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Unzufrieden mit dem Entlassungsbericht aus der Reha

Nach Abschluss einer Reha erstellen die Ärzte der Rehabilitationseinrichtung einen Entlassungsbericht für den Leistungsträger. Der Bericht hat für diese den Stellenwert eines sozial-medizinischen Gutachtens und ist wichtig für eine weitere Betreuung der Versicherten. Die Angaben sind wichtig für weitere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wie beispielsweise eine Stufenweise Wiedereingliederung oder für einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente.

Aufgeregt und verunsichert kommt Danae Lanaridis (Name aus Datenschutzgründen geändert) in die VdK Patienten- und Wohnberatung. Die 49-jährige KFZ Mechanikerin hatte nach langwierigen, sehr schmerzhaften Rückenbeschwerden (zwei Bandscheibenvorfälle und ein blockiertes Iliosakralgelenk) an einer dreiwöchigen Rehabilitationsmaßnahme im Schwarzwald teilgenommen. Gestern hat sie nun mit der Post ihren Rehaentlassungsbericht bekommen.
Im Rehaentlassungsbericht wird eine Aussage über die Leistungsfähigkeit der Betroffenen im Erwerbsleben abgegeben. Darin wird der Gesundheitszustand, der Krankheitsverlauf, Diagnostik, die vorgenommenen therapeutischen Maßnahmen sowie das Behandlungsergebnis dokumentiert.
Verwundert hat Frau Lanaridis darin gelesen, dass sie arbeitsfähig entlassen wird. Sie könne auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt jedwede Tätigkeit ausüben, ohne Einschränkungen. Trotz ihrer Erkrankung sei die Rehabilitandin ohne wesentliche Beeinträchtigung für ihr Berufsbild leistungsfähig.
Dabei seien die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der Reha nur bedingt besser geworden, erzählt Lanaridis. Ferner hat sie einige Anwendungen aufgrund großer Schmerzen abbrechen müssen. Auch am Schwimmtraining konnte sie nach zwei Versuchen nicht mehr teilnehmen. Das beheizte Schwimmbad hatte einen Defekt, das kalte Wasser war Gift für ihre Rückenbeschwerden. Doch im Entlassungsbericht stand, dass die Rehabilitandin regelmäßig am Schwimmtraining teilgenommen hat. Auch die von ihr vorgebrachten Beschwerden im Anamnesegespräch waren teilweise fehlerhaft oder wurden vergessen.
Frau Lanaridis befürchtet, dass die genannten Fakten des Entlassungsberichts später von der Rentenversicherung oder vom Arbeitsamt zum Nachteil für sie ausgelegt werden könnten. Deshalb möchte sie gerne gemeinsam mit der Patientenberaterin Greta Schuler von der VdK Patienten- und Wohnberatung Widerspruch gegen den Rehaentlassungsbericht einlegen.

Ein Rehaentlassungsbericht ist kein Bescheid, sondern ein ärztliches Dokument, erklärt Greta Schuler, deshalb ist ein Widerspruch direkt gegen den Rehaentlassungsbericht im sozialrechtlichen Verfahren nicht möglich. Man sollte jedoch der Klinik eine Gegendarstellung zusenden und um Richtigstellung oder um Ergänzungen zum Entlassungsbericht bitten. Auf jeden Fall sollte die Gegendarstellung der Rehabilitationsakte hinzugefügt werden. Überlegen Sie, ob die von ihnen gemachten Angaben mit den Eintragungen im Rehaentlassungsbericht übereinstimmen. Jede noch so kleine Abweichung sollte angegeben werden. „Machen Sie sich am besten Notizen zu allen Punkten Ihres Berichtes, die nicht zutreffen oder die nicht vollständig sind, so dass Sie keinen vergessen“, rät Greta Schuler.
„Stellen sie gegenüber, was der Bericht aussagt und wo hierbei die Fehler sind. Schildern sie zu jedem Punkt den tatsächlichen Ist -Zustand, achten Sie darauf, dass die im Entlassbrief aufgeführten Rehaleistungen auch erbracht wurden und die Behandlungsfrequenzen und die Art der Leistung stimmig aufgeführt sind.
Besprechen Sie den Rehaentlassungsbericht mit Ihrem Hausarzt und Ihrem Facharzt. „Und: je schneller Sie auf einen fehlerhaften Entlassbericht reagieren, umso besser.“
Frau Schuler rät, die Gegendarstellung per Einschreiben oder Fax an den Kostenträger zu schicken, der die Rehamaßname genehmigt hat, und an die Rehaklinik selbst. Von telefonischen Gegendarstellungen sollte man absehen - sie können später nicht mehr bewiesen oder nachvollzogen werden.
Frau Lanaridis ist froh, nun genügend Informationen zu haben und ihre nächsten Schritte planen zu können. Schließlich hat sie durch die Erkrankung ihren Job in einer kleinen Werkstatt verloren und wird sich nun bei der Agentur für Arbeit melden. Gut, wenn dann die Unterlagen und Arztbriefe vollständig sind und zum Gesundheitszustand passen.

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