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Pflege

Ohne Pflegeberatung kein Pflegegeld

Pflegebedürftige, die ausschließlich zu Hause versorgt werden und Pflegegeld beziehen, sind gesetzlich verpflichtet, regelmäßig eine Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen. Werden diese Beratungen nicht abgerufen, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen oder sogar streichen.
Mit der verpflichtenden Beratung soll sichergestellt werden, dass die pflegenden Angehörigen Unterstützung und hilfreiche Tipps bekommen, um mit der Pflege gut zurechtzukommen. Inhalte des Gesprächs können beispielsweise ein barrierefreier Umbau sein, Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel sowie Entlastungsangebote für den Pflegenden.

Anspruch auf kostenlose Informationen haben alle Angehörigen von Versicherten, die Leistungen von der Pflegeversicherung beziehen. Verpflichtend ist der Beratungseinsatz für alle Pflegebedürftigen, die nur Pflegegeld und keine Pflegesachleistung in Anspruch nehmen. Bei Pflegegrad 2 und 3 muss die Beratung einmal pro Halbjahr abgerufen werden, bei Pflegegrad 4 und 5 einmal pro Vierteljahr.

Wegen der Corona-Pandemie wurden die Beratungsbesuche 2020 vorübergehend ausgesetzt. Seit Oktober 2020 werden sie wieder durchgeführt. Auf Wunsch des Pflegebedürftigen können sie bis einschließlich 31. März 2021 auch telefonisch oder per Videokonferenz stattfinden.

ali

Sozialverband VdK fordert mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Bentele: „Größter Pflegedienst der Nation wird im Stich gelassen.“
Lohnersatzleistung nötig
Bentele: „Pflegende Angehörige nicht vergessen“
Der Sozialverband VdK fordert, in der Corona-Krise endlich auch die pflegenden Angehörigen in den Fokus zu nehmen. VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte am 28. Januar in Berlin: „Der größte Pflegedienst der Nation wird sträflich im Stich gelassen. Seit nunmehr einem Jahr ackern die Angehörigen zu Hause und das weitgehend allein und ohne Entlohnung. Ausreichend Hilfe bekommen sie nicht: Die ambulanten Pflegedienste sind an der Belastungsgrenze, Tagespflege findet kaum statt und geeignete Freistellungsmöglichkeiten fehlen. Es ist höchste Zeit, dass die Politik die pflegenden Angehörigen angemessen unterstützt!“

Zwar habe die Bundesregierung das Pflegeunterstützungsgeld verlängert, so Bentele: „Aber die Pflege endet nun mal nicht nach 20 Tagen. Der Staat verlässt sich auf die Fürsorglichkeit und das Verantwortungsbewusstsein der pflegenden Angehörigen. Sie federn den durch die Corona-Pandemie zugespitzten Pflege-Notstand quasi im Alleingang ab. Ihr Jahresurlaub ist irgendwann aufgebraucht, eine Art Krankengeld gibt es für pflegende Angehörige im Vergleich zu Eltern nicht und die Pflegezeit steht vielen Angehörigen nicht zur Verfügung. Sie können nicht mehr. Pflegende Angehörige müssen endlich ganz oben auf die politische Agenda.“

Vier von fünf Pflegebedürftigen werden in Deutschland zu Hause versorgt. 2,1 Millionen Menschen werden damit allein durch Angehörige zu Hause versorgt. Der VdK fordert eine eigene Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige während der Corona-Pandemie. Diese sollte sich an dem Entschädigungsanspruch von Eltern für Verdienstausfälle orientieren, welcher im Infektionsschutzgesetz geregelt ist. Allerdings müssen auch für Eltern neue Lösungen gefunden werden, wenn sich die Situation mit Homeoffice und geschlossenen Bildungseinrichtungen nicht ändert.

Unabhängig von der Corona-Pandemie fordert der VdK seit Langem die Einführung einer Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige analog des Elterngeldes.

Sabine Grüneberg

Entlastung für die Eltern

Ein Kind mit Behinderung zu pflegen, ist eine Herausforderung – Auf welche Leistungen man Anspruch hat
Die Pflege eines schwerbehinderten Kindes bestimmt den Alltag der gesamten Familie. Oft müssen die Angehörigen ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken. Es gibt eine Reihe von Leistungen, die die hohe Belastung verringern sollen. Einige davon werden in diesem Artikel vorgestellt.
Bei der Feststellung des Pflegegrads wird ein Kind mit Behinderung mit gleichaltrigen Kindern ohne Behinderung verglichen. In den ersten eineinhalb Lebensjahren ist eine Einstufung schwierig. Die Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) gehen davon aus, dass in dieser Zeit ohnehin ein hoher Pflegebedarf besteht. Entscheidend ist also die über das Normalmaß hinausgehende notwendige Hilfe bei der Ernährung, Körperpflege und Mobilität. Dabei werden pflegebedürftige Kinder bis 18 Monate immer pauschal einen Pflegegrad höher eingestuft.
Pflegegeld und mehr
Wird das Kind zu Hause gepflegt und hat mindestens Pflegegrad 2, können die Eltern zwischen Pflegegeld, Pflege sachleistung und einer Kombination aus beidem wählen. Von Pflegesachleistung ist die Rede, wenn ein ambulanter Pflegedienst ins Haus kommt und bestimmte Aufgaben, wie beispielsweise die Körperpflege, übernimmt. Pflegegeld erhalten Eltern, wenn sie das Kind selbst versorgen. Beides lässt sich miteinander kombinieren. Hinzu kommt ein monatlicher Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro.
Dieser Betrag kann beispielsweise für Familienunterstützende Dienste (FUD), Familienentlastende Dienste (FED) oder Fachdienste für Offene Hilfen verwendet werden. Deren Träger sind Wohlfahrts- oder Behindertenverbände, die beispielsweise Fahrdienste, Unterstützung bei der Betreuung und bei pflegerischen Tätigkeiten sowie Freizeitaktivitäten anbieten und die Eltern so entlasten. Auch Krankenkassen, Pflegekassen, Sozialhilfeträger oder die Eingliederungshilfe können einen Teil der Kosten übernehmen. Den Restbetrag muss die Familie meist selbst tragen.
Wenige Plätze für Kinder
Wird ein Eltern teil krank, finanziert die Pflegekasse eine Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege. Diese kann nicht nur im Krankheitsfall in Anspruch genommen werden, sondern auch, wenn die Eltern einen Urlaub oder eine Auszeit brauchen. Für Kinder stehen jedoch nur wenige Pflegeplätze zur Verfügung, da sich die Mehrzahl der Pflegeeinrichtungen auf Senioren spezialisiert haben und Jugendhilfeeinrichtungen zumeist nicht auf pflegebedürftige Kinder ausgerichtet sind.
In der Ferienzeit sind die begehrten Plätze leider oft schon belegt. Alternativ kann auch eine Ersatzpflegeperson aus der Verwandtschaft, Nachbarschaft oder von einem Pflegedienst die Pflege zu Hause übernehmen. Die Pflegekasse übernimmt für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege insgesamt 2418 Euro pro Jahr. Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern gerne in allen Fragen rund um die Pflege bei einer Behinderung. Fragen Sie einfach bei Ihrer Geschäftsstelle nach.
Annette Liebmann

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Beratungstelefon "Leben mit Behinderung":

Telefon: (089) 2117 - 113
Montag bis Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag von 15:00 bis 18:00 Uhr
lebenmitbehinderung.bayern@vdk.de

Der VdK Bayern landet einen Volltreffer

Das Beratungstelefon "Leben mit Behinderung" ist ein großer Erfolg

Mit seinem VdK-Beratungstelefon "Leben mit Behinderung" hat der VdK Bayern einen Volltreffer gelandet. Das bayernweite Angebot wird seit seinem Start im Januar 2015 hervorragend angenommen. Im ersten Jahr haben die fachkundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ressorts "Leben mit Behinderung" beim VdK Bayern schon rund 1000 Ratsuchenden geholfen. Ressortleiter Marian Indlekofer rechnet damit, dass sich die Zahl der Anrufe im kommenden Jahr weiter steigern wird.

Sind Sie vom Erfolg des VdK-Beratungstelefons überrascht?
Marian Indlekofer: Definitiv ja, weil es eigentlich viele Beratungsstellen und Hotlines für diese Thematik gibt. Die große Nachfrage zeigt uns aber, dass die Menschen gerade bei Fragen zu Inklusion, Barrierefreiheit und den Rechten bei Schwerbehinderung große Unsicherheiten und Probleme haben und sich einen unabhängigen und vertrauenswürdigen Ansprechpartner wünschen.

Welche Fragen werden am häufigsten gestellt?
Indlekofer: Das Thema "Behinderung" umfasst alle Altersgruppen und alle Bereiche des Lebens. Wir sind selbst oft erstaunt, wie vielfältig die Probleme sind. Die meisten Fragen betreffen das Schwerbehindertenrecht, beispielsweise den Schwerbehindertenausweis, den Grad der Behinderung (GdB) oder den Parkausweis. Diese Fragen sind meist schnell beantwortet. Komplizierter wird es, wenn es um verschiedene Kostenträger und Zuständigkeiten geht. Viele Anrufe erhalten wir von Eltern, die Hilfe suchen, weil ihr Kind eine Behinderung hat und volljährig wird. Andere Fragen betreffen wiederum Rechtsgebiete, die wir als VdK satzungsrechtlich nicht vertreten dürfen, wie beispielsweise das Mietrecht oder steuerrechtliche Angelegenheiten. In solchen Fällen verweisen wir die Anrufer zum Mieterbund Bayern oder zur Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi), mit denen der VdK Kooperationen unterhält.

Wie erleben Sie die Menschen, wenn sie beim VdK anrufen?
Indlekofer: Oft haben die Anrufer gleich mehrere Anliegen, oder sie kennen sich im Paragrafendschungel nicht aus und sind völlig überfordert. Viele rufen auch erst an, wenn sich schon viele Probleme aufgestaut haben. Unsere Aufgabe ist es, erst einmal zu ordnen, welches Problem im Moment oberste Priorität hat und welche Anliegen auf später verschoben werden können. Meist gelingt es uns, die Menschen zu beruhigen. Wenn wir ihnen nicht beim ersten Telefonat weiterhelfen können, dann recherchieren wir und rufen zurück. Und wenn der VdK zur Problemlösung nicht beitragen kann, vermitteln wir die Anrufer an andere Hilfsangebote weiter, beispielsweise an eine Selbsthilfegruppe.

Was unterscheidet das VdK-Beratungstelefon "Leben mit Behinderung" von anderen, ähnlichen Angeboten?
Indlekofer: Seine Unabhängigkeit. Der VdK finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und ist konfessionell, parteipolitisch und wirtschaftlich unabhängig. Der Vorteil unseres kostenlosen Beratungstelefons ist die Möglichkeit, schnelle Hilfe zu leisten. Wenn es um sozialrechtliche Angelegenheiten, Anträge oder Widersprüche geht, leiten wir die Ratsuchenden zu unseren Kollegen in die VdK-Kreisgeschäftsstellen weiter, wo sie dann vor Ort beraten werden.

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