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VdK

Kampf um Krankengeld gewonnen

VdK Lindau verhalf einem Mitglied zu seinem Recht
Nach seinem Schlaganfall wollte Klaus Jäckel nur eines: schnell wieder auf die Beine kommen. Doch ausgerechnet seine Krankenkasse half ihm nicht dabei. Im Gegenteil: Sie strich dem VdK-Mitglied aus Scheidegg bei Lindau nach knapp fünf Monaten das Krankengeld. Der 60-Jährige verlor dadurch seine Wohnung und stand vor dem Nichts.

Klaus Jäckel erinnert sich noch gut an den Augusttag des vergangenen Jahres. Ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall war er gerade mit dem Auto auf dem Weg ins Krankenhaus. Es sollte eine MRT-Aufnahme gemacht werden. Plötzlich klingelte das Telefon. Am anderen Ende war eine Mitarbeiterin der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). „Die Dame wollte wissen, wie es mir geht. Als sie hörte, dass ich mit dem Auto unterwegs bin, meinte sie, dann könne ich ja wieder gehen“, erinnert sich das VdK-Mitglied an das Gespräch.

Durch den Schlaganfall hatte der Mann eine linksseitige Nervenlähmung erlitten. „Ich konnte anfangs nur mit Gehhilfen laufen und danach nicht mehr als 500 Meter“, sagt er. Die Krankenkassenangestellte habe sich mit freundlichen Worten von ihm verabschiedet und sich darüber gefreut, dass er „wieder gesund sei“. Kurz danach bekam Klaus Jäckel einen Brief von der KKH, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss. Das Krankengeld wurde ihm zum Ende des Monats gestrichen.

Die Krankenkasse berief sich auf den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Dieser habe festgestellt, dass aus ärztlicher Sicht die Arbeitsfähigkeit bescheinigt wird. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht“, so der Bayer, der ein halbes Jahr vor dem Schlaganfall seine Arbeit als Versicherungsangestellter im Immobilienbereich verloren hatte. Sein Vertrag bei der örtlichen Sparkasse wurde aufgelöst.

„Der Stress hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich gesundheitliche Probleme bekam und schließlich den Schlaganfall“, ist Jäckel überzeugt. „Ich habe nie von einem Arzt des MDK gehört, mich hat nie jemand untersucht“, beschreibt das VdK-Mitglied seine Situation vor knapp einem Jahr. Damals bezog er Arbeitslosengeld I und war arbeitsunfähig krank geschrieben. „Wie also konnte die Krankenkasse einfach so entscheiden, dass ich wieder gesund und arbeitsfähig bin?“, fragte sich der Mann und wandte sich in seiner Not an den VdK in Lindau.

Alltag beim VdK
Für Ralf Schaude, Kreisgeschäftsführer des VdK in Lindau, spiegelt dieser Fall den Alltag in der Rechtsberatung wider. „Krankenkassen versuchen immer wieder, Versicherte aus dem Krankengeldbezug zu drängen“, sagt Schaude. Im Fall von Klaus Jäckel habe die KKH zudem nicht nur per Aktenlage entschieden, sondern sich auf ein Gutachten des MDK berufen, das es gar nicht gab. Zudem gebe es die verbriefte Aussage der Arbeitsagentur, dass das VdK-Mitglied aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen dem Arbeitsmarkt bis auf Weiteres nicht zur Verfügung steht.

Der VdK ging in Widerspruch und hatte Erfolg. Klaus Jäckel bekommt wieder Krankengeld und eine Nachzahlung. Nicht wieder gutzumachen sind die finanziellen Auswirkungen, die der 60-Jährige erlitt, nachdem die Krankenkasse die Zahlungen einstellte. Er verlor seine Wohnung und fand Unterschlupf bei einer Familienangehörigen. „Es war so, als ob einem jemand den Boden unter den Füßen wegzieht“, beschreibt er. Und das in einer Lebenslage, in der er eigentlich jede Unterstützung gebraucht hätte, um wieder gesund zu werden. Die bekam das VdK-Mitglied auch: von seiner Familie, vom VdK, von guten Freunden – doch eben nicht von seiner Krankenkasse.

Seinen Lebensmut verlor Klaus Jäckel jedoch nicht. Sogar eine neue berufliche Perspektive tat sich für ihn auf. In einem Freizeitpark der Katholischen Jugendfürsorge trat der Mann Anfang Juni eine Stelle als Kassenleiter an. „Es geht wieder aufwärts“, sagt er und rät allen, die in einer ähnlichen Situation sind: „Gebt nicht auf. Holt euch Hilfe beim VdK. Die kennen sich aus!“

Ines Klut

Vom Spezialbett bis zum E-Rollstuhl
VdK Bayern hilft einem Mitglied immer wieder
Seit Jahren streitet sich Hans Obermeier* aus dem Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz mit der landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegekasse um Hilfsmittel. Dank des VdK Bayern kommt er letztlich zu seinem Recht.
Hans Obermeier leidet unter einer Vielzahl körperlicher Beschwerden und Einschränkungen. So hat er unter anderem ein chronisches Schmerzsyndrom im Rückenbereich mit ausgeprägter Muskelschwäche. Er ist schwerbehindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Um seinen Alltag zu bewältigen, braucht Hans Obermeier verschiedene Hilfsmittel. Doch immer wieder werden ihm diese von der landwirtschaftlichen Kranken­ und Pflegekasse abgelehnt.
Neben seiner Frau unterstützt ihn dabei seit sechs Jahren Christa Mößler, Sozialrechtsberaterin der VdK­ Kreisgeschäftsstelle Neumarkt in der Oberpfalz. Christa Mößler setzte für ihn zunächst die damalige Pflegestufe 1 (später Pflegegrad 2) durch, und mithilfe eines Widerspruchs brachte sie die Krankenkasse auch dazu, ihm ein elektrisch verstellbares Pflegebett zu bezahlen.
Da sich Obermeiers Gesundheitszustand fortschreitend verschlechterte, verordnete ihm seine Ärztin weitere Hilfsmittel wie einen Arm­ und Beintrainer. Der Sozialverband VdK legte für ihn erneut Widerspruch ein. Zuletzt musste Hans Obermeier um einen speziellen Elektro­Rollstuhl kämpfen. Mit diesem etwa 25 000 Euro teuren Gerät kann er sich sowohl drinnen als auch draußen bewegen. Außerdem hilft ihm der E­Rollstuhl beim Ein­ und Aussteigen sowie beim Aufstehen. Auch diesen bekam der Oberpfälzer erst nach einem Widerspruch durch den VdK zugesprochen.
„Starker Partner“ VdK
Christa Mößler fragt sich, warum sich die Kranken­ und Pflegekasse bei ihm immer wieder querstellt. Es sei ein „ständiger Kampf“, sagt die VdK-­Sozialrechtsberaterin. Hans Obermeier und seine Frau sind Christa Mößler und dem VdK sehr dankbar für die stetige Unterstützung. „Allein fühlt man sich so machtlos“, sagt Hans Obermeier. Mit dem VdK habe er jedoch einen „starker Partner“ an seiner Seite.
*Name von der Redaktion geändert

Sebastian Heise

VdK hilft alleinerziehender Mutter

30.000 Euro Nachzahlung der Rentenversicherung
Einer alleinerziehenden Mutter von drei Kindern hat der VdK-Kreisverband Berchtesgadener Land eine große Freude gemacht. Dank seines Einsatzes bekam sie für vier Jahre rückwirkend Erziehungsrente bezahlt. Über die rund 30.000 Euro Nachzahlung der Deutschen Rentenversicherung hat sich Susanne Krause* aus dem Berchtesgadener Land sehr gefreut. Sie ist alleinerziehend und kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten. Für sie ist es daher wirklich ein Geldsegen, den sie dank des Sozialverbands VdK Bayern bekommen hat.

Ausnahmefall
In seiner 17-jährigen Beratungstätigkeit für den Sozialverband hat VdK-Kreis geschäftsführer Guido Boguslawski zwar schon vielen Menschen helfen können. Doch eine solch hohe Nachzahlung der gesetzlichen Rentenversicherung ist für ihn eine Ausnahme. Der Fall ist auch ganz speziell: Vor mehreren Jahren wurde Susanne Krause von ihrem damaligen Mann, dem Vater ihrer gemeinsamen drei Kinder, geschieden. Dieser war unterhaltspflichtig. Dann ist Krauses Ex-Mann gestorben. Entsprechend fiel der Unterhalt weg. Doch Susanne Krause hätte Erziehungsrente zugestanden, da ihre Kinder noch minderjährig waren.
Entscheidend für diese Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung ist einerseits, dass sie selbst bereits Rentenansprüche erworben hat, und andererseits mindestens eines ihrer Kinder noch keine 18 Jahre alt ist. Susanne Krause hatte sich bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen und ihre Situation geschildert. Doch die Mitarbeiterin wies sie nicht auf die Erziehungsrente hin. Später las Susanne Krause von dieser speziellen Rente und wandte sich an den VdK.
Guido Boguslawski schaute sich ihre Unterlagen an und stellte fest, dass Susanne Krause bereits seit vier Jahren anspruchsberechtigt ist. Der VdK-Kreisgeschäftsführer stellte für die Mutter bei der Rentenversicherung einen Neuantrag auf Erziehungsrente und gleichzeitig einen Antrag auf sozialrechtliche Herstellung. Letzteres war nötig, da die Rentenversicherung nicht richtig und nicht vollständig beraten hatte und die Erziehungsrente nicht in die Wege geleitet hat. So stellte Guido Boguslawski sicher, dass Susanne Krause im Fall der Bewilligung die Rente auch nachgezahlt wird.
In der Folge mussten noch einige Unterlagen nachgereicht werden, und nach rund einem halben Jahr kam dann der erfreuliche Bescheid: Die Deutsche Rentenversicherung gewährte der dreifachen Mutter rückwirkend für die vergangenen vier Jahre die Erziehungsrente, die sich bei ihren bisher erworbenen Rentenpunkten immerhin auf rund 30.000 Euro summierte. Es war auch gut, dass der VdK- Kreisgeschäftsführer sofort handelte. Denn nach mehr als vier Jahren wären ihre Ansprüche auf die Erziehungsrente verjährt gewesen.
Da sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, beantragte Guido Boguslawski für sie mittlerweile eine Erwerbsminderungsrente. Auch das mit Erfolg. Susanne Krause ist dem Sozialverband VdK für die große Hilfe sehr dankbar.
*Name von der Redaktion geändert

Sebastian Heise

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