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Renteninformationen

Was von der Rente übrig bleibt

Rentenauskunft weist nur die Bruttorente aus – VdK-TV zeigt auf, welche Abzüge hinzukommen
Wie viel Rente man eines Tages bekommen wird, ist schwer zu durchschauen. Zwar informiert die Rentenversicherung jährlich über die Höhe der künftigen Bruttorente, doch davon werden im Ruhestand mehrere Beträge abgezogen. Welche das sind, darüber informiert VdK-TV im Beitrag am 6. Juli.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss – ähnlich wie Arbeitnehmer – von seiner gesetzlichen Rente Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten, insgesamt etwa elf Prozent der Bruttorente. Sie werden direkt von der Rente abgezogen. Den allgemeinen Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von 14,6 Prozent teilt sich der Rentner mit der Rentenversicherung. Beide tragen jeweils einen Anteil von 7,3 Prozent. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, der ebenfalls paritätisch finanziert wird. Im Schnitt liegt er bei 1,1 Prozent – für den Rentner sind dies 0,55 Prozent.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt derzeit 3,05 Prozent. Er wird vom Rentenbezieher alleine getragen. Wer keine Kinder hat, muss 0,25 Prozent mehr bezahlen. Hat ein Rentner laut Renteninformation Anspruch auf 1000 Euro Rente, zahlt er inklusive Zusatzbei trag 78,50 Euro für die Krankenversicherung und 30,50 Euro für die Pflegeversicherung. Er bekommt also 891 Euro ausbezahlt.

Renten sind seit 2005 grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Im Gegensatz zum Arbeitslohn wird von der Rente jedoch keine Lohnsteuer abgezogen. Das bedeutet, dass Senioren ihre Einkünfte selbst versteuern müssen. Wie hoch der steuerpflichtige Anteil ist, hängt unter anderem vom Rentenbeginn ab. Jahr für Jahr erhöht sich für Neurentner der Anteil der zu zahlenden Steuer. Arbeitnehmer, die 2020 in Rente gehen, müssen auf 80 Prozent ihrer Rente Steuern zahlen.

Wer 2040 in Rente geht, muss seine Alterseinkünfte voll versteuern. Auch die jährlichen Rentenerhöhungen können unter Umständen dazu führen, dass jemand steuerpflichtig wird. Neben der gesetzlichen Rente beziehen manche Rentner eine Riester- oder eine Rürup-Rente. Beide sind sozialversicherungsfrei, müssen aber voll versteuert werden. Für Betriebsrenten hingegen müssen Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung entrichtet werden.

Im Jahr 2020 gilt bei der Einkommensteuer ein jährlicher Grundfreibetrag von 9408 Euro. Dieser Betrag ist steuerfrei. Erst der Anteil, der über dem Freibetrag liegt, wird für die Besteuerung herangezogen. Bei der Steuererklärung kann man außerdem Sonderausgaben, Werbungskosten, die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie den persönlichen Rentenfreibetrag geltend machen.

Annette Liebmann

Rentenversicherung: Alarmierende Zahlen
Grundrente jetzt!
Die Deutsche Rentenversicherung hat besorgniserregende Zahlen vorgelegt: 20 Millionen Menschen in Deutschland verdienten im Jahr 2018 weniger als das Durchschnittseinkommen von seinerzeit 37.900 Euro. Diese Menschen erwerben dadurch viel zu geringe Rentenansprüche. Der Sozialverband VdK ist alarmiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele dazu:
„Die jüngsten Zahlen sind ein deutliches Signal: Altersarmut ist ein reales Massenphänomen. Gerade deshalb braucht es jetzt eine Grundrente, damit geringe Renten aufgewertet werden. Zudem dürfen die Einkommen aus der gesetzlichen Rente nicht mehr vollständig auf die Grundsicherung angerechnet werden. Für uns ist klar: Wir brauchen einen armutsfesten Mindestlohn von 13 Euro, damit die Versicherten eine Rente oberhalb des Existenzminimums erhalten.“
Ino Kohlmann

Renten steigen zum 1. Juli
Die gute Konjunktur 2019 wirkt sich in diesem Jahr noch positiv aus
Es ist eine gute Nachricht, die in diesen Zeiten fast unterzugehen droht: Zum 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten im Westen um 3,45 Prozent, im Osten um 4,2 Prozent. Angesichts der zu erwartenden Wirtschaftseinbrüche dürfte im kommenden Jahr die vom VdK erkämpfte Rentengarantie greifen.

Dank der Rentengarantie müssen Rentnerinnen und Rentner auch im kommenden Jahr voraussichtlich keine Minusrunde befürchten. | © Sozialverband VdK Deutschland
Auf den ersten Blick erscheint es ungerecht: Während die heimische Wirtschaft wegen der rigorosen Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ins Wanken gerät und viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereits in Kurzarbeit sind oder sogar um ihren Arbeitsplatz fürchten, erhalten die 21 Millionen Bezieherinnen und Bezieher zum 1. Juli 2020 die höchste Rentenerhöhung seit fünf Jahren. Doch von einer ungerechten Bevorzugung der Ruheständler in der Krise kann keine Rede sein. Die Anhebung folgt der gesetzlichen Festlegung der Rentenanpassung.
In die Rentenformel fließen immer bestimmte Kennzahlen des Vorjahres ein. Wesentliche Faktoren sind die Entwicklung der Löhne und Gehälter sowie die Veränderung der Zahlen der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung. Beides hat sich im Jahr 2019 sehr gut entwickelt. Insgesamt bleiben die Renten aber schon seit vielen Jahren hinter den Löhnen und Gehältern zurück. Der Sozialverband VdK fordert deshalb eine Streichung der Dämpfungsfaktoren aus der Rentenformel und ein Rentenniveau von mindestens 50 Prozent.
Rentengarantie wirkt
Im Jahr 2021 wird es im Nachgang der Krise trotzdem keine Rentenabsenkungen geben, obwohl die Lohn- und Gehaltssumme vermutlich im Vergleich zu 2019 sinken wird. Minusrunden bei den Renten sind gesetzlich ausgeschlossen – dank des VdK-Einsatzes während der Finanzkrise. Die damalige VdK-Präsidentin Ulrike Mascher konnte bei der Bundesregierung 2009 eine „Rentengarantie“ durchsetzen. Das heißt: Die Rente darf niemals sinken. Auch wenn sich aus der Rentenformel eigentlich ein Minus ergeben würde, darf es höchstens zu Nullrunden kommen.
„Jetzt zeigt sich, wie vorausschauend der Sozialverband VdK sich eingesetzt hat. Ohne dieses Engagement hätten die Rentnerinnen und Rentner 2021 deutliche Einbußen“, erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele. Sie warnt gleichzeitig davor, die aktuelle Rentenerhöhung zum Generationenkonflikt hochzustilisieren. „Es wird den Jüngeren ja kein Geld weggenommen. Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein eigenständiges Umlagesystem, das sich auch in dieser Krise bewähren wird“, ist Bentele überzeugt.
Dr. Bettina Schubarth

Bundesregierung beschließt Grundrente – VdK sieht weiter Handlungsbedarf

Gleitzone absenken
Erwerbsminderungsrentner nicht im Regen stehen lassen
Für höhere Mindestlöhne
Jahrelang hat der VdK dafür gekämpft, endlich wirkt der Druck: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, den 19.02., die Grundrente beschlossen. „Für viele Menschen bedeutet die Grundrente mehr Geld im Portemonnaie,“ so VdK-Präsidentin Verena Bentele. Eine gute Nachricht, doch laut Bentele reicht das noch nicht:
„Die Bundesregierung lässt viele Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner im Regen stehen. Sie gehen nach den aktuellen Plänen leer aus. Wer noch vor dem Renteneintrittsalter seinen Beruf aufgeben musste, hatte keine Chance, den Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Diese Menschen werden nun bestraft, wenn sie keine 33 Grundrentenjahre nachweisen können. Das ist nicht nachvollziehbar. Auch diese Menschen haben einen Anspruch auf die Grundrente. Wir fordern daher, die sogenannte Gleitzone auf 30 Jahre zu senken. Außerdem sind Zeiten der Erwerbsminderung anzurechnen.“

Fast 1,3 Millionen Menschen profitieren von der neuen Grundrente. Ihre Renten werden nun automatisch aufgewertet, die Bedürftigkeitsprüfung fällt weg. Leider wird es mit dem Gesetz auch in Zukunft Rentnerinnen und Rentner geben, die trotz Grundrente zum Sozialamt gehen müssen: Vom Grundrentenzuschlag werden 12,5 Prozent wieder abgezogen. Der VdK fordert daher, dass die gesetzliche Rente nicht voll auf die Grundsicherung angerechnet wird. Der bestehende Freibetrag für die betriebliche und private Altersvorsorge müsse für alle gelten, so Bentele:
„Klar ist für uns: Instrumente wie die Grundrente darf es in einem so reichen Land wie Deutschland gar nicht geben müssen. Wir brauchen endlich einen Mindestlohn von über 12,80 Euro. Nur dann beziehen die Menschen nach einem Leben voller Arbeit eine Rente oberhalb der Grundsicherung. Darüber hinaus brauchen wir ein stabil hohes Rentenniveau von mindestens 50 Prozent. Ziel muss es sein, dass alle, die ein Leben lang gearbeitet haben, im Alter von ihrer Rente leben können. Dafür setzen wir uns weiter ein.“

Betriebsrenten: VdK begrüßt neue Regeln bei Doppelverbeitragung
Thema im Bundeskabinett ist heute die Doppelverbeitragung bei Betriebsrenten. Den entsprechenden Gesetzentwurf kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, wie folgt:
„Der VdK ist seit der Einführung der Doppelverbeitragung im Jahr 2004 politisch und juristisch energisch dagegen vorgegangen und hat Musterklagen für verschiedene rechtliche Konstellationen geführt. Teils sind wir mit unseren Klagen bis vor der Bundesverfassungsgericht gezogen. Diese Entlastung ist der Erfolg der jahrelangen beharrlichen Arbeit des VdK.
In den vergangenen Jahren haben sich viele VdK-Mitglieder bei uns darüber beschwert, dass sie mit ihrer Verrentung von der Doppelverbeitragung ihrer Betriebsrenten überrascht wurden. Ihre Betriebsrenten wurden dadurch um ganze 18 Prozent im Wert gemindert. Verständlich, dass das bei Betroffenen für viel Ärger gesorgt hat.
Wir als Sozialverband VdK begrüßen es sehr, dass endlich Bewegung in das Thema Doppelverbeitragung von Betriebsrenten kommt. Es ist erfreulich, dass aktuelle und künftige Betriebsrentnerinnen und Betriebsrentner durch einen Freibetrag in Höhe von 159 Euro finanziell entlastet werden sollen. Auf diesen Freibetrag werden keine Abgaben fällig. Somit profitieren sie stärker von ihren Betriebsrenten und haben mehr Geld im Portemonnaie.“
bsc

VdK: Rentenniveau dauerhaft auf 50 Prozent festschreiben
Die Rentner können auf deutlich steigende Bezüge im kommenden Jahr hoffen. Die Deutsche Rentenversicherung bestätigte entsprechende Annahmen am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Würzburg. Das kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
"Der VdK begrüßt die voraussichtliche Rentenerhöhung um mehr als drei Prozent. Das haben sich die Rentnerinnen und Rentner verdient. Es ist jedoch wichtig, dass auch langfristig die Renten entsprechend den Löhnen steigen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass das Rentenniveau dauerhaft auf 50 Prozent festgeschrieben wird, damit auch die zukünftigen Generationen auf die gesetzliche Rente vertrauen können. Um dies zu finanzieren, fordert der VdK, dass zukünftig alle Erwerbstätigen in die Rentenversicherung einzahlen. Also auch Beamte, Selbstständige und Politiker.
Kritisch sieht der VdK, dass die Rentenerhöhung bei vielen Beziehern von Grundsicherung im Alter nicht ankommt, da ihre Rente mit der Grundsicherung verrechnet wird. Unterm Strich bleibt somit kein Cent mehr. Deshalb braucht es endlich einen Freibetrag für die gesetzliche Rente in der Grundsicherung in Höhe von 212 Euro und zwar für alle Grundsicherungsempfänger und nicht nur wie aktuell geplant für die, die 35 Beitragsjahre aufweisen.
Die prognostizierte Rentenerhöhung darf aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Altersrentner und Erwerbsminderungsrentner in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Das machen die steigenden Zahlen der armutsgefährdeten Rentner deutlich, die immer öfter wohnungslos oder überschuldet sind bzw. an der Tafel anstehen müssen.“
bsc

VdK begrüßt Einigung bei der Grundrente

Die Einigung bei der Grundrente kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
„Deutschlands größter Sozialverband, der VdK, ist sehr erleichtert, dass bei der Grundrente endlich eine Einigung erzielt werden konnte. Dies zeigt, dass der Druck des Verbands Wirkung erzielt hat. Zentral für den VdK war dabei immer, dass Menschen nach einem langen Arbeitsleben, Kindererziehung oder Pflege grundsätzlich nicht vom Sozialamt abhängig sein dürfen. Wir sind daher froh, dass die Bedürftigkeitsprüfung nicht kommt.
Es ist sehr positiv, dass die Renten von bis zu 1,5 Millionen Menschen automatisch aufgewertet werden. Dies hat der Verband immer gefordert und stärkt das Vertrauen in die Zukunft der Rentenversicherung, vor allem von jungen Menschen.
Dennoch sehen wir Nachbesserungsbedarf in einigen Punkten. Unverständlich ist, dass der Zuschlag bei der Grundrente wieder um 12,5 Prozent reduziert wird. Dies ist nicht nachvollziehbar und senkt die Höhe der Grundrente. Zudem muss aus Sicht des VdK ein Freibetrag für Geld aus der gesetzlichen Rente für alle Grundsicherungsbezieher eingeführt werden. Vor allem für Rentnerinnen und Rentner in der Grundsicherung mit sehr niedrigen Renten würde sich die finanzielle Situation deutlich verbessern.
Letztendlich weist der VdK in der ganzen Debatte darauf hin, dass die Grundrente überflüssig gemacht werden muss. Wir brauchen endlich einen Mindestlohn von über 12 Euro und ein stabil hohes Rentenniveau. So würden die Menschen im Alter nach einem Leben voller Arbeit automatisch eine ausreichende Rente erhalten.
Der VdK wird die Gesetzgebung weiterhin kritisch begleiten und darauf achten, dass die angemessene Leistung für Arbeit, Kindererziehung und Pflege bei möglichst vielen Menschen ankommt."
bsc

VdK: "Länger arbeiten wäre für viele eine Rentenkürzung"
Die Menschen werden im Schnitt immer älter. Deshalb soll nach einem Vorschlag der Bundesbank, das Renteneintrittsalter auf fast 70 Jahre angehoben werden. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
„Der Sozialverband VdK sagt klar und deutlich nein zum Arbeiten bis 70. Viele Menschen in psychisch oder physisch anstrengenden Berufen schaffen es schon heute nicht, bis 67 Jahren zu arbeiten. Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalter wäre für all diese Menschen am Ende eine schmerzhafte Rentenkürzung. Das kann nicht das Angebot der Politik gerade für die jüngere Generation sein.“
bsc

„Wir brauchen eine gesetzliche Rentenversicherung für alle – auch Abgeordnete sollen einzahlen!“

11.10.2019 - Die Alterssicherung der Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg soll in Zukunft über das Versorgungswerk der Landtage in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg geregelt werden. Am Mittwoch wurden entsprechende Pläne im Stuttgarter Landtag debattiert. Dass die Abgeordneten nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen, kritisiert der Sozialverband VdK Deutschland. Der VdK fordert in seiner aktuellen Kampagne Rentefüralle ein gesetzliches Rentensystem, in das alle Erwerbstätigen Beiträge einzahlen, also auch Politiker, Beamte und Selbstständige.
„Die für Baden-Württemberg geplante Neuregelung ist inakzeptabel, weil die Abgeordneten sich auf diese Weise weiterhin der solidarischen gesetzlichen Rentenversicherung entziehen“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. Die Landtagsabgeordneten aus Baden-Württemberg wollen ab Dezember 2019 dem Versorgungswerk der Landtage von NRW und Brandenburg beitreten. Der Sozialverband VdK Deutschland lehnt dieses Vorhaben ab.
In seiner Kampagne Rentefüralle fordert der VdK, dass es keine Ausnahmen bei der Altersvorsorge geben soll. „Mit dem Beitritt zum Versorgungswerk sagt eine weitere wichtige Berufsgruppe mit Vorbildfunktion ‚Nein‘ zu einer solidarischen Alterssicherung“, kritisiert die VdK-Präsidentin. „Das gesetzliche Rentensystem muss langfristig zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden. Wenn alle ihren fairen Beitrag leisten, ist die gesetzliche Rente auch in Zukunft finanziert.“
Im Mai diesen Jahres startete der Sozialverband VdK seine Kampagne Rentefüralle. Mehr Informationen dazu: www.rentefüralle.de
bsc

Armut – und kein Ende in Sicht? Der VdK Bayern fordert eine gerechte Rentefüralle

„Am bittersten ist die Armut, aus der man sich nicht mehr selbst befreien kann“, sagte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher auf der heutigen Pressekonferenz des Sozialverbands VdK Bayern in München. In Bayern trifft das vor allem auf ältere Menschen zu. 21,5 Prozent der über 65-Jährigen im Freistaat weisen – gemessen an ihrem Haushaltseinkommen – ein hohes Armutsrisiko auf. Insbesondere Frauen: 24,2 Prozent der bayerischen Rentnerinnen sind armutsgefährdet. Die bayerische Staatsregierung beharrt jedoch darauf, dass nur 3 Prozent der Rentnerinnen und Rentner arm sind, nämlich die, die Sozialleistungen beziehen. „Armut darf nicht kleingeredet werden“, stellte Mascher klar. Sie verwies auf Studien, die festgestellt haben, dass 70 Prozent der Berechtigten ihre Ansprüche auf Sozialleistungen aus Angst und Scham nicht wahrnehmen.
Die Armutsgefährdungsschwelle in Bayern liegt bei 1114 Euro. Sowohl der Grundsicherungs-Regelsatz von 424 Euro (plus angemessene Mietkosten) als auch viele Renten in Bayern sind sehr deutlich darunter. Im Jahr 2018 erhielten männliche Bestandsrentner durchschnittlich 1179 Euro, Frauen 680 Euro.
Für eine gute Rente braucht es ein gutes Einkommen. Und auch daran hakt es in Bayern: 27,16 Prozent aller Hartz-IV-Bezieher im erwerbsfähigen Alter sind „Aufstocker“, verdienen in ihrem Job also so wenig, dass sie zusätzlich zu ihrem Gehalt Arbeitslosengeld II benötigen. 21,5 Prozent dieser Aufstocker gehen sogar einer Vollzeittätigkeit nach. „Diese Menschen laufen trotz Arbeit schnurstracks in die Altersarmut, denn von Hartz IV werden keine Rentenversicherungsbeiträge bezahlt. Ihre Lebensleistung wird in der Rente nicht anerkannt“, erklärte Mascher.
VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Altersarmut verstößt gegen die Menschenwürde“

„Wir brauchen eine gerechte Rentefüralle“, erklärte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und stellvertretende Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern. „Wir finden: Altersarmut verstößt gegen die Menschenwürde.“ Mit der aktuellen VdK-Kampagne Rentefüralle soll das System der gesetzlichen Rente gestärkt und verbessert werden. „Der VdK fordert ein Rentensystem, in das alle einzahlen: Arbeitnehmer, Selbstständige, Beamte, Freiberufler, Manager und Politiker“, sagte Bentele.
Zu einer gerechten Rente gehört auch eine Steuerpolitik, die mehr Umverteilung im Blick hat. Geringverdienerhaushalte geben 23 Prozent ihres Einkommens allein für die Mehrwertsteuer und andere indirekte Steuern aus, Haushalte von Spitzenverdienern lediglich 7 Prozent. Schon auf kleine Renten ab 764 Euro werden Steuern fällig, doch die Vermögenssteuer wurde vor über 20 Jahren abgeschafft. „Das ist sozialer Zündstoff“, warnte Bentele.
Die heftig diskutierte Grundrente verteidigte Bentele ausdrücklich: „Der VdK will die Grundrente, aber ohne Bedürftigkeitsprüfung. Wer die Voraussetzungen erfüllt, also genügend Beitragsjahre hat, soll die Grundrente bekommen – ohne Wenn und Aber.“
„Solange die Rentenkommission geheimnisvoll hinter verschlossenen Türen tagt, geht der VdK selbstbewusst mit seinen Forderungen nach vorne“, versprach Bentele. Begleitet wird Rentefüralle bundesweit mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen. So trifft sich Bentele beispielsweise am 26. September in Berlin mit dem Vorsitzenden der Jungen Union, Tilman Kuban, und dem Juso-Chef Kevin Kühnert zum Schlagabtausch über die Generationengerechtigkeit des deutschen Rentensystems.
VdK Bayern: „Bunt, lautstark und eindrucksvoll für eine gerechte Rentefüralle“
VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder kündigte auf der Pressekonferenz für den März 2020 eine große VdK-Demonstration in München als bayerischen Höhepunkt der Kampagne Rentefüralle an. „Wir wollen mit mindestens 20.000 Menschen von der Theresienwiese bis zum Odeonsplatz ziehen“, erklärte er. Pausder versprach „eine bunte, lautstarke und eindrucksvolle Demonstration“. Dass der VdK mit seinem Einsatz für eine gerechte Rentefüralle die Menschen zahlreich auf die Straßen ziehen wird, davon ist er fest überzeugt: „Wir setzen ein Zeichen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt statt wachsender sozialer Spaltung.“
Die Mitgliederzahl des VdK Bayern steigt von Jahr zu Jahr immer schneller an. Von 2017 bis 2018 um 15.000, von 2018 bis 2019 um 25.000 auf jetzt insgesamt 705.000 Mitglieder. Pausder: „Seit der Wiedervereinigung haben sich die Mitgliederzahlen politischer Parteien in Deutschland halbiert. Im selben Zeitraum haben sich die Mitgliederzahlen des VdK Bayern mehr als verdoppelt.“ Die Gründe für das große Mitgliederwachstum sieht Pausder im klaren Verbandsprofil: kompetent in der sozialrechtlichen Beratung und kämpferisch in der sozialpolitischen Interessenvertretung.
bsc

VdK-TV: Witwenrente und Witwerrente: Die wichtigsten Informationen

Im 4. Teil unserer Serie "Ratgeber Rente" informieren wir Sie über die Witwenrente und die Witwerrente. In unserem Video zeigen wir Ihnen die Voraussetzungen, die Hinterbliebene nach dem Tod ihres Partners erfüllen müssen, um diese Art der Rente zu erhalten. Wir erklären auch, was die große und die kleine Witwenrente sind und wie sich im Hinterbliebenenrecht die alte Rechtslage von der neuen unterscheidet.© VdK-TV

VdK-TV: Arbeiten neben der Rente: Was muss man beachten? (UT)

Inge Eckl ist Rentnerin, doch sie arbeitet auch und geht, wie viele Rentner, einer geringfügigen Beschäftigung nach. Für arbeitende Rentner stellen sich zahlreiche sozial- und arbeitsrechtliche Fragen. Die wichtigsten beantwortet Daniel Overdiek, Leiter der Landesrechtsabteilung im Sozialverband VdK Bayern, in diesem Video.© VdK-TV

VdK-TV: Renten wegen Todes: Waisenrente und Erziehungsrente (UT)

Im letzten Teil unserer Serie „Ratgeber Rente“ informieren wir Sie über die Erziehungsrente sowie die Waisenrente. Wir klären in unserem Video, für wen diese beiden Rentenarten gelten, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um sie zu erhalten, und wann die Rentenversicherung sie auszahlt.© VdK-TV

VdK gegen weitere Anhebung des Renteneintrittsalters
Die Forderung der OECD, höhere Renten-Altersgrenzen in Deutschland einzuführen, kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
"Aus Sicht des VdK wäre es völlig falsch, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Wenn damit argumentiert wird, dass das in einigen Ländern funktioniert, dann müssen wir für Deutschland ganz klar feststellen: Hier geht eine solche Forderung völlig an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen vorbei. Erst vor wenigen Tagen haben Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vor immer mehr sozialer Ungleichheit als Folge der steigenden Altersgrenzen gewarnt.
Wenn es Millionen einkommensschwache und kranke Menschen nicht schaffen, bis 67 Jahre zu arbeiten, dann dürfen Politiker und Arbeitgeber nicht über eine weitere Erhöhung der Rentenaltersgrenze nachdenken. Schon heute arbeitet längst nicht jeder bis zur Regelaltersgrenze. Eine weitere Erhöhung wäre für die, die wenig verdienen, vor allem ein reines Rentenkürzungsprogramm, das noch mehr Menschen aufs soziale Abstellgleis führen würde. Einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters erteilt der größte Sozialverband Deutschlands daher eine klare Absage.
Am 6. Mai startet der VdK unter dem Motto
bsc

VdK-Rentenkampagne: Wieso wird die Rente gekürzt, wenn man sich kaputt gearbeitet hat?

VdK-Kampagne #Rentefüralle

VdK-Rentenkampagne: Wieso wird bei der Rente Alt gegen Jung ausgespielt?

Es ist Zeit für mehr Rentengerechtigkeit! Gemeinsam gegen Altersarmut und für gute Renten für Jung und Alt. Dafür setzen wir uns mit unserer Kampagne #Rentefüralle ein. Seien Sie dabei und unterstützen Sie uns, damit wir mehr Rentengerechtigkeit für alle Generationen erreichen. Hier finden Sie alle Informationen zur großen Renten-Kampagne des VdK: www.rentefueralle.de

Eine Frage der Solidarität
VdK fordert die Finanzierung der Grundrente aus Steuermitteln
Die Diskussionen um die Grundrente für Menschen, die nach 35 Beitragsjahren eine Aufstockung kleiner Renten über Grundsicherungsniveau bekommen sollen, hält an. Der Sozialverband VdK warnt vor einer Finanzierung aus Rentenversicherungsbeiträgen.

Noch weiß keiner genau, was die Grundrente an Zusatzausgaben bedeuten würde. Bundessozialminister Hubertus Heil geht von einem „mittleren einstelligen Milliardenbetrag“ für bis zu vier Millionen Berechtigte aus. „Die Honorierung der Lebensleistung von Menschen, die ein Leben lang zu niedrigen Löhnen hart gearbeitet haben, ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Deshalb muss die Grundrente steuerfinanziert werden“, stellt VdK-Präsidentin Verena Bentele klar und unterstützt damit die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Diese wies laut Deutscher Presseagentur darauf hin, dass anders als bei sonstigen Rentenzahlungen den Leistungen keine Einzahlungen der Bezieherinnen und Bezieher der geplanten Grundrente gegenüberstünden.
Dieses Problem ist von der Mütterrente bekannt. Bis heute erfolgt die Rentenfinanzierung für Kindererziehungsjahre aus der Rentenkasse und nicht aus Steuern. In diesem Zusammenhang fordert der VdK die Bundesregierung auf, endlich die Weichen für eine gerechte Steuerpolitik zu stellen. So würde eine solidarische Finanzierung von Grundrente und Mütterrente ohne das Aufreißen von Haushaltslöchern ermöglicht. „Die Umverteilung von oben nach unten muss endlich energisch angepackt werden“, sagt Bentele.
Arbeitnehmer zahlen bis zu 42 Prozent Einkommensteuer, auf Wertpapiergewinne werden aber nur 25 Prozent Kapitalertragssteuer fällig. Internationale Digitalkonzerne müssen teils überhaupt keine Steuern zahlen. „Das ist sozialer Zündstoff“, warnt Bentele. Mehr Gerechtigkeit Eine Bedürftigkeitsprüfung bei der Grundrente lehnt der VdK ab. „Anspruch ist Anspruch. Bei der Mütterrente fragt auch zu Recht keiner nach dem Haushaltseinkommen“, erklärt Bentele.
Neben der Grundrente ist dem VdK ein anderes Thema wichtig: die Einführung eines Freibetrags für Leistungen der Rentenversicherung bei Grundsicherung im Alter. Bisher gibt es nur für private oder betriebliche Vorsorge einen Freibetrag von 212 Euro. „Alle Vorsorgesysteme müssen hier gleichgestellt werden. Dies wäre ein aktiver Beitrag gegen Altersarmut“, so Bentele. Dann lohnt es sich auch für Geringverdiener, in die Rentenkasse einzuzahlen, da eine Rente oberhalb der Grundsicherung garantiert wäre. Langfristig fordert der VdK eine Erwerbstätigenversicherung für alle Arbeitnehmer inklusive Beamten und Selbstständigen.
Dr. Bettina Schubarth

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