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Beratungsfälle in einfacher Sprache

Erklärung zu Texten in einfacher Sprache:
Es werden Inhalte von Originaltexten verständlich übersetzt. Wörtliche Reden werden dabei auch manchmal verändert.
Die Genauigkeit wörtlicher Reden, kann in den Originaltexten nachgelesen werden.

Warum muss man Investitionskosten mitbezahlen?

Erklärung: Investitionskosten sind Kosten, die ein Pflegeheim für die Gebäude-Nutzung und Betriebsausgaben tätigen muss.

VdK-Patientenberaterin Monika Müller

VdK-Patientenberaterin Monika Müller© VdK

Immer häufiger wird diese Frage an die VdK Patienten- und Wohnberatung gestellt: „Warum muss meine Mutter im Pflegeheim Investitionskosten bezahlen?“
Diese Investitionskosten machen eine beträchtliche Summe aus. Für viele Ratsuchende ist dies nicht erklärbar.

VdK-Patientenberaterin Monika Müller erklärt:
Die Investitionskosten dienen den Pflegeheimen zur Refinanzierung der Kosten für die Nutzung des Gebäudes und den Betrieb des Pflegeheims.
Erklärung: Refinanzierung heißt „Rückfinanzierung“. Das „Re“ steht für nachträgliche Finanzierung.

Frau G. ist mit dem Heimvertrag ihrer Mutter in die VdK Beratungsstelle gekommen.
Sie versteht nicht, warum die Investitionskosten von den Heimbewohnern bezahlt werden müssen. Und sie versteht vor allem nicht, warum dieser Betrag so hoch ist. Im Fall von Frau G. liegt dieser nämlich bei 489,85 Euro.
Investitionskosten beruhen auf den tatsächlichen Kosten des Heimbetreibers. Sie müssen von den Bewohnern selbst bezahlt werden. Wenn dazu die eigenen Einkünfte nicht ausreichen, muss das Sozialamt unterstützend helfen.
Investitionskosten werden vom Betreiber des Pflegeheims berechnet. Normalerweise sind sie nicht offen einsehbar. Es dürfen nur die tatsächlichen Kosten weitergegeben werden. Sie unterliegen zum Teil erheblichen Schwankungen. Zudem sind sie vom Alter und Zustand des Gebäudes abhängig.
Es gibt auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Bundesländern. Das hat mit den Grundstückspreisen, Baukosten und so weiter zu tun.
Sie können die Investitionskosten vergleichen mit den Ausgaben, die Hauseigentümer für Investitionen haben. Zum Beispiel: für Neubau, Ausbau, Renovierung und Anschaffungen. So erklärt es Monika Müller.
Und sie erklärt weiter: Allerdings dürfen die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Pflege keine Investitionskosten enthalten.

Oft reicht die Rente nicht Die gesamte Summe in stationären Einrichtungen setzt sich in der Regel aus diesen Ausgaben zusammen: Unterkunft, Verpflegung, Pflege. Eventuell Zusatzleistungen, gesondert berechenbare Investitionskosten und die Ausbildungsumlage.
Erklärung: Die Ausbildungsumlage ist der Betrag, der für die auszubildenden Pflegekräfte ausgegeben wird.

Die Pflegeleistungen können je nach Pflegegrad über die Pflegeversicherung abgerechnet werden. Oft reicht der Betrag von der Pflegeversicherung aber nicht aus, um die Kosten zu decken. Den Rest muss vom Bewohner selbst bezahlt werden. Bei vielen pflegebedürftigen Menschen reicht die Rente nicht dafür aus.
In Baden-Württemberg sind dies fast 28000 Menschen, die deshalb beim Sozialhilfe-Träger einen Antrag stellen müssen. Und zwar: „Hilfe zur Pflege bei vollstationärer Unterbringung“.
Der VdK-Landesverband hat im Februar 2019 die Aktion „Pflege macht arm!“ gestartet. Damit will der Sozialverband Abhilfe schaffen. Der VdK-Gesundheitstag am 14. September wird zu diesem Thema auch manches zeigen.

Unzufrieden mit dem Reha-Entlassungsbericht?

Wenn eine Reha abgeschlossen ist, erstellen die Ärzte der Reha-Einrichtung einen Entlassungsbericht. Den erhält der Leistungsträger. Leistungsträger einer Reha kann die Rentenversicherung sein oder die Krankenkasse.
Dieser Bericht ist dem eines sozialmedizinischen Gutachtens gleichzusetzten. Er ist wichtig für die weitere Betreuung des Versicherten. Die Angaben sind wichtig für weitere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Zum Beispiel für eine stufenweise Wiedereingliederung. Oder für einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente.

Danae Lanaridis kommt aufgeregt und verunsichert in die VdK-Patienten- und Wohnberatung Baden - Württemberg. Die 49 jährige KfZ-Mechanikerin hatte langwierige Rückenschmerzen und zwei Bandscheibenvorfälle und ein blockiertes Wirbelgelenk. Sie hatte deshalb an einer dreiwöchigen Reha-Maßnahme im Schwarzwald teilgenommen. Den Reha-Entlassungsbericht bekommt sie per Post. Darin wird eine Leistungsfähigkeit der Betroffenen im Erwerbsleben angegeben.
Darin werden auch der Gesundheitszustand und der Krankheitsverlauf beschrieben.
Es werden die Erkrankungen dargelegt und die empfohlenen therapeutischen Maßnahmen. Frau Lanaridis liest darin, dass sie arbeitsfähig entlassen wurde. Sie könne auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt jede Tätigkeit ausüben – ohne Einschränkungen. Trotz ihrer Erkrankung sei die Patientin für ihr Berufsleben leistungsfähig ohne wesentliche Beeinträchtigung.
Frau Lanaridis erzählt in der VdK-Patienten- und Wohnberatungsstelle in Stuttgart:
Die Schmerzen und die Bewegungseinschränkungen seien aber in der Reha nur wenig besser geworden. Zudem habe sie einige Anwendungen abbrechen müssen, wegen zu großer Schmerzen. Auch am Schwimmtraining konnte sie nach zwei Versuchen nicht mehr teilnehmen. Das beheizte Schwimmbad hatte einen Defekt.

Richtigstellung wichtig
„Das kalte Wasser war Gift für ihre Rückenschmerzen“, stellte Patientenberaterin Greta Schuler gegenüber der VdK-ZEITUNG klar.
Doch im Entlassungsbericht stand, Lanaridis habe regelmäßig am Schwimmtraining teilgenommen. Auch die Beschwerden, die sie im Verlaufsgespräch angegeben hatte, sind teilweise fehlerhaft notiert. Oder sie wurden vergessen. Frau Lanaridis befürchtet deshalb, dass dies für sie von der Rentenversicherung oder der Agentur für Arbeit zum Nachteil ausgelegt wird. Sie möchte daher gerne gemeinsam mit der VdK-Patientenberaterin Widerspruch gegen den Reha-Entlassbericht einlegen.
„Ein Reha-Entlassungsbericht ist kein Bescheid, sondern ein ärztliches Dokument“, erklärt Schuler. „Deshalb ist ein Widerspruch gegen den Entlassungsbericht im sozialrechtlichen Verfahren nicht möglich.“
Erklärung: Widerspruch im sozialrechtlichen Verfahren bedeutet: Man kann gegen einen Bescheid, z.B. von einer Behörde Widerspruch einlegen und verlangen, dass der Bescheid überprüft wird. Bei einem ärztlichen Dokument ist das nicht möglich.
Aber: Man sollte jedoch der Klinik eine Gegendarstellung zusenden und um Richtigstellung im Entlassungsbericht bitten.

Auf jeden Fall sollte die Gegendarstellung der Reha-Akte hinzugefügt werden.
Greta Schuler rät: „Überlegen Sie, ob die von Ihnen gemachten Angaben mit den Eintragungen im Reha-Entlassungsbericht übereinstimmen.“
Jede noch so kleine Abweichung sollte man angeben.
„Machen Sie sich am besten Notizen zu allen Punkten Ihres Berichts, die nicht zutreffen. Oder die nicht vollständig sind, damit Sie keinen vergessen.
Machen Sie eine Gegenüberstellung, was der Bericht aussagt und wo dabei die Fehler sind. Schildern Sie zu jedem Punkt den tatsächlichen Ist-Zustand.
Achten Sie darauf, dass die Reha-Leistungen, die im Entlass Brief aufgeführt sind, auch erbracht wurden. Und besprechen Sie den Reha-Entlassungsbericht mit Ihrem Hausarzt und Ihrem Facharzt.“
„Je schneller Sie auf einen fehlerhaften Entlassungsbericht reagieren, umso besser“.
Die VdK-Patientenberaterin empfiehlt, die Gegendarstellung per Einschreiben mit Rückschein an den Kostenträger zu senden. Oder auch per Fax. Die Gegendarstellung sollte an den Kostenträger, der die Reha genehmigt hat, geschickt werden und zudem an die Reha-Klinik.
„Telefonische Gegendarstellungen soll man nicht machen, sie können später nicht bewiesen werden“, gibt Greta Schuler zu bedenken.
Frau Lanaridis ist froh, dass sie nun genügend Infos hat. Nun kann sie ihre nächsten Schritte planen. Schließlich hat sie durch ihre Erkrankung ihren Job in einer kleinen Werkstatt verloren. Sie wird sich nun bei der Agentur für Arbeit melden. Gut, wenn dann die Unterlagen und Arztbriefe vollständig sind. Und wenn sie zum Gesundheitszustand passende Angaben enthalten.

Altersbedingte Makula-degeneration(AMD)

Erklärung: Eine Makula-degeneration ist eine Augenerkrankung. Dabei wird die Netzhaut im Auge zunehmend geschädigt. Diese Schädigung geschieht im Zentrum der Netzhaut.

Frau S. kommt zur Beratung in die VdK-Patienten- und Wohnberatung in Stuttgart. Sie hatte vor drei Tagen einen Augenarzt-Termin. Sie hatte festgestellt, dass sie immer verschwommener sieht. Dabei stellte der Arzt diese Makula-degeneration fest. Und zwar handelt es sich hier um die trockene Form der AMD.

Der Arzt sagte auch, dass man da nichts machen könne. Er bestellte die Frau zur Kontrolle in sechs Monaten wieder ein.
VdK-Patientenberaterin Monika Müller erklärt Frau S. wie es zu dieser Erkrankung kommt. Diese macht sich durch verschwommenes Sehen bemerkbar.
Das, was man sieht erscheint verzerrt. Gerade Linien erscheinen gebogen.
„Und beim Lesen fallen sozusagen bestimmte Buchstaben weg“, erklärt Monika Müller.
Bei fortschreitender Erkrankung wird das zentrale Gesichtsfeld zerstört. Seitlich kann man noch eher sehen. Das muss man sich so vorstellen: „Schauen die Betroffenen eine Person an, verschwimmt deren Gesicht. Dabei ist die Umgebung noch gut zu erkennen. Die Makula-degeneration führt nicht zur Erblindung“, erklärt Monika Müller.
Frau S. ist etwas erleichtert. Aber es gibt schon die Frage, ob man nichts tun kann. Monika Müller verweist darauf: Die Erkrankung entwickelt sich langsam. Sie führt zum Verlust des Sehvermögens über viele Jahre hinweg. Dabei bildet sich die Netzhaut langsam zurück und verliert ihre Funktion.
„Leider gibt es keine wirksame Behandlung für die trockene Makula-degeneration.
Bisher weiß man nur, dass rauchen die Erkrankung beschleunigen kann“, sagt Monika Müller. Das Risiko dieser Erkrankung wird erhöht bei ungesunder Ernährung. Oder wenn die Augen extremen Licht ausgesetzt sind.
In einem frühen Stadium kann die regelmäßige Einnahme von Vitaminen schützen.
Zum Beispiel Vitamin C und E. Zudem Mineralstoffe wie Zink. Wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist, hilft das aber nicht mehr.
Monika Müller erklärt weiter: „Manche Patienten mit trockener Makula-degeneration können auch die feuchte Form der AMD entwickeln. Diese führt zu einem schnelleren Verlust des Sehvermögens innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Daher sollte an eine trockene Makula-degeneration regelmäßig kontrollieren lassen. Betroffene Patienten können auch selbst eine Art Kontrolle durchführen. Dazu können sie zuhause ihr Sehvermögen mit dem Amsel-Gitter-Test untersuchen. Diesen Test kann man im Internet machen. Nähere Angaben dazu gibt es weiter unten zur Website.

Sofort zum Arzt
Sollte Frau S. bei sich eine Veränderung feststellen, sollte sie sofort zum Arzt gehen. Denn die feuchte Makula-degeneration kann gut behandelt werden.
Dazu wird ein Medikament in die Augenhöhle gespritzt. Es hemmt das Wachstum von Blutgefäßen. Damit kann das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden. Bei manchen Patienten kann sogar eine verlorene Sehfähigkeit wiederhergestellt werden. Allerdings müssen diese Spritzen mehrmals wiederholt werden. Obwohl die Erkrankung nur einen kleinen Teil der Netzhaut betrifft, kann es zu starken Einschränkungen bei den Betroffenen führen. Das Orientierungs-sehen und das räumliche Sehen können bis zu einem gewissen Grad aufrechterhalten werden. Aber die Fähigkeit zu lesen oder Auto zu fahren verschlechtert sich mit der Zeit.

Tipps und Infos
Es ist hilfreich für gute Beleuchtung zu sorgen. Das gilt für beide Formen der AMD. Auch für eine gute Brille, Lupe oder andere Sehhilfen sollte man sorgen. Mehr zum Thema finden Sie im Internet unter: aufeninfo.de/leit/leit21.pdf, gesundheitsinformation.de (unter Themen von A bis Z), cms.augeninfo.de/fileadmin/pat_brosch/amd.pdf und pro-retina.de (unter Netzhauterkrankungen). Der Test findet sich auf amd-netz.de/amslergitter

Vorsorge
Das können Sie selbst für Ihr Augenlicht tun.
• Gehen Sie nie mit Brille ohne UV-Schutz in die Sonne.
• Rauchen Sie nicht.
• Vermeiden Sie Übergewicht.
• Vermeiden Sie Bluthochdruck.
• Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich. Der Schwerpunkt sollte auf Gemüse und Obst liegen.

Wie lange kann sich die Pflegekasse Zeit lassen?

Frau W. pflegt ihren kranken Vater seit er aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Er wird voraussichtlich länger als sechs Monate Pflege benötigen. Deshalb hat Frau W. einen Antrag auf Pflegegeld bei der Pflegekasse gestellt.
Sie ruft bei der VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg an. Sie will wissen: wie lange kann sich die Pflegekasse für die Entscheidung über den Antrag Zeit lassen?
Patientenberaterin Zeljka Pintaric erklärt: „In der Regel muss die Pflegekasse innerhalb von 5 Wochen nach Antragstellung entscheiden. Diese 5 Wochen beziehen sich auf 25 Arbeitstage. Denn innerhalb von 20 Arbeitstagen muss ein Gutachter zu ihrem Vater nach Hause kommen und prüfen, ob die Pflege nötig ist.
Der Gutachter wird vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zu dem Vater geschickt. Wenn der Medizinische Dienst diese Frist nicht einhalten kann, muss die Pflegekasse dem Vater drei unabhängige Gutachter zur Auswahl stellen.
Wichtig: Manchmal gelten sogar kürzere Fristen, in denen die Begutachtung erfolgen muss. Das kann unter bestimmten Umständen so sein. In diesen Fällen muss die Pflegekasse sofort nach Eingang des Gutachtens entscheiden.

Verschiedene Fristen
Befindet sich die Person im Krankenhaus oder in einer Reha-Klinik gilt eine Frist von einer Woche nach Antragseingang. Nämlich dann, wenn Hinweise vorliegen, dass eine Begutachtung in der Klinik erforderlich ist. Damit soll die Betreuung und Weiterversorgung sichergestellt werden. Die verkürzte Frist gilt auch dann, wenn sich der Antragsteller in einem Hospiz befindet.
Erklärung: Ein Hospiz ist eine Einrichtung für Menschen, die eine unheilbare Krankheit haben und bald sterben werden. Zum Beispiel bei Krebs im Endstadium.

Die verkürzte Frist gilt auch, wenn der Antragsteller ambulant palliativ versorgt wird.
Erklärung: palliativ ist das lateinische Wort für Schmerzbehandlung.

Wenn sich der Antragsteller zu Hause befindet ohne die palliative Versorgung, dann beträgt die Frist zwei Wochen nach Antragseingang, wenn: ein Angehöriger Pflegezeit beim Arbeitgeber angekündigt hat. Oder wenn er Familienpflege-Zeit vereinbart hat.
Wenn die Pflegekasse nach Eingang des Antrags nicht innerhalb von 25 Arbeitstagen den schriftlichen Bescheid erteilt, dann muss sie für jede Woche der Frist-Überschreitung 70 Euro bezahlen. Und zwar für jede angefangene Woche. Das gilt auch für die Überschreitungen der verkürzten Fristen.
Es gilt aber nicht, wenn die Pflegekasse keine Schuld an der Verzögerung hat.
Oder wenn sich der Antragsteller in stationärer Pflege befindet und einen Pflegegrad von 2 oder höher hat.
Erklärung: Die Pflegekasse hat verschiedene Pflegegrade eingeführt. Damit soll geklärt werden, wie hoch der Bedarf der Pflege ist.

VdK-Tipp: Stellen Sie einen Antrag bei der Pflegekasse, sobald Sie den Eindruck haben, dass Sie Hilfe im Alltag benötigen. Die Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt. Den Antrag können Sie per Telefon stellen. Oder in einer E-Mail, oder in einem Brief oder als Fax. Die Leistungen der Kasse werden erst ab dem Monat der Antragstellung gewährt.

Was ist Hausarzt-zentrierte Versorgung?

Die Krankenkassen sind dazu verpflichtet, ihren Versicherten eine besondere hausärztliche Versorgung anzubieten. Das steht seit 2007 im fünften Sozialgesetzbuch, dem SGB V. Diese besondere Versorgung heißt „Hausarzt - zentrierte Versorgung (HzV)“.
In Baden-Württemberg wurde der erste Vertrag dazu im Mai 2008 geschlossen. Und zwar zwischen dem Hausärzteverband, dem Medi-Verbund und der AOK Baden-Württemberg.

Der Südwesten hat mittlerweile zwei Millionen eingeschriebene Versicherte. Er ist Vorreiter dieses Modells. VdK-Patientenberaterin Monika Müller berichtet, dass sich immer wieder Ratsuchende an die VdK-Patientenberatung wenden. Denn es gibt dazu viele Fragen. Zum Beispiel: „Was unterschreibe ich da? Hat das für mich Vorteile oder Nachteile? Kann ich den Hausarzt trotzdem wechseln?“
„In der Beratung erklären wir daher zuerst, dass HzV eine Form der medizinischen Versorgung ist. Hierbei bringt der Hausarzt alle notwendigen medizinischen Behandlungsschritte zusammen“, sagt Frau Müller. „Der Hausarzt wird dabei zum Lotsen durch das Gesundheitssystem für den Patienten. Das Ziel dabei ist, die Qualität der Versorgung des einzelnen Patienten zu verbessern. Und unnötige Untersuchungen und Behandlungen zu vermeiden. Und dadurch schlussendlich auch Geld zu sparen.“ Der Hausarzt hat hier den besten Überblick, da er die Patienten über einen langen Zeitraum begleitet. Und das will die HzV stärken.
Verträge zu dieser Versorgung werden regional zwischen den einzelnen Ärzten und Krankenkassen geschlossen. Dabei können Arztpraxen mit mehreren Kassen Verträge abschließen. Die Teilnahme ist für Ärzte freiwillig. Wenn sich ein Patient dafür entscheidet, dann muss er bei gesundheitlichen Problemen mindestens für ein Jahr zuerst den Hausarzt aufsuchen. Der Vertrag kann vier Wochen vor Vertragsende gekündigt werden. Sonst verlängert er sich um ein Jahr. Davon ausgenommen sind zumeist Notfälle. Auch Besuche beim Frauenarzt, beim Augenarzt, beim Zahnarzt und beim Kinderarzt.

Vorteile
Durch den Vertrag verpflichten sich Hausärzte, die Behandlungswege und die Medikamente zusammen zu bringen. Und sie müssen regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen. Sie müssen Leitlinien für die Praxis festlegen und besondere Angebote schaffen. Zum Beispiel, eine Abendsprechstunde für Berufstätige. Hilfe bei Termin-Vereinbarungen mit Fachärzten. Aber auch Preisvorteile und Servicevorteile in der Apotheke. Oder zusätzliche Versorgungs-Leistungen.
Mit diesen Bestimmungen will man erreichen, dass sich die Qualität der Behandlung beim Hausarzt verbessert. Alle medizinischen Unterlagen der Patienten befinden sich so in einer Hand. Die Patienten haben jederzeit einen Ansprechpartner, der alle wichtigen Informationen kennt. So wird der Patient aktiver Partner im Verhältnis zwischen Arzt und Patient. „Dennoch sollten die Patienten auch über mögliche Nachteile informiert werden“, sagt Müller.

Nachteile
Die vertragliche Bindung an einen Hausarzt kann für einen Patienten auch zum Problem werden. Weil nur noch im Notfall ein anderer Hausarzt aufgesucht werden kann. Nur wenn ein wichtiger Grund vorliegt, kann der Vertrag gekündigt werden und der Hausarzt gewechselt werden. Dazu muss aber die Krankenkasse die Erlaubnis geben. Wenn sich der Versicherte nicht an die Vereinbarungen im Vertrag hält, kann die Krankenkasse Zuzahlungen zurückfordern. Zum Beispiel, wenn man einen Arzt ohne Überweisung aufsucht. Eine freie Arztwahl gibt es also nicht mehr. Auch der Besuch eines Facharztes ist nur mit Überweisung des Hausarztes möglich. Dadurch wird die Möglichkeit für den Patienten erschwert, sich eine zweite Meinung einzuholen. Wichtig ist, dass die Teilnahme an der HzV für den Patienten freiwillig ist. So kann jeder für sich entscheiden, ob er teilnehmen will.

Weitere Hinweise
Die Vertragspartner müssen sich bei den Verträgen an die gesetzlichen Vorschriften halten. Sie sind aber frei darin, wie sie die Inhalte ausgestalten. Deshalb kann es Unterschiede, je nach Krankenkasse, geben.
Die Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg haben die HzV in Baden-Württemberg zwischen 2013 und 2016 ausgewertet. Da hat sich gezeigt, dass die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen und die doppelte Facharzt-Untersuchungen weniger wurden. Und die Patienten haben sich besser versorgt gefühlt.
Diese Auswertung kann man im Internet einsehen unter der Webseite:
https://neueversorgung.de
Mehr Infos dazu können Sie finden auf der Internetseite: www.krankenkassen.de

Was tun, bevor man Hilfe braucht?

Frau Maria Klein ist 75 Jahre alt und kommt in die VdK-Patientenberatung Baden-Württemberg.
Ihre alte Nachbarin ist ins Krankenhaus gekommen und von dort aus in ein Betreutes Wohnen. Weil sie einen heftigen Sturz hatte.
Die Tochter der Nachbarin hatte alles organisiert.

Frau Klein fragt in der Stuttgarter VdK-Beratungsstelle nach: „Wer betreut mich, wenn ich mich schwer verletze? Oder wenn ich einen Schlaganfall bekomme und dann meine Angelegenheiten nicht mehr regeln kann? Ich bin verwitwet und habe keine Kinder. Der einzige Verwandte, der noch lebt, ist mein Neffe. Aber der lebt und arbeitet in London. Es gibt keinen, dem ich eine Vollmacht ausstellen könnte, für den Fall meiner Hilflosigkeit“.
Frau Klein möchte wissen, was sie tun kann, damit sie im Ernstfall in ihrem Sinne vertreten wird. Zum Beispiel, wenn im Krankheitsfall ein Betreuungsgericht einen gesetzlichen Betreuer einsetzen muss. Dieser müsste sich dann um ihre Angelegenheiten kümmern. Bei allen rechtlichen Fragen und bei allen Geldangelegenheiten. Er müsste ihre Interessen vertreten gegenüber Behörden und Banken. Aber auch in persönlichen Angelegenheiten. Zum Beispiel, bei der Vermittlung von Hilfsdiensten, die Frau Klein unterstützen. Sie beklagt sich beim Beratungsgespräch: „Andere Leute haben Kinder oder Enkel, aber ich habe ja niemanden“.
Die Patientenberaterin Greta Schuler erklärt dazu: „Wenn Sie alleinstehend sind oder niemanden kennen, empfiehlt sich eine Betreuungs?verfügung.
Erklärung: Eine Betreuungs?verfügung ist ein Dokument: Darin werden verschiedene Dinge von der Verfügungsperson festgelegt. Zum Beispiel, wer genau die Betreuung übernehmen soll, wenn der Betreuungsfall eintritt.

Frau Schuler überlegt mit Frau Klein, wen es denn geben könnte, zu dem Frau Klein Vertrauen hat. „Gibt es langjährige Nachbarn oder eine gute Freundin? Gibt es jemand in der Kirchengemeinde oder eine Mitsängerin im Chor? Oder wäre jemand bereit, für sie Angelegenheiten zu ihrem Wohl zu regeln?“ Solche Fragen stellen sich dann. Falls niemand aus dem Umfeld in Frage kommt, sollte man sich frühzeitig bei einem Betreuungsverein informieren. Dort kann man Sorgen und Bedenken in einem Beratungsgespräch äußern. Das gilt für die Auswahl der Betreuungsperson. Aber auch für die Art und Weise, wie die Betreuung im Bedarfsfall geführt werden soll.
Betreuungsvereine helfen, die Betroffenen in ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen.
In den Betreuungsvereinen werden die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sie werden immer wieder geschult.
Frau Klein kann in ihrer Betreuungs?verfügung festlegen, wer sie betreuen soll, und wer nicht. Außerdem kann sie dort festlegen, welche Wünsche sie bezüglich der Betreuung hat.

Betreuungsvereine
Eine Betreuungs?verfügung sollte schriftlich gemacht werden. Und zwar mit Datum und Unterschrift. Das Gericht muss diese Betreuungs?verfügung berücksichtigen, wenn ein gesetzlicher Betreuer bestellt wird. Wenn eine solche Betreuungs?verfügung gestellt ist, sollte folgendes beachtet werden: Die Verfügung sollte zentral registriert sein. Frau Klein sollte ein Kärtchen in ihrem Geldbeutel tragen, das auf die Verfügung hinweist. Und wo die Verfügung verwahrt ist.
Frau Klein hat in Stuttgart viel Auswahl, sich ausführlich beraten zu lassen. Zusätzlich zu den Infos der VdK-Patientenberatung, kann sich Frau Klein nämlich kostenlos an Betreuungsvereine wenden. Oder auch an den Stadtseniorenrat oder den Bürgerservice Leben im Alter.
Vor dem Gespräch sollte sich Frau Klein schon eigene Gedanken zu ihrer Versorgung machen. Etwa: „Möchte ich zu Hause oder stationär gepflegt werden? In welche Einrichtung möchte ich gerne gehen? In welche Einrichtung möchte ich auf gar keinen Fall gehen?“ Frau Klein hat schon vor längerer Zeit eine Patienten?verfügung erstellt. Davon sollten auch zukünftige Betreuer Kenntnis haben.
Denn: Eine ausführliche Betreuungs?verfügung dient der eigenen Sicherheit und der Sicherheit des zukünftigen Betreuers.

VDK Tipp
In Baden- Württemberg gibt es rund 70 Betreuungsvereine. Sie sind vom Sozialministerium anerkannt und gefördert. Diese Vereine nehmen sich den Bedürfnissen der bevollmächtigten Personen an. Und den Belangen der Betreuerinnen und Betreuer. Diese Liste ist über den Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) erhältlich.
Eine Broschüre zum Betreuungsrecht in Leichter Sprache ist ebenfalls dort erhältlich.
Und, die Bundesnotar?kammer zum Registrieren der Betreuungs?verfügung erreicht man unter: Bundesnotarkammer, Postfach 080151 in 10001 Berlin. Sowie unter der Internet-Adresse: www.vorsorgeregister.de Erklärung: Die Bundesnotar?kammer ist sozusagen eine Sammelbehörde des Bundes, in der alle Daten, die von Notaren erstellt wurden, registriert sind.
Notare sind Justizbeamte. Sie beurkunden rechtliche Angelegenheiten.

Außerdem kann die VdK-Patienten- und Wohnberatung bei der Suche nach Angeboten für Ihre Region unterstützen.

Siehe auch:www.kvjs.de/soziales/service-betreuungsrecht/aufgaben/

Das Pflegetagebuch als anerkannte Nachweis.

Den VdK-Patientenberaterinnen werden immer wieder Fragen gestellt zum Thema Pflegetagebuch. Zum Beispiel: „Wozu benötigt man ein Pflegetagebuch? Muss man ein Pflegetagebuch führen? Was schreibe ich in ein Pflegetagebuch?“.
VdK-Patientenberaterin Monika Müller erklärt, warum das Pflegetagebuch eine Erleichterung sein kann für die Einstufung des Pflegebedürftigen.

Frau L. lebt mit ihrer 88-jährigen Mutter in einem Haus. Die alte Dame ist in einer separaten Einlieger-Wohnung untergebracht. Sie benötigt seit mehreren Monaten Unterstützung. Und das in vielen Bereichen des täglichen Lebens.
Frau L. möchte deshalb einen Antrag auf Pflegeleistung stellen. Die Nachbarin hat ihr geraten ein Pflegetagebuch zu führen. Damit kann sie nachweisen, was Frau L. täglich für ihre Mutter tut. Frau L. wendet sich daraufhin an die VdK-Patienten- und Wohnberatung. Sie will Informationen bekommen, wo sie ein Pflegetagebuch her bekommt. Und was sie darin aufschreiben soll.
Monika Müller erklärt ihr, dass das Pflegetagebuch sehr wichtig ist. Darin kann Frau L. den täglichen Pflege-Aufwand notieren. Das Pflegetagebuch ist als Nachweis anerkannt.Daher ist es gut, wenn man schon bei der Antragstellung ein Pflegetagebuch beginnt. Und dies mindestens 7 Tage in Folge bevor die Begutachtung des Pflegegrades beginnt.

Minutengenau
Die häusliche Versorgung einer pflegebedürftigen Person ist oft sehr zeitaufwendig. Deshalb ist es ratsam, jede Pflegetätigkeit auf die Minute genau aufzuschreiben.
Das erklärt Monika Müller. Diese Genauigkeit ist besonders wichtig bei Patienten mit einem gestörten Tag-Nacht-Rhytmus. Für die Pflegeversicherung bedeutet Nacht übrigens die Zeit von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens.
Das genaue Notieren aller Tätigkeiten dient dazu, nichts zu vergessen. Auch wenn die Unterstützung noch so klein ist. Zum Beispiel benötigt das Zuschneiden eines Stücks Obst in mundgerechte Stücke mehr Zeit als nur das Essen zu auf den Tisch zu bringen.
Zum Eintragen der Notizen eignen sich am besten die Vordrucke eines Pflegetagebuchs, erklärt Monika Müller. Sie erklärt außerdem: Frau L. soll darauf achten, dass alle Tätigkeitsfelder betrachtet werden. Diese werden als Module bezeichnet.
Damit man ein Pflegetagebuch richtig führt, muss man die Formen der Hilfeleistungen genau kennen. Der Gesetzgeber unterscheidet fünf verschiedene Arten von Hilfeleistungen.

  • Anleitung: Bei der Anleitung wird die pflegebedürftige Person zu einer Handlung angeregt.
  • Beaufsichtigung: Damit wird sicher gestellt, dass die pflegebedürftige Person diese Handlung sicher und richtig ausführen kann. Zum Beispiel, eine Rasur.
  • Unterstützung: Zum Beispiel die Bereitstellung eines Rollators.
  • Teilweise Übernahme: Die Pflegeperson übernimmt einen Teil der alltäglichen Handlungen. Zum Beispiel, Knöpfe an der Bluse schließen.
  • Vollständige Übernahme: Die Pflegeperson übernimmt alle Tätigkeiten für die pflegebedürftige Person. Zum Beispiel, die gesamte Körperpflege.

Monika Müller rät Frau L. alles genau aufzuschreiben. Nur dann kann die genaue Einstufung der Pflege erfolgen.
Es ist auch wichtig, dass zusätzliche Probleme bei der Pflege notiert werden. Das kann der Fall sein, wenn die pflegebedürftige Person sehr schwer und unbeweglich ist. Oder, wenn sie an Schluckbeschwerden leidet.
Zum Abschluss möchte Frau L. noch wissen, wo sie einen Vordruck für ein Pflegetagebuch bekommt. Vordrucke halten die Pflegekassen bereit.
Auf der Internetseite www.angehoerige-pflegen.de ist ein Musterantrag zum Herunterladen bereitgestellt. Sie müssen es suchen bei dem Stichwort „Pflegerecht“.

VdK-Tipp: Wenn Sie vor dem Gutachten der Pflegekasse einschätzen möchten, ob Sie einen Pflegegrad bekommen: Dazu hilft Ihnen die VdK-Broschüre „Pflegebedürftig? Tipps für die Pflegebegutachtung bei Erwachsenen“ weiter.

Behandlung vom Chefarzt im Krankenhaus

Hans V. wird demnächst operiert. Er möchte im Krankenhaus vom Chefarzt behandelt werden. Er fragt bei der Patienten- und Wohnberatung nach, ob er als Kassenpatient ein Recht auf die Behandlung durch den Chefarzt hat.

Patientenberaterin Zeljka Pintaric erklärt: „Wünscht ein Patient eine Chefarzt-Behandlung im Krankenhaus, wird er eine Vereinbarung für Wahlleistungen abschließen müssen.“
Das sind besondere Krankenhaus-Leistungen auf Wunsch des Patienten. Sie gehören nicht zu der notwendigen medizinischen Versorgung.
„Wenn Sie eine Wahlleistung - Vereinbarung unterschreiben, vereinbaren Sie zusätzliche Leistungen. Zum Beispiel die Behandlung durch den Chefarzt. Sie erhalten dann eine Privatrechnung dafür. Dazu gibt es eine Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)“, sagt Pintaric. Kassenpatienten werden aber ohne diese Vereinbarung vom Chefarzt behandelt, wenn nur der Chefarzt eine bestimmte Operation durchführen kann. In diesem Fall ist keine Vereinbarung zur Wahlleistung notwendig. Und sie wäre auch nicht erlaubt.

Vorsicht: Das Krankenhaus vereinbart die Wahlleistung für alle Ärzte im Krankenhaus, wenn sie für die Abrechnung ihrer Leistungen berechtigt sind. Das heißt: Diese Vereinbarung bezieht sich auf alle Ärzte, die an dieser Behandlung beteiligt sind.
„Wenn Sie keine private Zusatzversicherung haben, kommen dadurch sehr hohe Kosten auf Sie zu.“ Das gibt Frau Pintaric zu bedenken.
Deshalb ist Folgendes wichtig: Das Krankenhaus muss vor Beginn der Behandlung die ärztlichen Wahlleistungen mit Ihnen schriftlich vereinbaren. Es darf Ihnen die Vereinbarung nicht ohne weitere Erklärung zur Unterschrift vorlegen. Es muss Sie über die Kosten informieren und Sie aufklären. Auch darüber, dass Sie Einsicht in die Gebührenordnung für Ärzte erhalten können.

Abwarten und Tee trinken

In der Erkältungszeit entstehen Halsschmerzen oft durch Viren.
Das Beste ist dann: Abwarten und Tee trinken.
Denn Antibiotika helfen nur gegen Bakterien. Sie haben zudem Nebenwirkungen.
Erklärung: Antibiotika sind Medikamente, die bestimmte Bakterien abtöten.

Studentin Jana P. hat eine Erkältung und sie plagen Halsschmerzen.
Aber sie hat eine wichtige Prüfung an der Uni und muss schnell fit werden.
Die 23-Jährige bittet ihren Hausarzt um ein Antibiotikum. Aber sie bekommt stattdessen diesen Rat: Sie soll sich schonen und viel trinken.
Greta Schuler von der VdK-Patientenberatung Baden-Württemberg in Stuttgart sagt dazu: Antibiotika nutzen tatsächlich in so einem Fall oft wenig. Bei Halsschmerzen durch Erkältung sind meist Viren die Ursache. Dagegen sind diese Mittel wirkungslos.

Antibiotika können bei bakteriellen Entzündungen Linderung verschaffen. Zum Beispiel an den Mandeln. Aber auch hier ist die Wirkung begrenzt.
Studien zeigen: Nach einer Woche sind fast alle Betroffenen wieder schmerzfrei. Ob mit oder ohne Medikament. Es ist auch schwierig bei Halsentzündungen Antibiotika vorbeugend zu nehmen. Wie zum Beispiel für eine mögliche Mittelohr-Entzündung. Diese ist bei ansonsten gesunden Personen sehr selten. Es ist auch im Voraus nicht leicht zu erkennen, ob es zu solchen Problemen kommen kann.
Insgesamt sollte man daher genau abwägen, wann man Antibiotika einnimmt. Das erklärt Patientenberaterin Schuler. Denn es stehen einem begrenzten Nutzen klare Risiken gegenüber. Mögliche Nebenwirkungen sind: Durchfall und Hautausschlag.
Außerdem können die Bakterien unempfindlich werden, wenn man Antibiotika zu oft einsetzt. Bei wirklich schweren Krankheiten schlagen die Mittel dann nicht mehr an.

VdK-Tipp: Wer Halsweh lindern möchte, kann auf Hausmittel wie Halsbonbons, Tee, Gurgeln mit Salzwasser oder Halswickel zurückgreifen. Schonen Sie sich ein paar Tage. Sorgen Sie für gut befeuchtete Luft in der Wohnung. Und rauchen Sie nicht.
Bei einer akuten Mandelentzündung können schmerzstillende Mittel und fiebersenkende Mittel helfen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit bietet weitere Hinweise zu den Themen „Halsschmerzen: Verschwinden sie schneller durch Antibiotika?“, und „Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern“. Dazu gehen Sie einfach auf die Internetseite:
www.gesundheitsinformation. de

Kein Amalgam mehr für Schwangere, Stillende und Kinder

Es gibt eine neue EU-Quecksilber-Verordnung seit 1. Juli 2018.
Danach darf kein Amalgam für Zahnfüllungen verwendet werden bei: Schwangeren, Stillenden und Kindern bis 15 Jahre.
Was bedeutet das für die betroffenen Patientinnen und Patienten? Wie gefährlich ist Amalgam eigentlich für alle anderen?
Sarah M. kam mit ihrer kleinen Tochter Leah (3 Monate alt) zur VdK-Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart. Sie stillt ihre Tochter noch. Sie hatte auf einen Pfirsichkern gebissen und die Füllung aus ihrem Backenzahn verloren. Für sie darf kein Amalgam mehr verwendet werden. Sie fürchtet sich vor Zusatzkosten. Denn sie ist alleinerziehend und hat wenig Geld. Zudem ist sie besorgt, wenn demnächst ihr Sohn Felix (sechs Jahre alt) eine Füllung braucht.
VdK-Patientenberaterin Greta Schuler erklärt die neue EU-Quecksilber-Verordnung.
Das Ziel ist, dass das silberfarbene Amalgam Schritt für Schritt aus dem Verkehr gezogen wird. Das hat gesundheitliche Gründe. Amalgam besteht aus einer Mischung von Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber. Deshalb übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Kunststoff-Füllung. Bisher bekamen nur Menschen mit einer Amalgam-Allergie die Kunststoff-Füllung kostenfrei. Oder Menschen mit einer schweren Nierenschwäche.

Amalgam-Füllung jetzt austauschen?
Es hat in Deutschland immer wieder große Verunsicherung gegeben, ob Amalgam wirklich unbedenklich ist, wegen des Quecksilbers. Viele Patienten fragen sich nun, ob sie ihre Amalgam-Füllung entfernen lassen sollen. Nach der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) ist das nicht notwendig.
Amalgam ist der älteste und besterforschte Werkstoff. In der Regel wird er problemlos vertragen. Die Aufnahme von Quecksilber durch Zahnfüllungen ist im Durchschnitt gleichgroß wie die Belastung von Quecksilber durch Nahrung.
Auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse halten die Füllung für unbedenklich. Dagegen können auch Kunststoff-Füllungen problematisch sein. Sie bestehen aus einer Mischung verschiedener Kunststoffe. Diese Wirkung ist noch kaum erforscht. Das gibt der Patientenberaterin zu bedenken.
Die EU-Kommission lässt derzeit in einer Studie überprüfen, ob für die Zukunft Amalgam komplett vom Markt genommen werden soll. Die Studie soll in zwei Jahren vorliegen.

VdK-Tipp zur Zahngesundheit Am besten ist es, wenn man keine Füllung braucht. Patientenberaterin Greta Schuler verweist auf Vorsorgemaßnahmen. Damit kann man seine Zähne gesund erhalten. Und man kann damit den Nebenwirkungen bei Füllungen aus dem Weg gehen. Greta Schuler empfiehlt, ab der Kindheit auf eine gute Mundhygiene zu achten.
Für Kinder stehen vom zweiten bis zum sechsten Geburtstag drei zahnärztliche Untersuchungen zur Früherkennung zur Verfügung. Die erste Untersuchung soll im dritten Lebensjahr erfolgen. „Zwischen den einzelnen Untersuchungen müssen mindestens zwölf Monate liegen“, erklärt Greta Schuler.
Der Zahnarzt untersucht die Mundhöhle. Er schätzt das Risiko für Karies ein. Und er berät die Eltern über die richtige Ernährung ihres Kindes. Und über die Pflege von Mund und Zähnen. Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis zum Ende des 18. Lebensjahres können in jedem Kalenderhalbjahr ihren Kiefer, Mund und Zähne vom Zahnarzt untersuchen lassen. Es müssen immer vier Monate zwischen den Untersuchungs-Terminen liegen.
Der Zahnarzt überprüft auch die Mundhygiene. Zum Beispiel, ob sich Beläge oder Zahnstein auf den Zähnen festgesetzt haben. Er untersucht das Zahnfleisch und berät über richtige Zahnpflege und gesunde Ernährung.
Greta Schuler sagt dazu: „Egal in welchem Alter man ist. Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt muss sein“.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen zweimal jährlich eine Kontrolluntersuchung. Und einmal im Jahr die Entfernung von Zahnstein.
„Ältere Menschen können sich oft aufgrund von Krankheiten wie Arthrosen die Zähne selbst nicht mehr so gut putzen. Nur ein Zahnarzt kann dann feststellen, ob noch alles in Ordnung ist.
Auf der Internetseite www.bzaek.de gibt es Filme, die die Zahnpflege erklären. Besonders für Pflegebedürftige und für Menschen mit Behinderung.
Zudem stehen unter www.kzun.de/patienten noch weitere Infos bereit.

Kasse muss Haushaltshilfe zahlen

Wenn man aus dem Krankenhaus entlassen wird und zu Hause alleine ist.Das ist vor allem für ältere Alleinstehende ein großes Problem.
Gerda B. hat einen Termin für eine Operation im Krankenhaus.
Die 70-Jährige ist alleinstehend und macht sich Sorgen. Sie hat Angst, dass sie nach der Entlassung nicht alleine zurechtkommt.
Sie wendet sich an die VdK-Patienten-und Wohnberatung Baden-Württemberg.
Sie will wissen, ob sie einen Anspruch auf Haushaltshilfe zu Hause hat, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen ist.
Die Beraterin Zeljka Pintaric erklärt ihr eine Änderung des Gesetzes:
„Seit dem 1. Januar 2016 haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn:
- sie sich bei einer schweren Krankheit nicht selbst versorgen können.
- die Krankheit sich plötzlich verschlimmert und sie sich nicht selbst versorgen können.
Das gilt auch dann, wenn keine Kinder zum Haushalt gehören.
Die Haushaltshilfe muss vorher bei der Krankenkasse beantragt werden.
Dabei hilft der Sozialdienst der Klinik gerne.
Der Anspruch besteht längstens für 5 Wochen.
Der Anspruch verlängert sich in diesen Fällen:
Wenn ein Kind im Haushalt lebt und noch nicht 12 Jahre alt ist.
Oder, wenn das Kind eine Behinderung hat und auf Hilfe angewiesen ist.
Der Anspruch verlängert sich dann auf längstens 26 Wochen.

Die häusliche Krankenpflege wurde auch erweitert.
Patienten mit einer schweren Krankheit, die nach einem Krankenhausaufenthalt Pflege benötigen, bekommen häusliche Krankenpflege.
Auch nach einer Operation. Wenn diese Patienten nicht zu Hause versorgt werden können, habe sie sogar Anspruch auf Kurzzeitpflege. Auch wenn keine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegt.
„Es handelt sich dann um eine Leistung der Krankenkasse und nicht der Pflegekasse“, stellt Pintaric klar.

VdK –Tipp: Die Krankenkasse kann bestimmen, dass auch in weiteren Fällen Haushaltshilfe erbracht wird. Zum Beispiel: Wenn dem Versicherten, wegen einer Krankheit, die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist. Aber nur dann, wenn keine anderen Personen im Haushalt diesen nicht weiterführen können.


Disease Management Programm – Was ist das?

Das Wort wird abgekürzt in „DMP“. Es ist Englisch und bedeutet:
Ein Programm, das zur Überwachung einer chronischen Erkrankung eingesetzt wird. Es unterstützt Maßnahmen zur Besserung und hilft vorzubeugen. Damit die Erkrankung sich nicht verschlechtert.
Erklärung: Eine chronische Erkrankung ist auf Dauer vorhanden. Zum Beispiel, eine Zuckerkrankheit.

Frau R. kam in die VdK Patienten-und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart. Sie hatte Fragen zum DMP. Ihr Hausarzt hatte ihr angeboten, sich in seiner Praxis in eine DMP für Zuckerkranke einzuschreiben.

Patientenberaterin Monika Müller erklärt. Dass diese Programme in Deutschland seit 2002 von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt werden. Dazu arbeiten die Krankenkassen mit den Ärztinnen und Ärzten zusammen.
Die Idee dahinter ist: Wissenschaftliche Studien helfen ein Programm zusammen zustellen für den besten Behandlungsweg. Das Ziel ist die Situation chronisch Kranker zu verbessern. Die Behandlung soll den Patienten beim Umgang mit der Erkrankung unterstützen. Sie soll ihm helfen im Alltag damit zurecht zu kommen.

Zielgruppe:
Diese Programme gibt es auch für die chronischen Erkrankungen wie Asthma, bestimmte Lungenerkrankungen, Brustkrebs und die beiden Typen 1 und 2 der Zuckerkrankheit. Zudem gibt es diese Programme auch für verschiedene Herzkrankheiten. Das Ziel eines DMP ist es, die Beschwerden zu verringern, die mit den Erkrankungen verbunden sind. Das Fortschreiten der Erkrankung soll aufgehalten werden. Außerdem sollen Folgeschäden vermieden werden.
Damit man an einem DMP teilnehmen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Die Patienten müssen die Behandlungsziele verstehen und umsetzen können. Die Patienten, die sich für dieses Programm einschreiben, erklären sich damit bereit, aktiv an der Behandlung mitzuarbeiten. Zum Beispiel, dass sie regelmäßig alle drei bis sechs Monate eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Die Ärztinnen und Ärzte, die daran teilnehmen, verpflichten sich, die Behandlungspläne einzuhalten.
Frau R. möchte nun genauer wissen, wie eine Behandlung innerhalb eines DMP praktisch aussieht. Monika Müller erklärt ihr: Es gibt Gespräche, Untersuchungen und die Ärzte stellen Diagnosen.
Erklärung: Diagnose ist, wenn man nach Untersuchungsergebnissen, eine bestimmte Erkrankung herausfindet.

Das DMP hat bestimmte Vorgaben, mit denen ein Behandlungsplan erstellt wird. Dazu gehört die medikamentöse Behandlung.
Und andere Behandlungsmaßnahmen, wie Schulungstermine und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Zum Teil sind diese auch in anderen Kliniken oder Arztpraxen.

Behandlungsschritte:
Speziell das DMP Zuckerkrankheit schreibt regelmäßige augenärztliche Untersuchungen vor. Damit sollen mögliche Schädigungen frühzeitig erkannt werden. Damit sie behandelt werden können.
Die einzelnen Behandlungsschritte, Untersuchungen und Ergebnisse werden danach genau aufgeschrieben. Damit sollen alle, die an der Behandlung beteiligt sind, die einzelnen Entscheidungen einsehen können. Und so können sie bestimmte Behandlungsmöglichkeiten berücksichtigen.

Vorteil für Patienten:
Der Vorteil für Patienten liegt darin, dass es verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung gibt, die alle Beteiligten einhalten müssen. Dadurch werden die Patienten zu ihren eigenen Experten ihrer Erkrankung. Das heißt, sie lernen Eigenverantwortung zu übernehmen. Und sie kommen im Alltag besser zurecht. Durch die regelmäßigen Untersuchungen und die Auswertungen der Patientendaten können aktuelle Probleme erkannt werden. Und es können auch die Behandlungserfolge sofort erkannt werden. Dadurch können weitere Probleme vermieden werden.

Tipp: Die Teilnahme an einem DMP ist freiwillig und kostenlos. Sie kann jederzeit gekündigt werden. Ausnahmen gibt es dann, wenn zusätzlich ein Wahltarif mit der Krankenkasse vereinbart wird. Dadurch entstehen unter Umständen besondere Bedingungen für die Kündigung. Patienten können auch von der Krankenkasse aus dem Programm ausgeschlossen werden, beispielsweise, wenn sie nicht gut mitarbeiten. Aber es kann auch sein, dass die medizinischen Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind.

Sie können weitere Infos bekommen über die Suche-Funktion „Was sind Disease-Management-Programme auf www.gesundheitsinformation.de


Krankengeld auch nach Kündigung

Auch nach einer Kündigung kann ein Anspruch auf Krankengeld bestehen.
Michael L. hat seinen Arbeitsplatz verloren. Sein Arbeitsverhältnis endete am Freitag.
Am Montag wurde er krank. Sein Hausarzt stellte Arbeitsunfähigkeit fest.
Er meldete sich bei der Agentur für Arbeit. Sie sagte, dass er kein Arbeitslosengeld bekommen kann. Weil er zum Zeitpunkt der Meldung krank ist.
Herr L. wandte sich an die VdK-Patienten- und Wohnberatung in Stuttgart.
Die Beraterin Zeljka Pintaric schickte ihn mit der Krankmeldung sofort zu seiner Krankenkasse. Diese zahlte daraufhin Krankengeld.
Die VdK-Patientenberaterin sagt dazu: „Die Arbeitsunfähigkeit muss ärztlich bescheinigt werden und der Krankenkasse vorgelegt werden. Nach dem Ende eines Arbeitsverhältnisses besteht weiterhin Anspruch auf Leistungen wie zum Beispiel Krankengeld. Aber längstens für einen Monat. Aber nur, wenn keine Familienversicherung dafür zuständig ist. Und wenn sich innerhalb eines Monats eine neue Krankenversicherung anschließt.

Gleich zum Arzt
So war es bei Michael L. Nach zwei Wochen war er wieder arbeitsfähig. Er meldete sich arbeitslos. Dadurch war er wieder krankenversichert.
Zeljka Pintaric betont: „Tritt eine Erkrankung am letzten Tag eines Arbeitsverhältnisses auf, dann suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt auf. Er soll eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen!
Dadurch kann bei einer längeren Erkrankung ein Krankengeldanspruch bestehen, trotz Kündigung. Auch über einen Monat hinaus.


Ist der PSA-Test zur Früherkennung geeignet?

Erklärung: PSA ist ein bestimmter Wert der Prostata. Er wird im Blut nachgewiesen.
Wenn dieser Wert erhöht ist, kann es ein möglicher Hinweis auf eine Erkrankung sein. Zum Beispiel, Krebs.

Patientenberaterin Monika Müller

© VdK

Für Männer gibt es ab dem 45. Lebensjahr ein Programm zur Früherkennung von Krebs. Dabei werden vom Arzt jährlich die Geschlechtsorgane abgetastet.
Und die dazugehörigen Lymphknoten. Der Arzt tastet zudem die Prostata vom Enddarm aus ab. In dem Programm ist aber nicht der PSA-Test vorgesehen.
Er kann als individuelle Gesundheitsleistung (iGeL) beim Urologen angeboten werden.
Auch Herr K. hatte einen Termin zur jährlichen Vorsorge beim Urologen.
Schon bei seiner Anmeldung gibt ihm die Arzthelferin einen Informations?flyer.
„Sie sollten zur Sicherheit den PSA-Wert bestimmen lassen“, sagt sie.
„Er ist sehr verlässlich, kostet aber 30 Euro. Ihre Kasse bezahlt das nicht.“
Herr K. ist verunsichert. Er lässt sich trotzdem Blut abnehmen und bezahlt die 30 Euro.
Zwei Tage später kommt er in die Beratungsstelle der VdK-Patientenberatung in Stuttgart. Er will wissen, ob der PSA-Test sinnvoll ist.
Der Test ist bei gesunden Männern umstritten. Es geht um die Frage: leben Männer mit einem regelmäßigen PSA-Test länger und besser als Männer, die keinen Test machen lassen. Das erklärt Patientenberaterin Monika Müller.
Es gibt seit Jahren große Diskussionen darüber. Nach den neuesten Untersuchungen gibt es diesen Stand: Die Sterblichkeitsrate bei Männern mit diesem Test ist leicht gesunken. Einige Experten glauben daher, dass der Test Leben retten kann. Vor allem könne er Patienten helfen, bei denen Tumore schnell und aggressiv wachsen. Bei ihnen kann die Lebenserwartung durch regelmäßige Untersuchung verlängert werden.
Wenn in der Familie eine solche Art von Prostatatumor schon mal aufgetreten ist, kann ein PSA-Test sinnvoll sein.
Von der Statistik her betrachtet, müssten viel zu viele Männer getestet werden, damit ein leicht erhöhter PSA-Wert zu weiteren Untersuchungen führt.
Bei diesen Männern müsste man zur Absicherung eine Gewebeprobe entnehmen.
Und in diesen Proben findet sich nur in manchen Fällen Tumorgewebe. Aber die hätten zu Lebzeiten keine Beschwerden verursacht. Die meisten Männer erkranken nämlich erst in sehr hohem Alter an Prostatakrebs.
Das Verhältnis ist so: Auf einen Patienten, der durch den Test länger lebt, kommen 30 bis 40 Patienten, die keinen Vorteil davon haben. Deshalb wurde der PSA-Test zur Früherkennung aus dem Vorsorgeprogramm der Kassen genommen.
Anmerkung der Übersetzerin: Kassen beurteilen Programme immer von den Kosten und dem Nutzen her.

Monika Müller sagt dazu: „Jeder Mann sollte selbst abwägen, ob er diesen Test machen möchte.
Das rät sie auch Herrn K.


Hilft Ultraschall Eierstockkrebs zu erkennen?

Patientenberaterin Monika Müller

© VdK

Wir erinnern uns an Frau L. aus der letzten Ausgabe. Ihre Frauenärztin hatte ihr eine Ultraschall-Untersuchung angeboten. Diese sollte sie jedoch selbst bezahlen.
„Frauenärzte bieten diese Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an, obwohl sie zur Krebsfrüherkennung nicht geeignet ist. Sie ist ungenau und viele Frauen werden dadurch unnötig operiert.“ Das betont VdK- Patientenberaterin Monika Müller. Denn ein sicherer Nachweis, dass diese Untersuchung nützlich ist zur Früherkennung, fehlt bisher. Eine große Untersuchung mehrerer wissenschaftlicher Studien im Jahr 2011 hat das aufzeigen können.
Frau L. fragt sich nun, warum die Ultraschall-Untersuchung dann angeboten wird, wenn ihr Nutzen nicht nachgewiesen ist?
Monika Müller sagt dazu: „Eierstockkrebs verursacht anfangs meist keine Beschwerden. Mit dem Ultraschall hofft der Arzt, Tumore bei Frauen ohne Beschwerden, in einem möglichst frühen Stadium zu finden. Dann ist der Krebs noch gut zu behandeln oder vielleicht sogar heilbar.“
Im günstigen Fall trägt die Früherkennung also dazu bei, dass weniger Frauen an Eierstockkrebs sterben.
Aus Sicht der Wissenschaft ist diese Hoffnung aber leider unberechtigt. Die Untersuchung des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation zeigt dieses auf: Krebs im Frühstadium wird mit der Ultraschall-Untersuchung nicht häufiger festgestellt als ohne diese Untersuchung. Die Wissenschaftler fanden auch keinen Beweis dafür, dass eine frühe Behandlung die Sterblichkeit senken kann. Oder dass sie die Lebensqualität erhöht. Ohne nachgewiesenen Nutzen ist der Schaden schwerwiegender.
„Oft werden in Ultraschall-Untersuchungen Auffälligkeiten entdeckt, bei denen nicht sicher ist, ob es sich um Krebs handelt“, erklärt VdK-Mitarbeiterin Müller.
„Und die einzige verlässliche Möglichkeit zur Abklärung ist die operative Entfernung der Eierstöcke. Und die anschließende Untersuchung. Aber: Nur bei einer von 20 operierten Frauen wird dann auch Krebs gefunden.“
Frau Müller erläutert weiter: „wenn jedoch die Ärztin beim Abtasten einer Patientin mit Beschwerden etwas Auffälliges findet, dann ist die Ultraschall-Untersuchung eine wichtige Methode zur weiteren Abklärung. In diesem Fall wird die Ultraschall-Untersuchung auch von der Krankenkasse bezahlt.
Frauen ohne Beschwerden ersparen sich hingegen im Zweifelsfall viel Stress. Oder sogar eine unnötige Operation, wenn sie auf die Ultraschall-Untersuchung der Eierstöcke verzichten.
Abschließend weist die VdK- Patientenberaterin daraufhin: IGeL sind nie dringend.
Frau Müller rät dazu, auf einer ausführlichen Aufklärung des Arztes zu bestehen. Dann erst kann die Patientin entscheiden, ob die Leistung für sie sinnvoll ist.

Gesetzliche Früherkennung oder IGeL?
IGeL heißt: individuelle Gesundheitsleistungen.

Patientenberaterin Monika Müller

© VdK

Gesetzlich krankenversicherte Kinder und Erwachsene haben einen Anspruch auf Früherkennungs-untersuchungen. Und auf Vorsorge-untersuchungen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen regelmäßige Gesundheits-Checks und Krebsfrüherkennungs-untersuchungen. Wer daran teilnimmt, kann damit Punkte sammeln für Bonusprogramme. Das ist ganz unterschiedlich bei den verschiedenen Krankenkassen.
Darüber hinaus gibt es Früherkennungs-untersuchungen. Das sind die IGeL. Diese müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Frau L. kommt in die VdK-Patienten- und Wohnberatungsstelle in Stuttgart. Sie ist völlig verunsichert. Ihre Frauenärztin hat ihr eine Ultraschall-untersuchung der Eierstöcke angeboten zur Früherkennungs-untersuchung. Diese soll sie aber selbst bezahlen. Frau L. sagt, dass sie doch immer wieder lese, dass ihre Krankenkasse diese Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bezahlt. Die Patientenberaterin Monika Müller erklärt dazu: "Es gibt eine ganze Reihe von Krebsfrüherkennungs-untersuchungen, die von der Krankenkasse übernommen werden. Ärzte können aber zusätzlich noch weitere Untersuchungen anbieten. Diese sind nicht im Leistungskatalog der Kassen enthalten. Die Patientin muss sie selbst bezahlen. Jeder Patient sollte daher für sich selbst klären, ob diese Untersuchungen sinnvoll sind. Diese Klärung ist wichtig, bevor er einer "IGeL" zur Krebsfrüherkennung oder zur Krebsvorsorge zustimmt". Generell lässt sich nicht sagen, ob alle IGeL im Bereich Vorsorge unnötig oder sinnvoll sind. Das muss jeweils einzeln betrachtet werden. "Fragen zur Krebsfrüherkennung und Krebsvorsorge-untersuchung haben wir sehr häufig", sagt Frau Müller. Denn der Bereich Krebsfrüherkennung und Krebsvorsorge ist so groß, dass man hier nicht vollumfänglich beraten kann. Monika Müller gab Frau L. zunächst eine Übersicht über alle Früherkennungs-untersuchjavascript:void(0)ungen und Vorsorge-untersuchungen, die von der Kasse für Erwachsene bezahlt werden.

Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene:

  • Ab 20 Jahre: einmal pro Jahr eine Genital-untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen bei Frauen.
  • Bis 25 Jahre: jährlicher Test auf eine Infektion "Chlamydien" für Frauen. Erklärung: Chlamydien sind Keime, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Sie können schmerzhafte Infektionen auslösen
  • Ab 30 Jahre: Zur Krebsvorsorge für Frauen kommt eine jährliche Brust- und Haut-untersuchung hinzu. Patientinnen sollten in die Selbstuntersuchung der Brust eingewiesen werden.
  • Ab 35 Jahre: alle zwei Jahre allgemeiner Gesundheits-Ceck für Männer und Frauen zur Früherkennung. Zum Beispiel von: Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes.
  • Ab 35 Jahre: alle zwei Jahre Hautkrebs-Screening (Hautkrebs-früherkennung). Dabei wird die Haut des ganzen Körpers in Augenschein genommen.
  • Ab 45 Jahre: für Männer jährliche Krebsfrüherkennungs-untersuchung der Genitalien und der Prostata.
  • Von 50 bis 55 Jahre: jährliche Stuhluntersuchung für Männer und Frauen zur Darmkrebs-früherkennung (Test auf verborgenes Blut im Stuhl)
  • Ab 55 Jahre: Darmkrebs-früherkennung für Männer und Frauen
    alle zwei Jahre Stuhluntersuchung oder im Abstand von 10 Jahren maximal zwei Früherkennungsuntersuchungen. Darmspiegelungen (Koloskopien)
  • Von 50 bis 69 Jahre: für Frauen alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie-Untersuchung (Röntgen der Brust).

Der Patient oder die Patientin kann davon ausgehen, dass diese Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ausreichend sind.
Im speziellen Fall von Frau L. muss noch geklärt werden, ob eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke sinnvoll ist. Dieser Frage wird Frau Müller nachgehen und im nächsten Fall des Monats darlegen.

Info
Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit finden sich weitere Informationen. Unter dem Stichwort "Prävention", "Früherkennung und Vorsorge" und "Krebsvorsorge". Dort gibt es auch einen Link zur Übersicht des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Internetseite: www.bundesgesundheitsministerium.de

Ärztin im Urlaub - wer schreibt krank?

Patientenberaterin Zeljka Pintaric

Patientenberaterin Zeljka Pintaric© VdK

Andrea M. ist seit längerem krank und bekommt Krankengeld. Sie ist bis Montag krankgeschrieben. Als sie eine neue Bescheinigung von ihrer Ärztin holen will, ist die Praxis wegen Urlaubs geschlossen. Jetzt weiß sie nicht, an wen sie sich wenden soll, wegen der weiteren Krankschreibung.

Besorgt ruft Frau M. bei der VdK Patienten- und Wohnberatung in Stuttgart an. Dort erfährt sie: Jeder Kassenarzt muss eine Vertretung für seine Urlaubszeit organisieren. Diese Vertretung kann eine Folgebescheinigung ausstellen. Dabei ist aber besonders wichtig, dass die Krankschreibung ohne Lücken ist. Sonst kann die Krankenkasse die Krankengeldzahlung einstellen. Den Namen und die Adresse des Vertretungsarztes findet man in der Regel am Aushang an der Praxistür. Oder über die Ansage auf dem Anrufbeantworter.
VdK-Patientenberaterin Zeljka Pintaric warnt aber:
"Schon ein einziger Tag ohne Krankschreibung kann dazu führen, dass die Kasse die Krankengeldzahlung einstellt."
Patienten müssen spätestens am ersten Werktag nach Ende der bisherigen Krankschreibung zum Arzt gehen und die Folgebescheinigung holen. Diese Werktags Regelung gilt aber übers Wochenende und an Feiertagen nur dann, wenn man wegen derselben Krankheit weiter krankgeschrieben wird.
Patienten sollen sich deshalb frühzeitig informieren, wann ihr Arzt in Urlaub geht. Und wer ihn dann vertritt.
Frau M. hatte vor lauter Sorge den Hinweis auf dem Praxisschild nicht gelesen. Sie wendet sich noch am selben Tag an die Vertretungsärztin und erhält die Krankschreibung.

Tipp:
Mit der neuen Krankschreibung muss man nicht bis zum letzten Tag warten. Eine Folgebescheinigung ist auch im Voraus möglich.
Die Kontaktdaten der VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg finden Sie im Infokasten auf dieser Seite.

Bei Ernährungsfragen helfen die Kassen

Patientenberaterin Greta Schuler

© VdK

Viele Menschen suchen oft lange nach fachgerechter Beratung in Sachen Ernährung. Besonders Menschen mit Übergewicht oder mit Zucker. Aber auch Menschen mit Bluthochdruck oder Allergien.
Auch wer nicht krank ist, aber einer Erkrankung vorbeugen will, hat da auch oft Probleme, wenn er nach einer geeigneten Beratung sucht.
Er weiß oft nicht, dass die Krankenkassen sie darin unterstützen.

Hier ist ein Beratungsfall der VdK-Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg:
Frau Regina M. kommt in die Beratungsstelle nach Stuttgart. Sie sucht schon seit langer Zeit eine fachliche Ernährungsberatung. Sie möchte ihr Gewicht, aus gesundheitlichen Gründen, deutlich verringern.
Sie bittet die Patienten-und Wohnberatung um Unterstützung. Sie fragt nach der Möglichkeit der Förderung durch ihre Krankenkasse.
VdK-Beraterin Greta Schuler erklärt, dass viele gesetzliche Krankenkassen die Ernährungsberatung mit Geld fördern können.
Nach Paragraf 20 des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) ist dies der Fall, wenn:
man einer Erkrankung vorbeugen will. Oder, wenn chronische Erkrankungen vorliegen.
Erklärung: chronische Erkrankungen sind Erkrankungen, die dauerhaft da sind.
Zum Beispiel, die Zuckerkrankheit (Diabetes).

Nach Paragraf 43 im SGB V kann man ergänzende Leistungen bekommen bei einer Rehabilitation.
Erklärung: Rehabilitation heißt wörtlich: Wiederherstellung. Es wird oft abgekürzt mit "Reha". Menschen bekommen dazu bestimmte Heilmaßnahmen, damit es ihnen wieder besser geht. Oder damit sie wieder gesund werden.

Die Kurse zur Gewichtsabnahme können von der Kasse selbst angeboten werden. Oder von Anbietern, die von den Kassen genehmigt sind.
Damit man eine Förderung bekommen kann müssen diese Voraussetzungen erfüllt sein: sie müssen Teile der Ernährungsumstellung und Bewegung enthalten. Damit müssen sie bestimmte Qualitätsvoraussetzungen erfüllen.

Greta Schuler sucht mit Frau M. im Internet auf den Seiten des Verbands der Ernährungsberatung (VDOE e.V.) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Greta Schuler will eine geeignete Einrichtung für Frau M. finden.
Frau M. leidet an einer Störung des Fettstoffwechsels. Deshalb kann sie mit ergänzenden Reha-Leistungen rechnen. Der Förderbetrag ist hier etwas höher.
Frau M. benötigt dazu eine ärztliche Verordnung. Wichtig ist dabei auch, dass die Krankenkasse vorher informiert wird.

Tipp: Nachfragen
Die Regelungen für die Zuschüsse bei den Krankenkassen können verschieden sein. Deshalb sollten Sie Ihre Kasse fragen, welche Beratung und Kursangebote sie gibt.
Und welche Geldleistungen sie zur Ernährung anbietet.
Fachliche Ernährungsberatung finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de/service/zertifizierte-ernaehrungsberatung
und auf der Internetseite des Verbands VDOE e.V.: www.vdoe.de
Die Kontaktdaten der VdK-Patienten-und Wohnberatung finden Sie im Infokasten auf dieser Seite.

Wer zahlt die Fahrkosten zur Hausärztin?

Patientenberaterin Zeljka Pintaric

Patientenberaterin Zeljka Pintaric© VdK

Peter M. ist am Dienstagabend erkrankt. Er wird am nächsten Tag nicht arbeiten können. Sein Arbeitgeber verlangt eine Krankschreibung ab dem ersten Tag.
Peter M. lebt in einem kleinen Dorf. Die Praxis seiner Hausärztin ist in der nächsten Stadt. Sein Problem: Wie kommt er am nächsten Morgen zu seiner Ärztin?
Peter M. kann nicht selbst mit dem Auto fahren. Familie, Freunde oder Nachbarn haben keine Zeit, ihn zu fahren. Öffentliche Verkehrsmittel kommen auch nicht in Frage. Er möchte mit dem Taxi zu seiner Ärztin fahren. Aber er will nicht auf den Kosten sitzen bleiben.
Er ruft bei der VdK-Patientenberatung und Wohnberatung an.
Von der Beraterin Zeljka Pintaric erfährt Peter M:
Die Krankenkassen bezahlen nur in Ausnahmefällen die Fahrkosten.
Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Versicherte während der Fahrt eine fachliche Betreuung brauchen. Oder, wenn sie einen Krankenwagen benötigen.

Die Fahrkosten werden auch zu bestimmten Therapien übernommen. Zum Beispiel, wenn die Fahrten oft benötigt werden und in einem längeren Zeitraum.
Das ist bei Fahrten zur Dialyse der Fall.
Worterklärung: Dialyse ist eine Behandlung für Menschen, bei denen die Nieren nicht mehr richtig funktionieren. Sie werden an ein Gerät angeschlossen, das diese Arbeit übernimmt. Das ist ein Dialysegerät.

Die Fahrkosten werden auch bei Chemotherapie oder Strahlentherapie bei Krebspatienten übernommen.
Wenn Versicherte pflegebedürftig sind und die Mobilität ab Pflegegrad drei eingeschränkt ist, dann werden die Fahrkosten übernommen.
Das gilt auch für Versicherte mit dem Merkzeichen "aG", "BL" oder "H" in ihrem Schwerbehinderten-ausweis.
"aG" heißt: außergewöhnliche Gehbehinderung.
"BL" heißt: blind
"H" heißt: hilflos.

Falls versicherte keine Zuzahlungs?befreiung haben, müssen sie einen Eigenanteil für jede Fahrt bezahlen.
Die Zuzahlung beträgt zehn Prozent der Kosten. Mindestens aber 5 Euro und höchsten 10 Euro. Und nicht mehr als die Fahrkosten selbst.
Das gilt auch für Kinder und Jugendliche.

Wichtig:
Die Krankenkasse muss es vorher genehmigen. Das heißt: Sie müssen die Fahrkosten vor der ambulanten Behandlung beantragen.

Keiner muss auf Zahnersatz verzichten

Patientenberaterin Zeljka Pintaric

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Oft nutzen Geringverdiener nicht die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
Dies wird deutlich bei den Anfragen an die VdK-Patientenberatung und Wohnberatung in Stuttgart.
Patientenberaterin Zeljka Pintaric gibt dazu ein Beispiel:
Herr M. benötigt Zahnersatz. Zwei Kronen müssen ihm eingesetzt werden.
Er befürchtet aber, dass er sich keinen Zahnersatz leisten kann.
Herr M. fragt, ob seine Krankenkasse die gesamten Kosten übernehmen muss.
Frau Pintaric sagt dazu: ?Nur wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann den doppelten Festzuschuss zur Regelversorgung bekommen.
Erklärung: Festzuschuss ist der Geldbetrag den die Krankenkasse zu den Zahnarztkosten dazu bezahlt.

Den doppelten Festzuschuss gibt es dann, wenn die monatlichen Bruttoeinnahmen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten.

Für das Jahr 2017 gibt es diese Regeln:

  • Alleinstehende: 1190 Euro
  • mit einem Angehörigen: 1636,25 Euro
  • jeder weitere Angehörige: 297,50 Euro

Dazu müssen der Krankenkasse Unterlagen zu den Einkommen vorgelegt werden.
Zum Beispiel: Einkommensnachweise, Arbeitslosengeld oder Bescheinigungen zur Sozialhilfe.
Wichtig dabei ist:
Wenn jemand von den Zuzahlungen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse befreit ist, ist er nicht automatisch ein Härtefall.
Es muss immer ein gesonderter Antrag gestellt werden.
Oft sind die tatsächlichen Kosten für den Zahnersatz höher als der doppelte Festzuschuss.
Auch diese höheren Kosten werden übernommen, wenn sie innerhalb der Regelversorgung liegen.
Nur, wenn jemand eine Keramikkrone oder Goldkrone möchte, muss er dafür selbst bezahlen.
Die Krankenkasse übernimmt alle Kosten für den einfachen Zahnersatz.

Bei geringem Einkommen Härtefallantrag stellen.
?Es gibt eine gleitende Härtefallregelung?. Das bedeutet: Man kann auch dann einen zusätzlichen Zuschuss erhalten, wenn man etwas über der Einkommensgrenze liegt.
?Für Versicherte mit geringem Einkommen lohnt es sich auf jeden Fall, einen Härtefallantrag bei der Krankenkasse zu stellen.? Das sagt Frau Pintaric.

#KASTEN{

IGe-Leistungen niemals dringend notwendig

Erklärung: IGe-Leistungen sind individuelle Gesundheitsleistungen.
Das bedeutet, pers

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