Url dieser Seite: http://vdk.de/ov-penzberg/ID119781
Sie befinden sich hier:

Presse

VdK Forum 2020: "Megathema Pflege"

l6NjPOBYyrc

Kann die Pflege in Deutschland noch gerettet werden? Reichen weitere Reformen, oder brauchen wir einen kompletten Neustart, etwa durch eine Pflegevollversicherung? Diesen Fragen ging am 5. März 2020 in München das sozialpolitische VdK-Forum "Megathema Pflege" nach.© VdK-TV

Equal Pay Day: Rauf mit den Löhnen!

21 Prozent weniger als Männer
Altersarmut ist weiblich

In jedem Lebensalter verdienen Männer pro Stunde mehr Geld als Frauen. Diese diskriminierende Lohnlücke liegt im Schnitt in Deutschland bei 20 Prozent. Zum Equal Pay Day 2020 am Dienstag, den 17. März, erklärt die Präsidentin des Sozialverbands VdK Verena Bentele:
„Altersarmut ist weiblich, auch weil die Politik nicht in die Pötte kommt. Eine Frau bezieht im Alter eine durchschnittliche Rente von 711 Euro. Männer erhalten hingegen eine Durchschnittsrente von fast 1200 Euro. Dieser Unterschied geht auch auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen im Erwerbsleben zurück. Die Lohnlücke ist absolut inakzeptabel. Um sie zu schließen, müssen Politik, Gesellschaft sowie Unternehmerinnen und Unternehmer endlich gemeinsam handeln. Der einfachste Weg lautet: Rauf mit den Löhnen! Gleiches Geld für die gleiche Arbeit.“
Zur Lohnlücke liegen detaillierte Studien vor. Eine Studie des DIW von 2020 zeigt:
Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern steigt mit dem Lebensalter an.
Gründe dafür sind u. a. der hohe Teilzeitanteil bei Frauen ab 30 Jahren.
seltener von Frauen besetzte Führungspositionen.

Die Politik hat versucht, gegenzusteuern. Und zwar mit dem "Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“. Das Gesetz wurde im vergangenen Jahr auf seine Wirksamkeit überprüft. Das Ergebnis: Es trug wenig bei zu gleichen Löhnen und Entgelten.
Wir fordern deshalb unter anderem
Ein echtes Entgeltgleichheitsgesetz für alle Unternehmen
Höhere Anerkennung sozialer Berufe mit deutlich besserer Vergütung
Förderung des Zugangs von Mädchen und Frauen zu technischen Berufen
Kulturwandel in den Unternehmen, der Väter zur Übernahme von Familienarbeit motiviert
Equal Pay Day
Der Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. In Deutschland liegt diese Lohnlücke, der sogenannte Gender Pay Gap, bei 20 Prozent.

Corona: Mehr medizinisches Personal in die Akutversorgung
Bentele: „Wir müssen Druck aus dem Kessel nehmen!“

Die Corona-Krise überlastet Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime. Der Sozialverband VdK Deutschland fordert, mehr medizinisches Personal zu aktivieren. VdK-Präsidentin Verena Bentele dazu:
„Wir müssen Druck aus dem Kessel nehmen. Darum fordern wir: Mehr Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger müssen die Möglichkeit haben, in die Akutversorgung einzusteigen. So könnte beispielsweise das Personal aus den medizinischen Diensten oder anderen Unternehmen aktiviert werden. Wenn sie von ihren täglichen Aufgaben befreit werden, haben wir mehr medizinisches Personal an den Betten, mehr Menschen, die im Akutfall helfen und die Tests auf das Virus durchführen können.“
Mit Blick auf die Besuchsverbote in den Alten- und Pflegeheimen in Bayern ergänzte Bentele:
„Der Schutz von Menschen mit Vorerkrankungen ist das oberste Gebot in dieser Situation. In Einzelfällen werden die Verantwortlichen Ausnahmen zulassen, bei Kindern und Menschen, die im Sterben liegen. Ich vertraue darauf, dass maßvoll und richtig über notwendige Besuche entschieden wird.“

VdK: Rente retten, Pflege ausbauen, Barrierefreiheit realisieren
Sozialverband VdK Deutschland begeht 70-jähriges Gründungsjubiläum

„Der Erfolg des Sozialverband VdK Deutschland ist ein klarer Auftrag für die Zukunft. Der VdK wird auch im achten Jahrzehnt seines Bestehens dringend gebraucht, um soziale Gerechtigkeit durchzusetzen. Eine gerechte Verteilung von Vermögen, gute Renten und würdige Pflege sind und bleiben aktuelle Herausforderungen des Verbandes", erklärte die Präsidentin, Verena Bentele.
„Politische Vorhaben wie die Grundrente dürfen nicht immer wieder verschoben werden, das frustriert die Betroffenen unnötig", so Bentele weiter. „Ängste vor dem sozialen Abstieg nehmen zu. Diese Ängste gilt es ernst zu nehmen und aufzugreifen. Der VdK ist die starke Stimme für ein soziales und inklusives Miteinander und für eine offene und tolerante Gesellschaft. Wir sind die soziale Bewegung und können stolz auf das Erreichte sein“, so die VdK-Präsidentin.
Der VdK hat mittlerweile mehr als zwei Millionen Mitglieder und täglich kommen Hunderte neue dazu. Seinen 70. Geburtstag wird Deutschlands größter Sozialverband am 29. Januar mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, der Sozialgerichtsbarkeit, Verbänden und Institutionen in Berlin feiern. Die Festrede hält Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.
"Es freut uns, dass die Bundeskanzlerin uns ihre Glückwünsche überbringt. Das ist eine großartige Wertschätzung für unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Bentele.
Der Sozialverband VdK hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten vom einstigen Kriegsopferverband zum mitgliederstärksten unabhängigen Sozialverband gewandelt. In dieser Zeit hat er die Sozialgesetzgebung maßgeblich mitgeprägt. „Das wird auch in Zukunft so sein. Wir setzen uns für sozial Schwächere, für gute Löhne und Renten, für eine barrierefreie Umwelt und eine bezahlbare, würdige Pflege ein“, unterstrich VdK-Präsidentin Bentele und ergänzte: „Mit unserer VdK-Rentenkampagne Rentefüralle zeigen wir Wege für eine gerechte Rente für alle Menschen auf. Höhepunkt wird die VdK-Großdemonstration 'Soziales Klima retten!' am 28. März in München sein, zu der zehntausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden.“

Stromsperren: VdK fordert, Stromanteil im Hartz IV-Regelsatz zu erhöhen

Knapp 300.000 Menschen wurde im Jahr 2018 der Strom abgestellt, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen konnten. Zu diesem Thema fand heute eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie statt, initiiert von den Bundestagsfraktionen der Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen. Die beiden Fraktionen stellten Anträge vor, die unter anderem das Verbot von Stromsperren vorsehen. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
„Knapp 300.000 Personen waren 2018 in Deutschland von Stromsperren betroffen. Das sind viel zu viele Menschen und im europäischen Vergleich sehr hoch. Von Stromsperren sind Familien, Kinder und Ältere betroffen. Wohnungen ohne Strom sind im Grunde nicht mehr bewohnbar: Die Betroffenen können nicht kochen und warme Mahlzeiten zubereiten, sie können weder ihre Wäsche waschen noch Lebensmittel kühlen, die Kinder machen ihre Hausaufgaben bei Kerzenschein. Ohne Strom fehlen betroffenen Menschen die existenziellsten Lebensgrundlagen. Solche Zustände sind eines reichen Landes wie Deutschland unwürdig.
Deshalb begrüßen wir die Anhörung und die Anträge gegen Stromsperren, die heute vorgestellt werden sollen. Maßnahmen gegen Stromsperren sind dringend geboten. Wir als Sozialverband VdK fordern die Politik schon lange auf, das Thema Stromsperren nicht mehr zu ignorieren und endlich etwas dagegen zu unternehmen. Maßnahmen gegen Stromsperren sind aus unserer Sicht zum Beispiel, den Stromanteil im Hartz IV-Regelsatz deutlich zu erhöhen, da er die tatsächlichen Stromkosten nicht widerspiegelt. Empfänger von Grundsicherung und anderen einkommensschwachen Gruppen sollten Einmalbeihilfen gezahlt werden, damit sie sich stromsparende Elektro-Großgeräte leisten können. Auch im Wohngeld müssen die Kosten für Warmwasser, Heizung und Strom als Energiekostenpauschale berücksichtigt werden.“
bsc

VdK: Wann kommt das Entlastungsbudget in der Pflege?

16.01.2020 - Immer mehr Pflegebedürftige fühlen sich zu Hause im bestehenden Leistungssystem der Pflegeversicherung nicht gut versorgt. Das muss sich endlich ändern, fordert der Sozialverband VdK. Es ist höchste Zeit für das Entlastungsbudget, das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbart wurde, um die häusliche Pflege zu stärken. Der Pflegebeauftragte, Andreas Westerfellhaus, hat hierzu ein Konzept angekündigt. Der VdK fordert ihn auf, dieses in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
„Pflegebedürftige brauchen mehr Flexibilität. Viele sind mit den unterschiedlichen Anträgen überfordert. Viele wissen auch gar nicht, welche Leistungen ihnen zustehen“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. So haben Pflegehaushalte zum Beispiel jeden Monat Anspruch auf 125 Euro für Entlastungsleitungen.
Rund 50 Prozent machen davon keinen Gebrauch und lassen diesen Betrag verfallen.
Gleiches gilt für Leistungen der Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege. „Deshalb müssen wir es den Menschen, die Hilfe brauchen, einfacher machen und bürokratische Hürden abbauen. Wir vom VdK wissen, dass Pflegende stark belastet sind. Ihnen bleibt kaum Zeit und Kraft, sich mit komplizierten Abrechnungssystemen zu beschäftigen. Was diese Menschen brauchen, sind passgenaue Angebote und einfache Wege, diese zu bekommen“, so Bentele.
Ein Entlastungsbudget wäre aus Sicht des VdK der richtige Weg, um die häusliche Pflege passgenauer und damit einfacher zu gestalten. Alle bestehenden Leistungen der Pflegeversicherung könnten in Budgets für Pflege und Entlastung gebündelt werden. Pflegebedürftige kaufen so gezielt die Leistungen ein, die sie brauchen. Zugleich wird die Orientierung leichter als bisher und die Kompetenz der Pflegehaushalte gestärkt. In der Konsequenz werden sich die Leistungsanbieter stärker an den Bedarfen der pflegebedürftigen Menschen ausrichten, zum Beispiel durch den Ausbau von Kurzzeitpflegeplätzen.
bsc

Bildrechte einblenden

Bildrechte auf der Seite "https://www.vdk.de/ov-penzberg/ID119781":

    Liste der Bildrechte schließen