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Große Pflegereform

Bei Zusatzeinkünften lohnt sich der Besuch beim Steuerberater

Rente und Steuer: Der Fiskus bittet Rentner vermehrt zur Kasse – Die VdK-Zeitung November 2012) beantwortet die wichtigsten Fragen (Teil 2)

Rentner sind im Visier des Finanzamts: Derzeit sind Renten für Alleinstehende bis 1260 Euro steuerfrei. Kommen bestimmte weitere Einkünfte hinzu, sieht die Berechnung aber anders aus. | © Imago

Das Alterseinkünftegesetz von 2005 hat die Besteuerung von Renten neu geregelt. Viele Rentner fragen sich, ob sie Steuern zahlen müssen oder nicht. Derzeit fallen bei einer monatlichen Bruttorente bis 1260 Euro für einen Alleinstehenden keine Steuern an, bei Ehepaaren sind 2520 Euro steuerfrei. Voraussetzung ist, dass keine weiteren Einkünfte vorliegen. Wenn aber neben der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung weitere Einkünfte vorhanden sind, wird die Berechnung komplizierter.

Welche Ausgaben helfen, um Steuern zu sparen?

Werbungskosten in Höhe von 102 Euro werden automatisch vom Finanzamt abgezogen, höhere Ausgaben müssen nachgewiesen werden.
Unter Werbungskosten versteht man alle Aufwendungen, die zum Erwerb, zur Sicherung und zum Erhalt der Renteneinnahmen getätigt werden. Kirchensteuern und Spenden gelten als Sonderausgaben und wirken steuermindernd. Ausgaben für Versicherungen wie Kranken- und Pflegeversicherung, Haftpflichtversicherung und Unfallversicherung lassen sich von der Steuer absetzen. Nicht absetzbar sind so genannte Sachversicherungen, also etwa eine Hausratversicherung.

Haushaltsnahe Dienstleistungen (zum Beispiel Gartenarbeiten, Reinigen der Wohnung, Zubereiten der Mahlzeiten im Haushalt) und Handwerkerleistungen können die Steuerschuld auch mindern. Aber nur, wenn der Steuerpflichtige dann für diese Dienstleistungen und Handwerkerarbeiten eine Rechnung bekommen hat und vorweisen kann, dass er diese per Überweisung auf das Konto des Leistungserbringers gezahlt hat. Barzahlungen – auch gegen Quittung – werden nicht anerkannt.

Berufstätigen Rentnern, die mehr als einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, also mehr als derzeit 400 Euro, ab 1. Januar 2013 dann 450 Euro im Monat verdienen, steht eine Werbungskostenpauschale von 920 Euro zu. Auch zusätzliche Aufwendungen für die Pflege von Angehörigen, eine Haushaltshilfe, Krankheits- oder Beerdigungskosten können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden.

Welche Steuererleichterungen gelten für Rentner, die einen Grad der Behinderung (GdB) vorweisen können?

Für Menschen mit Behinderung ab einem GdB von 25 gibt es einen steuermindernden Pauschbetrag. Sofern der GdB mindestens 25, aber weniger als 50 beträgt, gibt es den Behinderten-Pauschbetrag nur, wenn die Behinderung zu einer dauernden Einbuße körperlicher Beweglichkeit geführt hat. Der Behinderten-Pauschbetrag wird immer als Jahresbetrag in voller Höhe gewährt, auch wenn die Voraussetzungen nicht während des ganzen Jahres vorgelegen haben. Wie hoch der Pauschbetrag ist, erklärt die Tabelle rechts.

Wie ist die Situation, wenn jemand zusätzliche Einnahmen, beispielsweise aus einer Betriebsrente, aus Vermietung oder Zinsen, hat?

Zu den steuerpflichtigen Einkünften gehören neben der gesetzlichen Altersrente unter anderem Betriebsrenten, Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Zahlungen von Versorgungswerken sowie Privatrenten. Es kann dann früher zu einer Steuerpflicht kommen, als wenn nur eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen wird (siehe Tabelle unten).
Auch am Beispiel der Betriebsrenten zeigt sich, dass die steuerliche Beurteilung nicht einfach ist. Der Staat erlaubt betriebliche Altersversorgung auf fünf Wegen: über eine Direktzusage, eine Unterstützungskasse, eine Pensionskasse, eine Direktversicherung oder einen Pensionsfonds. Die ersten beiden Varianten sind inzwischen eher selten geworden. Mit Einführung des Alterseinkünftegesetzes wurde die Verlagerung der Steuerlast ins Alter auch für solche betrieblichen Rentenmodelle eingeführt. Eine einheitliche Besteuerung gibt es aber nicht. Sofern also neben der Rente noch weitere Einnahmen vorliegen, ist ein Termin beim Steuerberater oder beim Lohnsteuerhilfeverein sinnvoll (siehe Hinweiskasten unten links).

Welche Renten sind auch weiterhin steuerfrei?

Weiterhin steuerfrei sind Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (zum Beispiel Berufsgenossenschaftsrenten), Kriegs- und Schwerbeschädigtenrenten sowie Renten für Wehr- und Zivildienstbeschädigte.

Wie sieht es bei Auszahlungen aus einer Lebensversicherung aus?

Bei Kapital-Lebensversicherungen, die bereits vor 2005 abgeschlossen wurden, bleiben die Erträge unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Der Vertrag muss über mindestens zwölf Jahre laufen, und der Versicherte muss zumindest fünf Jahre lang Beiträge in die Lebensversicherung eingezahlt haben. Zusätzlich muss im Vertrag eine Todesfallsumme vereinbart sein, die mindestens die Höhe von 60 Prozent der eingezahlten Beiträge erreicht. Sind all diese Kriterien erfüllt, so bleibt der Ertrag aus der Lebensversicherung steuerfrei.
Seit dem 1. Januar 2005 wird eine neu abgeschlossene Kapitallebensversicherung zum Auszahlungszeitpunkt voll besteuert. Es werden von der Auszahlungssumme ("Ablaufleistung") die eingezahlten Beiträge abgezogen, die Differenz unterliegt dann der Einkommensteuer. Nur wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre läuft und erst nach dem 60. Geburtstag des Versicherungsnehmers (für Neuverträge seit dem Jahr 2012 nach dem vollendeten 62. Lebensjahr) fällig wird, wird "gehälftet". Dies bedeutet, dass in diesem Fall nur die Hälfte der Erträge der Besteuerung unterliegt.

Wer kann Rentnern bei der Steuererklärung behilflich sein, wo kann man sich informieren?

Informieren kann man sich beim zuständigen Finanzamt, die Mitarbeiter dort sind aber nicht zur Steuerberatung befugt. Beratung und Hilfe bieten Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine. Allerdings entstehen dann Kosten. Einen Online-Rechner zum Alterseinkünftegesetz kann man unter folgendem Link finden: www.n-heydorn.de/rentenbesteuerung.html

Wichtiger Hinweis:

Bitte beachten Sie: Der Sozialverband VdK darf keine Steuerberatung durchführen. Bei Fragen können Sie sich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater wenden.
Drei der insgesamt 13 VdK-Landesverbände vermitteln ihren Mitgliedern auf Wunsch eine Steuerberatung – allerdings nicht beim VdK selbst, sondern nur über eine Kooperation mit Lohnsteuerhilfevereinen, bei denen VdK-Mitglieder Sonderkonditionen erhalten (dazu zählen etwa eine kostenlose Erstberatung oder der Wegfall der Aufnahmegebühr für VdK-Mitglieder). Dies betrifft die Landesverbände Hessen-Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.

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