Steuern sparen im Alter

Wenn Menschen in den Ruhestand gehen, steht ihnen meist weniger Geld zur Verfügung – trotzdem zahlen Rentner und Pensionäre immer mehr Steuern. Der Steuerring gibt als Kooperationspartner des VdK Tipps, wie Sie alters- und krankheitsbedingte Aufwendungen in der Steuererklärung ansetzen können, um Ihre Rente nicht unnötig zu belasten.

Krankheitskosten

Typische Krankheitskosten sind zum Beispiel Ausgaben für: Medikamente, Physiotherapie, Arzt- und Heilpraktikerbesuche sowie Kur- und Krankenhausaufenthalte. Diese Aufwendungen können Sie als „außergewöhnliche Belastungen“ in der Steuererklärung angeben. Als Beleg dienen Rezepte, ärztliche Atteste oder Verordnungen eines Heilpraktikers. Zu beachten ist: Mögliche Kostenerstattungen von Versicherungen oder ähnlichem mindern den abzugsfähigen Betrag.

Pflegekosten

Pflegekosten zählen auch zu den außergewöhnlichen Belastungen – allerdings nur, wenn sie krankheitsbedingt entstehen. Zu den Pflegekosten gehören Aufwendungen für die Beschäftigung einer ambulanten Pflegekraft beziehungsweise eines Pflegedienstes oder eine Heimunterbringung. Sie sollten Bescheinigungen der Pflegekasse, ein ärztliches Attest oder einen Schwerbehindertenausweis als Nachweis einreichen.

Achtung: Bei außergewöhnlichen Belastungen kürzt das Finanzamt den angesetzten Betrag stets um die „zumutbare Belastung“. Diese richtet sich nach dem Einkommen und Familienstand.
Anstelle gesonderte Kosten als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung anzusetzen, können Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen jährlich Pauschbeträge für behinderte Menschen oder Pflegepauschbeträge beanspruchen. Die Höhe des Pauschbetrags für behinderte Menschen richtet sich nach dem Grad der Behinderung. Wer eine Person mit der Pflegestufe 3 oder einem H (hilflos) im Schwerbehindertenausweis unentgeltlich pflegt, kann einen Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro beanspruchen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

© Steurring

Sie können die Kosten für sogenannte "haushaltsnahe Dienstleistungen" in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Typische Hausarbeiten wie Waschen, Putzen, Kochen oder Gärtnern, aber auch Pflege- und Betreuungsleistungen werden dann übernommen. Die Dienstleistungen sind mit 20 Prozent, aber höchstens 4.000 Euro begünstigt. Erhaltene Rechnungen und die jeweiligen Zahlungsbelege (Kontoauszüge) reichen Sie mit Ihrer Steuererklärung ein. Voraussetzung für den Steuerabzug: Die haushaltsnahen Dienstleistungen einschließlich Pflegeleistungen müssen in Ihrem Haushalt erbracht werden.

Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse

Unter ein "haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis" fallen die bereits oben genannten Tätigkeiten. Allerdings arbeitet die angestellte Person auf geringfügiger Basis – sie macht also einen 450-Euro-Mini-Job. Auf Antrag berücksichtigt das Finanzamt 20 Prozent der Ausgaben, aber höchstens 510 Euro.
Wenn Angehörige für die Kosten aufkommen, steht auch ihnen eine Steuerermäßigung zu. Die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen beziehungsweise Beschäftigungsverhältnisse sind allerdings nur dann begünstigt, wenn sie nicht schon als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt wurden.

Ihnen ist das alles zu kompliziert? Dann wenden Sie sich am besten direkt an den Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring): Tel. 0800/9784 800 oder www.steuerring.de. Sie können sich aber auch an Ihren VdK-Kreisverband wenden, wo man Ihnen gerne die für Sie nächste Steuerring-Beratungsstelle nennen wird.

Schlagworte Steuern | Steuerring | Sparen | Behinderung | Rentner


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