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Aktuelles in der Wohnberatung

Länger selbstständig leben - VdK Wohnberatung hilft und berät zur Wohnraumanpassung
Seit Jahresanfang gibt es, wie vielfach berichtet, die VdK-Wohnberatung landesweit. Unser Flyer "VdK-Wohnberatung" beschreibt die Aufgaben und die Bedeutung der Wohnberatung für die Menschen.

Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg will mit diesem 2018 stark erweiterten Aufgabengebiet dem Wunsch der überwiegenden Mehrheit der älteren, der hochbetagten aber auch der pflegebedürftigen und der schwerbehinderten Menschen, die in ihrer bisherigen Wohnung bleiben möchten, Rechnung tragen. Schließlich geht es nicht nur um das Wohnen im gewohnten Bereich, sondern auch um den Verbleib im vertrauten Wohnumfeld, im vertrauten Viertel, mit seinen Nachbarn und anderen bekannten Menschen, mit seinen bekannten Läden und Geschäften, Einrichtungen und Verkehrswegen.
Die Krux dabei: Die meisten Wohnungen und Häuser sind nicht barrierefrei. Und sie sind nicht auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten. Daher sind Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe nötig. Hier setzt der Sozialverband VdK Baden-Württemberg an: 17 VdK-Wohnberater leisten zurzeit diese wichtige und zukunftsorientierte Aufgabe, weitere folgen in Kürze. Sie fungieren als Lotsen im Beratungsdschungel. Denn sie können nicht nur Vorschläge zur Beseitigung von Barrieren unterbreiten, sondern auch ergänzende Informationen, beispielsweise zu Hilfsmitteln und Kostenträgern, oder auch zu den alltagsunterstützenden Assistenslösungen (AAL), die es seit geraumer Zeit verstärkt gibt, geben. Stets gilt: Vor Ort und in jedem Einzelfall bedarfsgerechte Lösungen finden!

Stürze vermeiden
"Sollten einzelne Lebensbereiche in Ihrem Zuhause, wie die Küche, das Bad, das Wohn- oder das Schlafzimmer nicht mehr selbstständig von Ihnen genutzt werden können oder besteht die zunehmende Gefahr von Stürzen und Unfällen, so sollten Sie über Maßnahmen zur Wohnraumanpassung nachdenken.Denn dann wird es Zeit, beispielsweise Stolperfallen zu beseitigen, Türschwellen zu entfernen, Türen zu verbreitern, Handläufe zu montieren, eine bodengleiche Dusche zu installieren, Schiebetüren anzubringen oder für eine gute Ausleuchtung zu sorgen", betonen die VdK-Wohnberater.
Betroffene VdK-Mitglieder mit solchem Beratungsbedarf können sich zunächst an die hauptamtliche VdK-Wohnberaterin Ulrike Werner wenden, die zentral alle Anfragen für einen Beratungstermin koordiniert. Ebenso können sich die an einer ehrenamtlichen Wohnberatertätigkeit Interessierten mit Ulrike Werner kurzschließen. Insbesondere aktive Rentner und Ruheständler mit Berufserfahrungen aus den Bereichen Architektur, Innendesign, Handwerk (Schreiner und vergleichbare Berufe), aber auch Sozialarbeiter, Sozialräpädagogen und Menschen mit vergleichbarer Erfahrung können für die VdK-Wohnberatertätigkeit prädestiniert sein.

Startschuss für VdK-Wohnberatung in Baden-Württemberg
Seit diesem Jahr bietet der Sozialverband VdK Baden-Württemberg seinen Mitglie-dern einen neuen Service an. Mit 16 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern startet der Landesverband die Wohnberatung zur individuellen Wohnraumanpassung im Ländle. „Die meisten Menschen wollen trotz Mobilitätseinschränkung, Krankheit oder Behinderung gern in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Oft sind unsere Wohnungen und Häuser aber nicht barrierefrei, wodurch eine selbstständige Lebensführung zusätzlich beeinträchtigt werden kann. Eine Wohnraumanpassung kann da die Lösung sein“, erklärt Ulrike Werner, hauptamtliche Wohnberaterin des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg in Radolfzell. Die Wohnraumanpassung ermögliche auch, den Wohn-raum für die Pflege daheim zu gestalten. Dabei werde die Perspektive der pflegenden Angehörigen als auch der zu pflegenden Personen in den Fokus genommen.

Begonnen hat das Projekt bereits 2016 mit einem Mitgliederaufruf in der VdK-Zeitung (September-2016-Ausgabe). Interessierte Mitglieder wurden damals gebeten, sich als ehrenamtliche Wohnberater beim VdK ausbilden zu lassen. Diesem Aufruf folgten zahlreiche VdK-Mitglieder, die zu einem ersten Seminar im Frühjahr 2017 nach Waiblingen eingeladen wurden. Dort informierten sich die Ehrenamtlichen umfassend über das Thema Wohnraumanpassung und konnten die praktische Umsetzung in der barrierefreien Musterwohnung der Wohnungsbaugesellschaft GSW besichtigen.
Damals meldete sich auch Ewald Deiring aus Wertheim im Main-Tauber-Kreis. „Auslöser für mich war die Meniskusspiegelung meiner Frau. Nach der ambulanten Operation konnte sie nicht mehr die Treppen hoch in unser Schlafzimmer steigen. Da habe ich erstmals gemerkt, wie man in den eigenen vier Wänden durch Barrieren behindert werden kann.“ So wie Deiring geht es den meisten Menschen. Erst wenn man selbst betroffen ist, entwickelt sich ein Bewusstsein für das Thema Barrierefreiheit. Deiring ist Elektromeister in Rente. Er war lange als Geschäftsführer einer Industrieautomationsfirma und im Außendienst tätig. „Als ich den Aufruf in der VdK-Zeitung gelesen habe, war ich gleich angetan. Ein Besuch beim Klienten, um ein Bad oder Wohnung anzuschauen, macht mir nichts aus. Technische Lösungen ausarbeiten und anbieten waren stets meine Aufgabe und Tätigkeit.“ Zudem kann Ewald Deiring einschlägige Erfahrungen im Wohnungsbau mit einbringen. Neben Deiring haben sich weitere Fachkräfte aus den Bereichen Handwerk, Architektur, Pflege und Soziales für die Ausbildung zu ehrenamtlichen VdK-Wohnberatern gemeldet.

Ewald Diering und VdK-Wohnberater Kollegen

Ewald Diering (1. v. links) hat beim Vernetzungstreffen in Stuttgart seine ehrenamtlichen Kollegen kennengelernt, die wie er als VdK-Wohnberater arbeiten.© I.Pfeil

„Um ein fundiertes Wohnberatungsangebot zu bieten, braucht es ein interdisziplinäres Team. Menschen, die ihre fachspezifischen Erfahrungen einbringen können, die schnell eine räumliche Situation erfassen oder auch Menschen, die mit Fingerspitzengefühl für die Belange der Ratsuchenden ein Ohr haben. Außerdem braucht es Teamfähigkeit, um miteinander arbeiten und sich austauschen zu können“, sagt Wohnberaterin Werner.

In einem zweiten Schritt hat der VdK die Teilnehmer – in Kooperation mit dem Deut-schen Roten Kreuz, Kreisverband Stuttgart e.V – intensiv geschult. „Die Teilnehmer wurden an zwei Wochenenden in Stuttgart ausgebildet. Dabei erlebten sie die Wohnberatung auch von der praktischen Seite. Sie konnten Hilfsmittel ausprobieren und so ein Gefühl für das Thema bekommen“, sagt Werner.
Im Januar und Februar 2018 fanden im Landesverband Stuttgart zwei Vernetzungsveranstaltungen für die frisch gebackenen Wohnberater statt. Gemeinsam mit Ulrike Werner und Stefan Pfeil, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Sozialrecht im Landesverband, wurden die Ehrenamtlichen noch einmal auf die Aufgaben in der Wohnberatung vorbereitet und vor allem auch auf die rechtliche Situation hingewiesen. „Die ehrenamtliche VdK-Wohnberatung hat Lotsenfunktion. Vorschläge und ergänzenden Informationen zum Beispiel zu Produkten (Hilfsmittel) und Kostenträgern sollen den Ratsuchenden helfen, um vor Ort bedarfsgerechte Lösungen für sich zu finden. Die Beratung ist als „Hilfe zur Selbsthilfe" zu verstehen. Die ehrenamtlichen VdK-Wohnberater können kei-nesfalls die Aufgaben eines Architekten oder eines Statikers erfüllen und beispielsweise zu einer detaillierten Bauplanung beraten“, unterstreicht Pfeil den rechtlichen Rahmen der Beratung. Die VdK-Wohnberater geben eine erste Orientierung, die ganz dem VdK-Gedanken der neutralen, unabhängigen und kompetenten Beratung folgt.

VdK-Wohnberater Deiring ist motiviert, fühlt sich gut geschult und freut sich sehr über das ehrenamtliche Wohnberater-Team. „Das Vernetzungstreffen in Stuttgart war sehr wichtig. Wir haben hier eine geballte Kompetenz aus allen Bereichen rund um altersgerechtes Wohnen. Wenn ich künftig einen Beratungsfall bei mir im Main-Tauber-Kreis habe, bei dem beispielsweise häusliche Pflege im Vordergrund steht, werde ich ganz sicher meine Kollegin Frau Färber hinzuziehen, die im Main-Tauber-Kreis und auch im Neckar-Odenwald-Kreis tätig ist, sich aber im Pflegebereich sehr gut auskennt. Bei Bedarf machen wir die Wohnberatung auch gemeinsam“, freut sich Deiring. Das neue ehrenamtliche Team der landesweiten VdK-Wohnberatung mit aktuell sechs Frauen und zehn Männern befindet sich weiter im Aufbau.

Ulrike Werner

Ulrike Werner ist hauptamtliche Wohnberaterin beim VdK Radolfzell© Christian Werner

Kontakt: Sie wollen ehrenamtlicher Wohnberater werden oder eine Wohnraumanpassung vornehmen lassen? Dann wenden Sie sich an Ulrike Werner.
Die hauptamtliche VdK-Wohnberaterin koordiniert zentral die Anfragen von Mitgliedern für einen Termin sowie die Aufnahme neuer Ehrenamtlicher in das VdK-Wohnberatungsteam.

Ulrike Werner
Patienten- und Wohnberatung
Sozialverband VdK Baden-Württemberg
Telefon (0 77 32) 92 36 36
u.werner@vdk.de

Ehrenamtliche Wohnberatung in den VdK Kreisverbänden

Für diese abwechslungsreiche Beratungstätigkeit suchen wir interessierte VdK Mitglieder, die sich mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten - z.B. aus den Bereichen Architektur, Ergotherapie, Pflege, Sozialarbeit - gerne ehrenamtlich engagieren wollen.
Nach entsprechenden Wohnberatungs-Schulungen informieren und beraten Sie Ratsuchende vor Ort. Sie geben Tipps, wie die selbstbestimmte Lebensführung z.B. durch die Umgestaltung einzelner Wohnbereiche, durch den Einsatz von Hilfsmitteln oder das Reduzieren bestehender Barrieren erhalten werden kann.
Dabei erhalten Sie auch Unterstützung durch unsere hauptamtlichen VdK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Wenn Sie an dieser vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeit Interesse haben und gerne mehr darüber erfahren möchten, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.
Wir freuen uns auf Sie!

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  1. Ewald Diering und VdK-Wohnberater Kollegen | © I.Pfeil
  2. Ulrike Werner | © Christian Werner

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