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Familie und Jugend

Kinder aus der Armut holen

Gerechte Bildungschancen sind die Voraussetzung für ein gutes Auskommen bis ins Alter
Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Wer so aufwächst, hat deutlich geringere Chancen auf gute Bildung und auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Der Sozialverband VdK fordert, die Teilhabemöglichkeiten für alle Kinder und Jugendlichen deutlich zu verbessern.
„Ein gutes Leben darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wenn Kinder aus finanziellen Gründen ausgeschlossen sind, versperren wir ihnen die Chancen auf einen erfolgreichen Lebensweg“, sagt VdK­Präsidentin Verena Bentele. Aus Kinderarmut werde dann oft lebenslange Armut, warnt sie. Besonders prekär ist die Lage für Kinder, die in Haushalten mit Grundsicherungsbezug leben.
Der Sozialverband VdK fordert daher die Einführung einer eigenständigen Kindergrundsicherung. Bisher werden die Regelsätze einfach prozentual vom Erwachsenensatz berechnet, ohne die besonderen Bedürfnisse von Kindern zu berücksichtigen. Dazu gehören Posten wie alters­ und witterungsgerechte Bekleidung, gesunde Ernährung, Sport und Mobilität.
„Nur mit einer realistischen Neuberechnung werden die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen wirklich gedeckt“, erklärt Bentele. Auch das von der Bundesregierung finanzierte „Bildungs­ und Teilhabepaket“ führt weitgehend ins Leere. Die Zuschüsse für die Mitgliedschaft im Sportverein, für Musikunterricht, Klassenfahrten, Nachhilfe, Mittagsverpflegung oder Schulmaterialien werden nach einer Studie des Paritätischen Gesamtverbands von 85 Prozent der berechtigten Mädchen und Jungen nicht abgerufen.
Als Gründe werden die komplizierten und bürokratischen Wege genannt, um an die Zuschüsse zu kommen. Zudem bleibt die Differenz zu den tatsächlichen Kosten oft zu hoch, sodass auf Anträge verzichtet wird. „Unwissen und Scham spielen ebenfalls eine große Rolle“, ist sich Bentele sicher. Allerdings schwanken die Zahlen erheblich. So werden in Schleswig­ Holstein immerhin 46 Prozent der Anspruchsberechtigten erreicht, im Saarland und in Rheinland ­Pfalz aber nur acht Prozent.
Die VdK­-Präsidentin hält jedoch wenig von einer weiteren Reform des Bildungs­ und Teilhabepakets. Stattdessen solle die politische Energie in ein ganzheitliches Konzept zur Bekämpfung der Kinderarmut fließen. „Auch Eltern müssen gefördert werden“, sagt Bentele. Dazu gehören die bessere Vereinbarung von Familie und Beruf durch ganztägige kostenfreie Kinderbetreuung, Gesundheitsprävention, die Anhebung des Mindestlohns, die Eindämmung prekärer Beschäftigung sowie Programme zum Wiedereinstieg bei Arbeitslosigkeit.
„Wenn Eltern gezielt unterstützt werden, bringt das auch den Kindern die beste Perspektive auf lebenslange Teilhabe. Gute Familienpolitik ist deshalb Teil einer guten Rentenpolitik“, ist die VdK­-Präsidentin überzeugt.
Dr. Bettina Schubarth

Großeltern sind wichtige Bezugspersonen
Enkel profitieren von einer guten Beziehung zu Oma und Opa
Sie sind fast immer gerne für ihre Enkel da und lieben sie bedingungslos: Großeltern. Die Pädagogin Prof. Dr. Roswitha Sommer-Himmel von der Evangelischen Hochschule Nürnberg erklärt, warum diese Bindung für Kinder so wichtig ist.
Die Lebenserwartung steigt, und mit ihr die Zeit, die Großeltern und Enkel miteinander verbringen können. Obwohl die Generationen nur selten unter einem Dach leben, ist die Bindung oft enger als früher – vor allem dann, wenn beide Familien nah beieinander leben. „Gerade in den ersten Lebensjahren des Kindes ist es wichtig, dass Oma und Opa oft zu Besuch kommen, damit sich eine vertrauensvolle Beziehung entwickeln kann“, sagt die Sozialwissenschaftlerin.
„Großeltern sind frei von jeglichem erzieherischem Druck. Sie verbringen bewusst Zeit mit den Enkeln und genießen das. Und sie sind Zeitzeugen, die die Fragen der Kinder zur Vergangenheit beantworten können“, erklärt die Pädagogin. Das mache die Beziehung so besonders. Wenn sie Verantwortung übernehmen, geschieht das meist freiwillig. „Je näher die Familien beieinander wohnen, desto eher springen Oma und Opa auch ein, wenn mal ein Babysitter gebraucht wird“, weiß sie. Die ältere Generation ist oft viel gelassener als die jüngere.
Das hängt auch mit der Lebenserfahrung zusammen. „Kinder spüren das, und es gibt ihnen Ruhe und Sicherheit“, so Sommer-Himmel. Auch eine schlechte Schulnote oder ein unordentliches Zimmer kann die Großeltern nicht aus der Fassung bringen. „Sie können Kinder entspannter wahrnehmen, weil sie keinen Druck haben“, betont sie. Das vermittle den Kindern die Botschaft: „So wie du bist, bist du in Ordnung.“ Bei schweren Krisen, beispielsweise wenn die Eltern sich trennen, können Großeltern Kindern einen Halt bieten und ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie immer willkommen sind. Wichtig ist, dass sie neutral bleiben und nicht versuchen, die Enkel auf eine Seite zu ziehen.
Ebenso sollten Eltern auch nach einer Trennung den Kontakt zu beiden Großeltern ermöglichen. „Für ein Kind ist es ganz schlimm, wenn der Kontakt zu einem Teil der Familie plötzlich abgebrochen wird“, sagt Sommer-Himmel. Kinder bräuchten mehr als nur eine Bezugsperson. Davon profitierten alle Generationen: „Die Großeltern freuen sich über den Kontakt mit der Jugend, die Eltern werden entlastet, und für die Enkel ist die gemeinsam verbrachte Zeit eine Bereicherung“, so die Pädagogin.
Annette Liebmann

Ausbildungsförderung für Studierende mit Behinderung
Betroffene können in bestimmten Fällen eine Verlängerung des BAföG-Bezugs sowie weitere Nachteilsausgleiche erhalten
Studierende mit Behinderung erhalten Geldleistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, im Grunde genommen zu denselben Bedingungen wie ihre nichtbehinderten Kommilitonen. Allerdings können sie auf Antrag einige Sonderregelungen geltend machen.
Acht Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen haben körperliche oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie beispielsweise Seh-, Hör-, Sprech- und Mobilitätsbeeinträchtigungen, chronische und psychische Erkrankungen sowie Legasthenie und andere Teilleistungsstörungen. Um sich insbesondere die studienrelevanten und die Lebenshaltungskosten finanziell leisten zu können, beantragen viele Studierende – sowohl mit als auch ohne Beeinträchtigung – BAföG.
Mit dem BAföG werden für Menschen, die nicht genügend Eigenmittel zur Verfügung haben, Erstausbildungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen ab Klasse 10, an Kollegs, Akademien und Hochschulen bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluss finanziell gefördert. Wie viel Geld man dabei monatlich bekommt, hängt von der jeweiligen Ausbildung, den persönlichen Lebensumständen und den finanziellen Möglichkeiten der Antragstellenden und ihrer Familie ab. Um für Studierende mit Behinderung eine chancengleiche Teilhabe im Studium zu erreichen, werden hierzulande verschiedene Nachteilsausgleiche gewährt. Wer zum Beispiel außergewöhnliche Belastungen aufgrund einer Behinderung belegen kann, bei dem kann bei der Einkommensermittlung ein zusätzlicher Härtefreibetrag berücksichtigt werden. Dies erhöht den monatlich ausgezahlten Förderbetrag.
Die Dauer des BAföG-Bezugs ist im Allgemeinen auf die für jeden Studiengang festgelegte Regelstudienzeit begrenzt. Allerdings können Menschen mit Behinderung eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer beantragen, zum Beispiel, wenn sich das Studium wegen der Beeinträchtigung verlängert. Dafür müssen jedoch Nachweise erbracht werden: zum einen für die Behinderung selbst, zum anderen dafür, dass die Behinderung die Ursache für das verlangsamte Studium war und dass die Verzögerung auf zumutbare Weise nicht verhindert werden konnte.
Wichtig: Der Antrag muss rechtzeitig, das heißt vor dem Ende des aktuellen Bewilligungszeitraums, gestellt werden. Normalerweise bestehen BAföG-Ansprüche nur, wenn die Studierenden ihr Studium vor ihrem 30. Geburtstag und das darauf aufbauende Master-Studium vor ihrem 35. Geburtstag beginnen. In manchen Fällen ist es jedoch zulässig, die Altersgrenzen zu überschreiten, beispielsweise wenn die Hochschulzugangsberechtigung über den zweiten Bildungsweg erworben wurde, wenn eine Behinderung ein Studium notwendig werden lässt oder sie der Hinderungsgrund für eine rechtzeitige Studienaufnahme ist.
Aufschub möglich
Weitere Nachteilsausgleiche in Bezug auf BAföG: Muss ein Studiengang nach Beginn des vierten Semesters wegen unabweisbarer Gründe wie einer eintretenden Behinderung gewechselt werden, kann dieser wie eine erste Ausbildung gefördert werden. Und hinsichlich der Rückzahlung der Darlehenssumme in Raten, die fünf Jahre nach Ende der Förderung beginnt, ist für Menschen mit Behinderung ein Zahlungsaufschub möglich, wenn das Einkommen bestimmte monatliche Sätze nicht übersteigt.
Studieninteressierte und Studierende mit Behinderung sowie deren Angehörige können sich bei weiteren Fragen an die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) wenden, Telefon (0 30) 29 77 27-64. Darüber hinaus berät auch der Sozialverband VdK zu sozialrechtlichen Fragen in diesem Themenbereich. Interessierte wenden sich an ihre jeweilige VdK-Geschäftsstelle.
Mirko Besch

Die jüngere Generation im VdK
Der Sozialverband VdK wird auch für jüngere Menschen immer attraktiver: Allein in Bayern sind über 90.000 VdK-Mitglieder unter 50 Jahre alt. Dank vielfältiger Angebote speziell für jüngere Mitglieder finden sie schnell Anschluss und werden Teil der großen VdK-Gemeinschaft.

Zu den Aktivitäten der jüngeren Generation gehören etwa:
Integratives Sportfest
Integrative Tanzgruppe
Spieleabende und Turniere
Theatergruppe
Kegelabende
Wanderungen
Kulturelle Veranstaltungen

In jedem Kreisverband steht ein Vertreter der jüngeren Generation zur Verfügung, der Infoveranstaltungen und abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten und Treffs anbietet. Die Vertreter der jüngeren Generation setzen sich zudem dafür ein, dass der VdK die Belange von jungen Menschen mit Behinderung vertritt. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, an sämtlichen Bereichen der Gesellschaft. Bei den Freizeittreffs begegnen sich behinderte und nicht behinderte Menschen, lernen sich kennen und haben die Möglichkeit, Vorurteile und Barrieren abzubauen.
Jedes VdK-Mitglied bis etwa 50 Jahre ist herzlich eingeladen, bei den Aktivitäten seines Kreisverbands teilzunehmen und mitzuwirken und gemeinsam mit dem VdK Bayern die Zukunft zu gestalten.

Der VdK macht sich auch für junge Menschen stark - Jüngere Mitglieder bereichern die Gemeinschaft
Modern und jung geblieben: Deutschlands größter Sozialverband kümmert sich nicht nur um die Belange älterer Menschen, er ist ein Verband für alle Generationen. Die Gründe für junge Menschen, sich dem VdK anzuschließen, sind vielfältig: weil sie Hilfe brauchen, weil sie mitgestalten oder sich solidarisch zeigen wollen. Fest steht: In ihnen liegt die Zukunft.
Sie wusste, dass Murat Deniz ein besonderes Kind und sie besonders gefordert sein würde. Als die junge Mutter aus Solingen in Nordrhein-Westfalen dann ihr Baby im Arm hielt, waren ihre Sorgen für einen Moment wie weggeblasen. Doch im nächsten Moment holte Suna Atlikan die Realität wieder ein. Der Junge mit Downsyndrom würde eine Lebertransplantation brauchen.
Und zu all den medizinischen Fragen, die diese Diagnose nach sich zog, gesellten sich viele weitere: Welche Anträge müssen gestellt, welche Behördengänge erledigt, welche Förderungen können in Anspruch genommen werden? Die Alleinerziehende wandte sich an den VdK-Kreisverband Bergisch Land. Hier fand sie nicht nur kompetente Ansprechpartner im Sozialrecht, sondern auch Menschen, die ihr Mut machten.
Heike Herrig, Kreisvorsitzende des VdK Bergisch Land, nahm sich der kleinen Familie an. "Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit Murat glücklich an der Seite seiner Mutter und seiner älteren Schwester aufwächst", versprach sie. Heute, ein Jahr nach seiner Geburt, erzählt die Kreisvorsitzende von einem lebhaften, fröhlichen Jungen. Die neunstündige Operation hat er gut überstanden, einen Schwerbehindertenausweis erhalten und einen Platz in einem Kindergarten bekommen. Murats Mutter ist sehr dankbar für die Unterstützung des Sozialverbands. Sie ist glücklich, dass ihr Sohn Teil der großen solidarischen VdK-Gemeinschaft ist.
Inklusion als Schwerpunkt
Für diese Gemeinschaft machen sich viele Ehrenamtliche stark. Eine davon ist Elke Bublitz, Landesjuniorenvertreterin im VdK Hessen-Thüringen. "Der VdK ist ein Sozialverband für alle Generationen", betont sie. "Die vom VdK erreichten Verbesserungen kommen allen zugute, ob Jung oder Alt." Beispielhaft nennt sie die Forderungen nach einem höheren Mindestlohn, für kostenfreie Kinderbetreuung, Barrierefreiheit und Inklusion. "Barrierefreiheit und Inklusion sind für die jüngeren Mitglieder und ihre Vertreter herausragende Themen", sagt Elke Bublitz. "Gleichberechtigte Teilhabe ist ein Menschenrecht und deshalb ein gesamtgesellschaftliches Anliegen."
Ein erfolgreiches Projekt im Landesverband Hessen-Thüringen ist das Bilderbuch "Käpt'n Kork fliegt davon". Das Büchlein sensibilisiert Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter für das Thema Inklusion. Der Papagei Käpt?n Kork zeigt anschaulich, auf welche Hindernisse Ältere, Menschen mit Behinderung und Skateboardfahrer im Alltag stoßen.
Bei den inklusiven Kinder- und Jugendfreizeiten des VdK Bayern gibt es praktisch keine Hürden - und wenn doch, werden sie mithilfe der ehrenamtlichen VdK-Freizeitbegleiter überwunden. Mona Krayem ist diesen Sommer zum zweiten Mal als Betreuerin dabei gewesen und von der Atmosphäre begeistert. "Das unbeschwerte Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung hat mich sehr beeindruckt", erzählt die 25-Jährige.
"Es war so ausgelassen und fröhlich. Auch das Team hat super zusammengepasst." Für das VdK-Mitglied ist es selbstverständlich, sich ehrenamtlich einzubringen. Bevor sie an der Schulung zur Freizeitbegleiterin teilnahm, hat sie sich als VdK-Pflegebegleiterin zwei Jahre lang um ein blindes Mädchen gekümmert. "Helfen zu können, tut einfach gut."
Caroline Meyer

Dem VdK treu bleiben: Das liegt in der Familie

Zwei Millionen vertrauen dem VdK

VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Wir sind die soziale Bewegung in Deutschland“
Am 1. September war es so weit: Der Sozialverband VdK Deutschland verkündete den Rekordmitgliederstand von zwei Millionen.

„Wir sind Deutschlands größte Interessenvertretung für soziale Belange. Die Erfolgsgeschichte ist in allen VdK-Landesverbänden zu verfolgen. Je mehr Mitglieder wir haben, desto größer ist unsere Durchsetzungskraft“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele mit Blick auf die neue Rekordmarke von zwei Millionen Mitgliedern.
Das VdK-Erfolgsgeheimnis? „Der Sozialverband VdK vertritt auf sozialrechtlicher und sozialpolitischer Ebene ausschließlich die Interessen seiner Mitglieder. Wer zum VdK kommt, schätzt die Unabhängigkeit und Stärke des größten deutschen Sozialverbands. Wir setzen uns glaubhaft und konsequent für eine gerechte, soziale und tolerante Gesellschaft ein“, so Bentele. Der enorme Mitgliederzuwachs des VdK steht im deutlichen Gegensatz zum großen Vertrauensverlust, mit dem sich politische Parteien konfrontiert sehen. Hat sich die Zahl der Mitglieder in Parteien in Deutschland seit der Wiedervereinigung halbiert, konnte der VdK seine Mitgliederzahl seither verdoppeln.
Der Sozialverband VdK hat sich den Aufgaben des gesellschaftlichen Wandels während der fast 70 Jahre seines Bestehens immer gestellt. Das Image als Kriegsopferverband ist deshalb längst Geschichte. „Wir werden als moderner Sozialverband wahrgenommen, der sich für alle Generationen einsetzt. Wer in Deutschland einen starken Verbündeten für Solidarität und soziale Gerechtigkeit sucht, ist beim VdK genau richtig. Wir überzeugen immer mehr Menschen, weil wir Themen aufgreifen, die den Menschen wirklich Sorgen bereiten: Rente und Altersarmut, Pflege und Gesundheit, Inklusion und Arbeitsmarkt, um nur einige zu nennen“, sagt Bentele.
Dank seiner Mitgliederstärke ist der VdK ein einflussreicher Fürsprecher für große Bevölkerungsgruppen und kann einige politische Erfolge vorweisen. „Wir sind die soziale Bewegung in Deutschland“, erklärt Bentele selbstbewusst. Aktuell setzt sich der Sozialverband VdK mit seiner bundesweiten Kampagne Rentefüralle öffentlichkeitswirksam für eine gerechte und zukunftsfeste Rentenpolitik ein. Der VdK gewinnt auf diese Weise immer mehr Mitglieder, die beitreten, um mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die sozialen Ziele des Verbands zu unterstützen.
„Ich bin stolz und dankbar, dass sich so viele für den VdK einsetzen. Nur durch unser starkes Ehrenamt und unsere hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist unsere erfolgreiche Arbeit möglich. Mit ihnen allen werde ich mich weiterhin mit voller Kraft für unsere Mitglieder einsetzen“, verspricht Bentele. Zentrale Dienstleistung des Sozialverbands VdK ist die sozialrechtliche Beratung in den Geschäftsstellen. „Unsere Mitarbeiter werden für ihre große sozialrechtliche Kompetenz geschätzt. Zusammen mit Tausenden Ehrenamtlichen sorgen sie für den hervorragenden Ruf des VdK. Die Mitgliedermarke von zwei Millionen ist eine großartige Gemeinschaftsleistung“, betont die VdK-Präsidentin.
Dr. Bettina Schubarth

Vom Urgroßvater bis zum Enkelkind fest im Sozialverband VdK verwurzelt - Engagement für andere verbindet Generationen-

2,0 Millionen Menschen sind Mitglied in Deutschlands größtem Sozialverband - und es werden immer mehr! Von Bayern bis nach Schleswig-Holstein setzen sich über 70.000 ­ehrenamtliche VdKler für ­andere ein. In vielen Familien wird die VdK-Mitgliedschaft von Generation zu Generation weitergegeben. Einige von ihnen haben der VdK-Zeitung erzählt, warum das Engagement im VdK für sie eine Herzensangelegenheit ist.

Bei den Mederers aus dem mittelfränkischen Thalmässing (Bayern) ist es Ehrensache, dem VdK die Treue zu halten. Das trifft auch auf das jüngste Familienmitglied zu, das im September geboren wurde. "Mein drittes Enkelkind wird auch ein waschechter VdKler", ist der 60-jährige Karl Mederer überzeugt, der seit 1993 Mitglied ist und sich seit 2000 im Vorstand seines Ortsverbands engagiert. Seine Enkelin Sabine war vor drei Jahren das jüngste Mitglied im Ortsverband, dessen Vorsitz der Opa innehat. Dass alle in der Familie ehrenamtlich in Deutschlands größtem Sozialverband engagiert sind, hält Karl Mederer für eine gute Sache. Schließlich habe er am eigenen Leib erfahren, wie wichtig es ist, im Fall der Fälle auf kompetente Hilfe zählen zu können.

"Nach meinem Schlaganfall kam ich schnell an meine Grenzen, als es um die Beantragung der Erwerbsminderungsrente ging", erzählt der Franke. Er habe sich an den VdK gewandt und sei geblieben, auch als sein Rentenantrag längst durch war. "Ich habe gemerkt, wie viele Menschen in ähnlichen Situationen Hilfe brauchen", erinnert sich der 60-Jährige. Als er angesprochen wurde, ob er nicht den Vorsitz im Ortsverband Thalmässing übernehmen will, musste er nicht lange überlegen. Inzwischen hat er auch seine zwei Söhne und die Schwiegertochter davon überzeugt, wie wichtig das Engagement für andere Menschen ist.

Ansprechpartner vor Ort

Wenn im Hause Schroer/Walczak in Moers (Nordrhein-Westfalen) das Telefon klingelt, dann sind oft Menschen am anderen Ende, die einen Rat brauchen. Andrea Walczak ist Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Moers-Meerbeck und eine begehrte Ansprechpartnerin in allen sozialen Fragen. "Es gibt viele Menschen, die mit der Bürokratie überfordert sind, erst recht, wenn sie alt und krank sind", so die 44-Jährige. Das Amt der Ortsvorsitzenden hat sie vor vier Jahren von ihrem Vater Friedrich Schroer übernommen, der seit 66 Jahren Mitglied im VdK ist. "Ich bin da so reingerutscht", erinnert sich die Frau. Sie habe ihren Vater früher immer zu den Sitzungen und Veranstaltungen des VdK gefahren und so viel mitbekommen.

"Mir wurde schnell klar, dass es wichtig ist, sich für den VdK zu engagieren", sagt Andrea Walczak. Ihr 15-jähriger Sohn Matthias ist auch bereits in die Fußstapfen seiner Eltern und Großeltern getreten und setzt die Familientradition fort. Wenn seine Mutter mal Hilfe bei der Organisation einer Veranstaltung braucht, ist Matthias zur Stelle. Er habe von Kindesbeinen an mitbekommen, dass es wichtig ist, anderen Menschen zu helfen.

Wenn Familie Gunnesch zu ­Geburtstagen zusammenkommt, dann kann es durchaus sein, dass sich die Gespräche um den VdK drehen. Immerhin sind neun Familienmitglieder im Landesverband Hessen-Thüringen aktiv. Horst Gunnesch ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schatzmeister im Landesverband noch Vorsitzender des Kreis- und Bezirksverbands Marburg. Der VdK hat in seinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Schließlich bekam er als Junge mit, wie sein kriegsversehrter Vater den VdK mit aufbaute. Georg Gunnesch ist heute 89 und stolz darauf, dass seine Kinder und Enkel die VdK-Tradition in seiner Familie hochhalten.

Liebe auf den ersten Blick

Bei den Dietrichs im bayerischen Mühlhausen wird die Nachwuchsarbeit für den hiesigen VdK-Ortsverband von der Familie aus gesteuert. Der 28-jährige Marc ist seit zwei Jahren Vertreter der jüngeren Mitglieder und kümmert sich darum, dass auch junge Menschen den Weg zum VdK finden. Daran hat seine Mutter Antje einen entscheidenden Anteil. Neben ihrer Funktion als Ortsvorsitzende ist sie seit dem vergangenen Jahr auch Vorsitzende des VdK-Kreisverbands Neumarkt. "Als mein Mann vor 24 Jahren tödlich verunglückte, wäre mir viel erspart geblieben, hätte ich den VdK schon damals gekannt", so die 50-Jährige.

Zufällig machte sie Ende der 1990er-Jahre Bekanntschaft mit dem VdK und war sofort begeistert. Deshalb dauerte es auch nicht lange, bis Antje Dietrich den Vorsitz für den Ortsverband übernahm. Ihre Mutter wurde zur gleichen Zeit Beisitzerin im Ortsverband. Eine lebendige Arbeit für die Mitglieder ist Antje Dietrich sehr wichtig. "Der VdK kann nun mal nur so gut sein, wie es seine Mitstreiter an der Basis sind", ist die zweifache Mutter überzeugt. Ihre Überzeugungsarbeit war nicht nur in Mühlhausen, sondern auch in der eigenen Familie erfolgreich. Inzwischen ist neben ihren Söhnen auch ihr Lebensgefährte Mitglied im VdK.

Stefan Martus' Großvater Heinrich Renninger gehörte 1950 zu den Gründern des Ortsverbands St. ­Leon in Baden-Württemberg. Mehr als 60 Jahre später führt sein Enkel die Geschicke des Ortsverbands. "Ich habe meinem Opa quasi auf dem Sterbebett versprochen, dass ich unsere Familientradition für den VdK fortsetze", erzählt der 44-Jährige. Als es seinem Großvater gesundheitlich nicht mehr so gut ging, habe er sein Amt als Kassierer übernommen. Als er dann zum Ortsvorsitzenden gewählt wurde, blieb diese Funktion in der Familie Martus. Mutter Hildegard kümmert sich um die Kasse, ist Schriftführerin und für Presse und Reisen verantwortlich. "Für mich ist das keine Belastung, sondern mein Hobby. Außerdem ist es etwas Wunderbares, anderen Menschen zu helfen", so die 66-Jährige.

ikl

Familie und Jugend

Inklusion und Integration

Miteinander leben, statt getrennt!

Als größter Sozialverband Deutschlands setzt sich der VdK für Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein. Die Teilhabe der Menschen mit und ohne Behinderungen am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben sind elementare Voraussetzungen für eine gerechte Gesellschaft. Genau das fordert auch die UN-Behindertenrechtskonvention für alle Bereiche im Leben.

Noch immer werden aber Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt und oft diskriminiert. Der VdK sieht sich deshalb in der zivilgesellschaftlichen Verantwortung, das Thema nicht aus den Augen zu lassen. Menschen mit und ohne Behinderungen sollen durch die so genannte „Inklusion“ gemeinsam aufwachsen und zur Schule gehen, gemeinsam arbeiten und leben. Die Sozialakademie des VdK Bayern bietet ein breites Angebot, um Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammen zu bringen und Vorurteile und Barrieren abzubauen.

„Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die gemeinsam mit Menschen mit Behinderung erarbeitet wurde, ist ein Meilenstein zum barrierefreien Zusammenleben aller Menschen. “
(Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland)

Die UN-Behindertenrechtskonvention

Am 26. März 2009 ist in Deutschland das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft getreten. Die sogenannte UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist geltendes Recht in Deutschland und verpflichtet Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen die UN-Konvention umzusetzen.

Die Kernaussage der UN-BRK ist der Schutz von Menschen mit Behinderungen vor Diskriminierungen und Ausgrenzungen durch die Gewährleistung und Verwirklichung der unveräußerlichen Menschenrechte. Die Umsetzung der UN-Konvention betrifft dabei alle gesellschaftlichen Bereiche, wie z. B. frühkindliche Erziehung, Schule, Wohnen, Freizeit, Arbeit, Politik usw. – die Inklusion ist dafür unerlässlich. Der Sozialverband VdK Bayern begleitet den Prozess der Umsetzung kritisch und konstruktiv und bringt seine fachliche Meinung in die Diskussion mit ein.

Inklusion und Integration

Die Inklusion kann verkürzt als die konsequente Weiterführung der Integration betrachtet werden – die Begriffe bedeuten aber nicht dasselbe. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass Integration das Hineinnehmen eines Menschen (z. B. Schüler mit einer Behinderung) in ein bereits existierendes System (z. B. Schule) beschreibt, die Schule ändert sich dabei nicht substantiell, sondern der integrierte Schüler muss sich anpassen. Die Inklusion hingegen will von Anfang an ein gemeinsames System für alle Menschen, ohne dass jemand ausgegrenzt oder stigmatisiert wird.

Die schematische Grafik oben dient der besseren Erklärung, spiegelt aber nicht die Realität wider. Die bunten Figuren symbolisieren die Menschen und der Kreis ein „System“ wie Kindergarten, Schule, Arbeitsstelle usw. Bei der Exklusion sind Menschen ausgeschlossen und dürfen oder können nicht mitbestimmen und teilnehmen. Die Separation bewirkt, dass eine bestimmte Gruppe von Menschen, z.B. Menschen mit Behinderung, zwar eine Art gesellschaftliches Angebot gewährt wird, jedoch in einem eigenen separaten System. Die Integration will die Außengruppen mit aufnehmen und versucht auch einzelne Menschen direkt in das Mehrheitssystem zu integrieren. Dabei denkt man jedoch in zwei Gruppen: Mehrheitsgruppe („Normale“) und Außengruppe („zu Integrierende / Menschen mit Behinderung“). Bei der Integration wird somit entschieden wer nun integrierbar ist und teilnehmen darf oder wer „draußen“ bleiben muss.

Inklusion legt dieses Gedankenkonstrukt ab und sieht alle Menschen als gleichberechtigt, die von Anfang an miteinbezogen werden und als selbstbestimmte Individuen an und in der Gesellschaft teilnehmen.
Das Ziel der Inklusion ist mitunter, dass sich die Gemeinschaft den verschiedenen Bedürfnissen der Menschen flexibel anpasst und alle Menschen daran partizipieren lässt. Durch die Inklusion soll die Diskriminierung und Exklusion, die zumeist auch Menschen mit Behinderung betrifft, abgebaut und bekämpft werden.

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Angebote:
Für Vorträge zum Thema UN-Behindertenrechtskonvention, Inklusion und Integration, Schwerpunkt: Inklusion und Schule, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.
Im Jahresprogramm der VdK-Sozialakademie finden Sie zahlreiche inklusive Veranstaltungen und Seminare zum Thema „Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft“ und auch das neue Seminar für ehrenamtliche VdK-Schulbeauftragte, die als Multiplikatoren ausgebildet werden, befindet sich darin.

Arbeitsmappe Inklusion ? Ideen und Materialien für Schule und Freizeit

Lehrplanorientiert und fächerübergreifend wird die Thematik "Behinderung" für Schule und Freizeit mit praxistauglichen Materialien aufbereitet und bietet Lehrkräften und Interessierten eine kompetente Unterstützung für ihre Arbeit. | weiter

Kontakt

Ansprechpartner:

Marian Indlekofer, Soziologe (M.A.)
Referent für die Belange von Menschen mit Behinderung
Sozialverband VdK Bayern
Schellingstraße 31
80799 München
Tel.: 089 2117 103
Fax: 089 2117 240
E-Mail: m.indlekofer@vdk.de

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