik, Barrierefreiheit und Schwerbehindertenvertretung.
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  • Alle vier Jahre findet der Landesverbandstag in Mainz statt. Die Delegierten wählen alle Gremien des Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz.
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  • Der 2015 gegründete Männerchor des VdK-Kreisverband Simmern beim Landesverbandstag.
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  • Im Gespräch mit der Landesregierung: Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger und Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
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  • Nicht nur die Gremien des Landesverbandes werden alle vier Jahre neu gewählt - auch die Kreis- und Ortsverbände wählen ihre Gremien im selben Rhythmus.
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  • In den Gremien des Bundesverbandes ist Rheinland-Pfalz ebenfalls vertreten.
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  • Im Juli 2008 demonstrierten 2000 VdK-Mitglieder in Mainz und überreichten 40.000 Unterschriften, die Reformen gegen Armut forderten.
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  • Malwettbewerb für Mainzer Grundschulkinder zum Thema "Wie verbringe ich am liebsten meine Zeit mit Oma und Opa".
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  • Die Landesverbandsgeschäftsstelle beteiligt sich jedes Jahr am Boy's Day und gibt Jugendlichen Einblicke in die tägliche Arbeit eines Sozialverbands.
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  • Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesverbandes nehmen am Mainzer Firmenlauf teil.
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  • Fester Bestandteil im Programm des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz. Eine Halle voller VdKler in Mainz: Die gemeinsame Karnevalssitzung mit dem Mainzer Carnevalsclub.
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  • Seit Jahren gut besucht: Unser Messestand bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung. Hier informieren Mitarbeiter und Mitglieder über die Arbeit des Sozialverbands.
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  • Ebenfalls fester Bestandteil: Der Rheinland-Pfalz-Tag. Jedes Jahr in einer anderen Stadt in Rheinland-Pfalz und mit vielen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern vertreten bei der Selbsthilfemeile und beim Festumzug im eigenen Umzugswagen.
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  • Der rheinland-pfälzische Ehrenamtstag findet jedes Jahr in einer anderen Stadt statt. Ehrenamtliche Mitarbeiter des jeweiligen Kreis- und Ortsverbandes erklären Interessierten die Aufgaben des Sozialverbands VdK.
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  • Treue Mitglieder: Unsere ältesten sind 70 Jahre dabei.
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  • Ortsverbände unterwegs: Eine von vielen Aktivitäten unserer Ortsverbände - Besichtigung einer Molkerei.
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  • Reisegruppe aus einem rheinland-pfälzischen Ortsverband in Pisa/Italien.
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Schlagworte VdK | Rheinland-Pfalz


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