Kostenübernahme bei Sportgeräten

Nach einer Entscheidung des Landessozialgerichts (LSG) Sachsen vom 18. Januar 2013 muss eine gesetzliche Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für ein Sportgerät übernehmen (Aktenzeichen: L 1 KR 33/11).

Im streitigen Fall sollte sich eine an multipler Sklerose erkrankte Frau aus medizinischen Gründen einen Bewegungstrainer zur Krankengymnastik anschaffen. Mit diesem Bewegungstherapiegerät sollte eine physiotherapeutische Behandlung zumindest teilweise ersetzt und damit eine Kostenerhöhung vermieden werden. Die Kostenübernahme hierfür lehnte die zuständige Krankenkasse ab, zu Unrecht, wie das Gericht entschied. Die Krankenkasse begründete die Ablehnung damit, dass das Gerät nur als ergänzende Maßnahme für die krankengymnastische Behandlung angeschafft würde. Eine solche Kostenübernahme ginge über das Maß des Erforderlichen hinaus.

Das LSG Sachsen verpflichtete die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten für den Bewegungstrainer, weil dadurch die Therapie entsprechend unterstützt und gefördert wird. Krankenkassen müssen nicht jedes Heil- oder Hilfsmittel bezahlen, was auf dem Gesundheitsmarkt zu haben ist. So ist die Leistungspflicht der Krankenkasse grundsätzlich nur dann gegeben, wenn ein eindeutiger Bezug zu einer Krankheit vorliegt. Daran mangelt es bei den Hilfen zur Bewegungsförderung in aller Regel. Krankengymnastik ist im Gegensatz zu rein sportlicher Betätigung immer von den Krankenkassen zu übernehmen. Eine Ausnahme liegt nur dann vor, wenn beim Sport der medizinische Aspekt im Vordergrund steht. Das war auch der Grund, warum im vorliegenden Fall der Versicherten ein Bewegungstherapiegerät zu Lasten der Krankenkasse zugebilligt wurde.

Schlagworte Kostenübernahme Sportgerät | Krankenkasse | Krankengymnasik

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