Steuertipps für Rentner

Bis zum 31. Mai ist die Steuererklärung fällig – auch für viele Rentner. Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring) zeigt, was Betroffene in ihrer Steuererklärung ansetzen können, um ihre Steuerlast zu senken.

© Tim Reckmann/pixelio.de

Werbungskosten

Vom steuerpflichtigen Teil der Rente zieht das Finanzamt automatisch eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 102 Euro ab. Sind Ihre Ausgaben höher, lohnt es sich, diese in der „Anlage R“ der Steuererklärung einzeln nachzuweisen. Absetzbar sind unter anderem: Steuerberatungskosten, Gewerkschaftsbeiträge, Rechtsberatungs- und Prozesskosten zur Klärung von Rentenansprüchen sowie Kontoführungsgebühren eines Girokontos, die auf Rentenüberweisungen entfallen; pauschal sind das 16 Euro.

Altersentlastungsbetrag

Nach Vollendung des 64. Lebensjahres erhalten Sie auf verschiedene Einkünfte wie Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge und Lohneinkünfte einen Altersentlastungsbetrag. Die Höhe richtet sich nach dem Jahr, in dem Sie 64 Jahre alt wurden. War dies zum Beispiel im Jahr 2013 der Fall, beläuft sich der Entlastungsbetrag auf 27,2 Prozent der begünstigten Einkünfte, maximal 1.292 Euro. Bei einer früheren Vollendung des 64. Lebensjahrs kann der Entlastungsbetrag bis 1.900 Euro betragen. Wichtig: Für Renten oder Versorgungsbezüge (z. B. Betriebsrenten) wird der Altersentlastungsbetrag nicht gewährt. Eine ausführliche Tabelle zum Altersentlastungsbetrag als pdf: Tabelle Altersentlastungsbetrag (82,57 KB, PDF-Datei)

Kapitalerträge

Geben Sie in Ihrer Steuererklärung immer alle Kapitalerträge an. Nur dann kann das Finanzamt überprüfen, ob Sie von der (bei der Bank gezahlten) Kapitalertragsteuer etwas zurückerhalten. Die Bank berücksichtigt den Altersentlastungbetrag nicht, er kann nur vom Finanzamt mit Abgabe einer Steuererklärung gewährt werden. Tipp: Achten Sie auf die Höhe der erteilten Freistellungsaufträge – Alleinstehende haben auf max. 801 Euro Anspruch und Eheleute auf max. 1.602 Euro.

Vorsorgeaufwendungen

Hierzu gehören zum Beispiel Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung, Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherung (PKW, privat oder für ein Haustier) und Sterbegeldversicherungen. Vergessen Sie nicht die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, welche die Rentenversicherung direkt einbehält.

Spenden

Spenden für kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Zwecke dürfen Sie in Höhe von bis zu 20 Prozent der persönlichen Einkünfte geltend machen. Beträge bis zu 200 Euro erkennt das Finanzamt auch ohne Spendenbescheinigung an – reichen Sie einfach den Kontoauszug mit ein.

Arznei- und Heilmittel

Medikamente, welche die Krankenkasse nicht zahlt, können steuerlich berücksichtigt werden. Voraussetzung: Es muss ein Rezept vom Arzt vorliegen, auch für nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Gleichermaßen erkennt der Fiskus verordnete Heilmittel wie Massagen oder Krankengymnastik als „außergewöhnliche Belastung“ an. Kosten für Heilpraktiker sind generell steuerlich absetzbar.

Krankenhaus- und Kuraufenthalt

Bei einem Krankenhausbesuch übernimmt die Krankenkasse regelmäßig die gesamten Kosten. Für jeden Tag des Aufenthalts muss jeder Patient eine Eigenbeteiligung von zehn Euro zahlen; diese ist steuerlich absetzbar. Wenn eine Kur oder eine Reha-Maßnahme von der Krankenkasse genehmigt wird, gilt die Regelung ebenfalls.
Für eine Kur ohne Genehmigung ist ein amtsärztliches Attest nötig. Wenn jemand ohne Attest freiwillig eine Kur macht, darf er die Unterkunfts- und Verpflegungskosten nicht absetzen, dafür aber die Eigenanteile für physikalische oder ärztliche Maßnahmen. Es gibt immer mehr Rentner, die einen sogenannten Kurlaub machen. Sie fahren in eine schöne Einrichtung, zahlen dort selbst, bringen aber mehrere Rezepte ihres Arztes mit und lösen diese am „Kurlaubsort“ ein.

Haushaltshilfen und Handwerker

Werden typische Hausarbeiten wie Waschen, Putzen, Kochen oder Gärtnern, aber auch Pflege- und Betreuungsleistungen für Sie übernommen, können Sie diese steuerliche geltend machen. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind mit 20 Prozent, aber höchstens 4.000 Euro begünstigt. Ist die Haushaltshilfe auf 450-Euro-Basis beschäftigt (Minijob) sinkt der Höchstbetrag auf 510 Euro. Bei Handwerkerleistungen erkennt der Fiskus ebenfalls 20 Prozent der Kosten an, es können aber maximal 1.200 Euro von der Steuerlast abgezogen werden. Achtung: Barzahlungen sind nicht begünstigt!

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Vivien Eilhardt

Schlagworte Rentner | Steuertipp | Spenden | Steuererklärung


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